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[Rezension] Amy Lane: The Locker Room

  • Originalausgabe, 2011
  • Deutsche Übersetzung: Aufs Spiel gesetzt
  • Leseprobe
  • Bewertung:  5 von 5 Sternen

Für Xander gab es immer nur eines: Basketball.

Basketball hat ihn vom Hunger abgelenkt, wenn seine drogensüchtige Mutter es mal wieder nicht fertigbrachte, ihm etwas zum Essen zu geben. Basketball hat ihm von den Schlägen abgelenkt, die ihn ihre diversen Liebhaber gaben.

Als Teenie lernt er Chris kennen. Chris ist anders als Xander. Er ist einer behüteten Familie aufgewachsen. Seine Eltern sind auch nicht reich, aber sie lieben einander und kümmern sich um ihre Kinder. Auch Chris größtes Hobby ist Basketball. So lernen sich die beiden auch kennen – sie spielen einfach ein paar Bälle zusammen.
Die beiden freunden sich schnell an. Und irgendwann merken sie, das es mehr ist, sie gehören einfach zusammen. Zusammen beenden sie die High School, gehen zusammen aufs College, schaffen beide den Sprung in die Profiliga und spielen beim gleichen Verein.
Eigentlich könnte das Leben der beiden perfekt sein. Sie haben ihr liebstes Hobby zum Beruf gemacht und verdienen damit eine Menge Geld. Und sie haben einander. Wie oft passiert es schon, das man mit seiner Jugendliebe zusammen bleibt?
Doch in der Profiliga ist Homosexualität undenkbar. Und so müssen sich die beiden verstecken, ihre Gefühle voreinander verstecken. Je länger sie zusammen sind, umso schwieriger wird das.

Das Buch wird in der dritten Person aus der Sicht von Xander erzählt. Amy Lane beginnt wie bei vielen ihre Bücher ganz am Anfang, bei der Kindheit von Xander. Und Xander ist ein wundervoller Teenie, der alles für Basketball und Chris tun will. Als Xander nicht mehr bei seiner Mutter leben kann, will er sich auf keinen Fall von Chris trennen. Und so fälscht er seinen Ausweis, mietet er sich eine kleines Appartement. Um die Miete zu bezahlen, braucht er einen Vollzeitjob. Aber Arbeit, Schule und Training zusammen sind auch für Xander zu viel. Zum Glück trifft er auf Verständnis und darf nun bei Chris und dessen Eltern leben.

Xander ist als Charakter fast perfekt. Er ist ehrenhaft, auf keinen Fall will er sich Chris nähern, solange sie noch beide bei dessen Eltern leben. Und auch Chris ist damit nach kurzem Zögern einverstanden und liebt Xander dafür noch mehr. So kommt es, das kurze Berührungen unglaublich romantisch werden. Die späteren Sexszenen sind aber auch nicht ohne.

So viel Perfektion könnte schnell eindimensional und langweilig werden, aber leider (oder zum Glück?) sind die beiden dann doch nicht perfekt. Ihre Verzweiflung darüber, ihre Liebe zueinander geheim halten zu müssen, treibt die beiden zum äußersten. Und dadurch beginnt Chris schließlich zu trinken. Beide treffen falsche Entscheidungen und müssen mit den Konsequenzen leben.

Über einen Zeitraum von 15 Jahren darf man die beiden begleiten. Die Ereignisse in dem Buch sind berührend und tragisch. Man könnte Amy Lane vorwerfen, das sie es den beiden trotzdem noch zu einfach gemacht hat, den abseits von Basketball stoßen sie überall auf volle Zustimmung. Vor allem Chris‘ Familie hat überhaupt keine Probleme mit den beiden. Andererseits, wenn die beiden bereits dort Probleme gehabt hätte, dann wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen.
Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch ist das Ende. Mir war das einfach zu kurz, ich hätte gerne noch einen Epilog, in dem beschrieben wird, wie sich die Dinge nach einigen Monaten oder Jahren entwickelt hätten. Aber das ist wirklich nur ein winziger Punkt.

Fazit: Amy Lane hat mich mal wieder zum Heulen gebracht. Sogar während ich die Rezension schrieb, schluchzte ich ständig vor mich hin, weil es so verdammt berührend war. Obwohl ich das Buch schon vor fast einen Monat gelesen habe. Großartig!

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