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Otto Schwerdt, Mascha Schwerdt-Schneller: Als Gott und die Welt schliefen

Otto Schwerdt erzählt hier auf knapp 100 Seiten aus seiner Kindheit und Jugend während des Nationalsozialismus.

Geboren wurde er 1923 in Braunschweig. Seine Eltern stammten aus Polen und so war es für die Familie nur logisch, nach Polen zurückzugehen. Das Buch beginnt nicht abrupt mit dem Leben im Konzentrationslager, sondern mit der Kindheit, zunächst in Braunschweig, dann in Kattowitz, Polen. Er erzählt davon, wie sich das Leben nach 1933 änderte, man erfährt aber auch, wie anders die Lebensumstände in einem polnischen Dorf als in Braunschweig ist. Nach der Besatzung in Polen überlebt die Familie zunächst im Ghetto von Kattowitz, bevor sie dann 1943 nach Auschwitz abtransportiert wurden. Bis hierhin sind auch immer wieder Fotos der Familie abgebildet.

In der zweiten Hälfte erzählt er vom Leben im KZ. Er beschreibt seine Gefühle genau – eine Mischung aus Angst, Hilflosigkeit, Wut und Fassungslosigkeit. Vor allem berichtet er von den täglichen, „kleinen“ Grausamkeiten, von der fast schon beiläufigen Art, wie die Häftlinge von den Aufsehern getötet wurden. Oder wie sich die Häftlinge gegenseitig wegen einem Stück Brot umbringen. Mehrmals entgeht er nur knapp dem Tod. Trotz der Kürze – oder gerade deshalb? – wirkte es auf mich sehr beeindruckend.

Ich habe Otto Schwerdt vor ein paar Jahren persönlich kennen gelernt. Der Inhalt des Buches war für mich dadurch noch schwerer zu ertragen, weil ich beim Lesen immer den älteren Herren vor Augen hatte. Otto Schwerdt starb im Dezember 2007.

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