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Kurt Tucholsky: Das Tucholsky Lesebuch

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOriginaltitel, 2007 (Im Buch gibt es keine Angabe, wann die einzelnen Texte erschienen sind)
5 Sterne

Auf 970 Seiten hat der Diogenes Verlag hier eine wirklich beeindruckende Auswahl getroffen. Politische Texte, Reisegeschichten, Theaterkritiken, eine große Zahl an Rezensionen, Satiren auf das damalige Alltagsleben. Unter anderem wettert Tucholsky energisch gegen das Telefon (was würde der arme Mann wohl vom heutigen Handy-Boom halten?), schreibt über die Eitelkeit der Männer, und fordert unter anderem, das Bücher billiger sein müssen. Zu dem Thema hier ein abgedruckter Leserbrief an Tucholsky, der angeblich (angeblich deshalb, weil ihn Tucholsky auch selbst fingiert haben könnte) von einem Oberrealschüler aus Nürnberg stammt:

„Lieber Herr Tucholsky!
Erlauben Sie mir, das ich Ihnen zu Ihren Werken meine vollste Anerkennung ausspreche. Das wird ihnen zwar gleichgültig sein – aber ich möchte doch eine weitere Bemerkung hinzufügen. Hoffentlich sterben Sie recht bald, damit ihre Bücher billiger werden (so wie Goethe zum Beispiel). Ihr letztes Buch ist wieder so teuer, Daß man es sich nicht kaufen kann.
Gruß!“

Das Lesebuch ist mit Sicherheit kein Buch, das in „einem Rutsch“ durchgelsen werden kann. Für unterwegs ist es aufgrund seiner Dicke etwas zu sperrig. Aber es ist trotzdem ein sehr schönes Buch, welches über mehrere Monate hinweg genossen werden kann. Ich habe dafür fast ein halbes Jahr gebraucht, aber keine Sekunde bereut.

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