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[Rezension] Tamara Allen: Downtime

  • Originaltitel, 2007
  • Deutsche Übersetzung: nicht vorhanden
  • Bewertung: 4 von 5 Sternen

Morgan Nash ist ein FBI Agent aus New York, der im Moment die Londoner Polizei bei einer Ermittlung unterstützt. Eher widerwillig und er findet London bereist nach kurzer Zeit schrecklich.
Doch dann geht bei der Ermittlung etwas schief und Morgan wird angeschossen. Oder nicht? Denn er wird im London des Jahres 1888 wach – misstrauisch beäugt von drei britischen Gentleman, die gerade im Britischen Museum versucht haben, einen Dämon zu beschwören. Das es klappen würde, hätten sie nie gedacht. Obwohl, so ganz es nicht geklappt haben, denn Morgan ist ein ganz gewöhnlicher Mann. Obwohl er sich in ihren Augen ziemlich merkwürdig benimmt.

Morgan und seine Art fand ich ziemlich realistisch. Denn natürlich ist er mit dem Leben im viktorianischen London nicht glücklich. Zu fremd ist das alles. Die Häuser sind mit Gaslampen beleuchtet. Es gibt keinen elektrischen Rasierer, das Dienstmädchen ist in seinen Augen ein armes Kind, das in einem kleinen Verschlag schlafen muss und eigentlich lieber draußen spielen sollte. Und seine unfreiwilligen Gastgeber?

Ezra und Henry leben zusammen mit Derry in dessen Haus. Seine Schwester Kathleen führt den Haushalt und neben Ezra und Henry leben noch mehr Junggesellen in dem Haus.
Von den drei Männern spielt Ezra neben Morgan die Hauptrolle. Und auch wenn Morgan insgeheim findet, das Ezra gut aussieht, hält er ihn zunächst für einen Trickbetrüger. Denn Ezra steht mit der Geisterwelt in Verbindung. Morgan hält das zunächst für eine Masche, mit der Ezra seine Mitmenschen abzockt.

Ezra hat ein furchtbar schlechtes Gewissen, schließlich war er derjenige, der den Spruch in dem Buch laut vorgelesen hat. Und zu allem Unglück ist das Buch aus dem britischen Museum verschwunden. Doch ohne das Buch kann er Morgan nicht in seine Zeit zurück schicken.
Mir hat Ezra als Person sehr gut gefallen. Er ist oberflächlich betrachtet der vollendete Gentleman. Sein Vater ist reich, er arbeitet ein bisschen im Museum, ist mit der passenden Frau verlobt. Das er Geister sieht, passt da am Anfang nicht so ganz dazu. Außerdem ist er schwul, aber das ist für einen Mann in der Zeit unmöglich. So lebt er in der ständigen Angst, das er in ein Irrenhaus gesperrt wird – eine gängige Methode in der Zeit, um unliebsame Verwandtschaft loszuwerden.

Während Ezra und Morgan nach dem verschwunden Buch suchen, stellt Morgan fest, das der berühmte Jack the Ripper gerade mit seiner Mordserie begonnen hat. Und so stellt er eigene Ermittlungen an.

Als Paperback umfasst das Buch etwa 350 Seiten (wobei das Format bei Dreamspinner größer als üblich ist) und die Autroin lässt sich viel Zeit. Gelangweilt habe ich mich aber kein bisschen, im Gegenteil. Ich fand es toll, das sie die Geschichte langsam beginnen lässt. Das Leben im historischen London ist sehr ausführlich beschrieben. Die Suche nach dem Buch ist nicht sonderlich spannend, spielt aber auch insgesamt keine so große Rolle. Dafür ist die Suche nach Jack the Ripper umso interessanter. Für Morgan mit all seinem Profiler Training ist es fast unerträglich, das da ein Serienmörder frei herumläuft. Und er kann der hiesigen Polizei nicht begreiflich machen, wonach sie suchen sollen. Mit Sachen wie Fingerabdrücken oder gar DNA und Profile erstellen kann die viktorianische Polizei natürlich nichts anfangen.
Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich ganz langsam. Es dauert etwa bis zur Hälfte des Buches, bis es mehr als nur schüchterne Seitenblicke gibt. Und auch dann sind die Liebesszenen zwar da, sind aber nur ein kleiner Teil des ganzes Romans. Die Gefühle und ihre Gespräche miteinander sind da wichtiger.

Neben des beiden Hauptfiguren sind auch die Charaktere toll dargestellt worden, vor allem Kathleen, die Hausherrin, war mir sehr sympathisch.

Fazit: Eine romantische Liebesgeschichte zwischen zwei völlig unterschiedlichen Männern und dazu noch die spannende Jagd nach Jack the Ripper.

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