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Charlaine Harris: A Secret Rage

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOriginaltitel, 1984
Deutsche Übersetzung: Stummer Zorn
4 Sterne

Dieses Buch von Charlaine Harris aus dem Jahre 1984 ist eines ihres ersten Werke. Im Gegensatz zu dem meisten anderen Büchern ist dieses ein Einzelroman.

Die Geschichte spielt in Knolls, Tennessee. Nicki arbeitet in New York als Model, aber als ihr mitgeteilt wird, das sie mit 27 zu alt für den Job ist, geht sie zurück in den Süden. Sie will Schriftstellerin werden und will ihr Erspartes nutzen, um jetzt endlich das College besuchen zu können.

In manchen Dingen ähnelt das Buch und vor allem Nicki den späteren Büchern und Heldinnnen: Auch diesmal spielt die Geschichte in einer kleinen Stadt in den Südstaaten der USA, auch diesmal ist das Buch in Ich-Form geschrieben. Wie Sookie und Harper hatte auch Nicki keine glückliche Kindheit: Ihre Mutter ist Alkoholikerin und nachdem sie von ihrem Stiefvater sexuell belästigt wurde, verbringt sie fast die ganze Zeit bei ihrer besten Freundin, zu der sie auch jetzt zieht. Im Gegensatz zu den Harper Connelly und Sookie Stackhouse Büchern gibt es hier aber nichts geheimnisvolles, mystisches. Es ist ein reiner Krimi.

In dem kleinen, beschaulichen Städtchen Knolls geht ein Serienvergewaltiger um. Das Buch beginnt eigentlich ganz harmlos, man erfährt, wie sich Nicki ihr neues Leben langsam aufbaut. Wie alle anderen Einwohner ist sie zwar entsetzt, aber zumindest am Anfang betrifft es sie nicht persönlich, auch das Opfer kannte sie nicht. Doch dann wird eine Professorin des Colleges das nächste Opfer. Die Polizei scheint hilflos: Die Opfer werden so schnell überwältigt, das sie den Mann nicht sehen können. Ohne eine Beschreibung des Täters ist die Suche aussichtslos – DNA Vergleiche gibt es zu der Zeit ja noch gar nicht. Die Opfer wissen, das der Mann sie persönlich kennt, aber in einer kleinen Stadt kennt jeder jeden.

Ich fand das Buch sehr spannend, auf den Täter wäre ich nicht gekommen. Zu geschickt lenkt Charlaine Harris die Spur zu zwei anderen Männern. Ein bißchen merkwürdig und seltsam fand ich die Liebesgeschichte in dem Buch, zumal sie für die Krimihandlung auch völlig unwichtig war. Das Leben in den Südstaaten hat Frau Harris aber wieder klasse dargestellt, vor allem, den versteckten Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung. Was die Bewohner so entsetzt, das ist die Tatsache, das die Opfer alles weisse Frauen sind, keine farbigen. Auch, das alle Opfer einstimmig aussagen, das der Mann ebenfalls weiss sei (das hören die Frauen an seiner Stimme), erstaunt und schockiert die Bewohner. Bei farbigen Opfern hätte vermutlich jeder nur mit der Schulter gezuckt und auch die Polizei hätte wohl halbherziger ermittelt.

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