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Ferdinand von Schirach: Verbrechen

Originaltitel, 2009
5 Sterne

In elf völlig unterschiedlichen Geschichten erzählt der Strafverteidiger Ferdinand von Schirach aus seinem Berufsleben. Im Gegensatz zu anderen Krimis werden hier die Straftaten aus Sicht der Täter geschildert, die oft – aber nicht immer – selber Opfer sind.

Ein alter Arzt, der die Demütigungen seiner Frau einfach nicht mehr ertragen kann und sie mit der Axt erschlägt.
Ein Mann, der in Notwehr zwei Skinheads umbringt. Aber warum verschweigt er seine Identität?
Ein seltsamer junger Mann, der Schafe abschlachtet. Das ganze Dorf kennt ihn. Doch dann verschwindet ein junges Mädchen und er war der letzte, der sie gesehen hat.
Ein Student, der seine Freundin vor lauter Liebe am liebsten aufessen möchte – und ihr mit dem Messer in den Rücken schneidet.

Am meisten berührt hat mich aber „Das Cello“. Die beiden Geschwister haben nach einer unglücklichen Kindheit gerade angefangen, ihr Leben zu genießen, als ein Unfall dazwischen kommt. Der Bruder überlebt den Unfall, aber mit schwersten Kopfverletzungen. Irgendwann sieht seine Schwester keine andere Wahl, als ihn zu töten. Bei dieser Geschichte habe ich mich immer wieder gefragt, was hätte ich wohl getan? Zu einem Ergebnis bin ich immer noch nicht gekommen.

Der Schreibstil ist sehr knapp und direkt. Manchmal hätte ich mir mehr gewünscht, mehr über die Hintergründe der Fälle. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte ich das Buch nur langsam lesen und musste jede einzelne Geschichte erst nachwirken lassen, bevor ich die nächste lesen konnte.

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