comment 0

[Rezension] Richard Harland: Worldshaker

  • Originaltitel: Worldshaker, 2009
  • Serie: Worldshaker #1
  • Leseprobe
  • Bewertung: 4 von 5 Sternen

Willkommen auf dem Worldshaker! Der Worldshaker, das ist das riesige Weltenschiff des britischen Empire – der Alten Heimat, wie die Bewohner sie nennen. Regiert wird das Schiff von Queen Victoria II. und ihrem Gatten Albert. Doch der eigentliche Herrscher ist der Oberbefehlshaber Sir Mormus Porpentine.

Col Porpentine ist der Enkel von Sir Mormus und sein Nachfolger. Mit seinen 16 Jahren glaubt er, alles über die Welt des Worldshaker zu wissen, doch dann trifft er auf Riff, einer Dreckigen. Und diese Begegnung verändert das Leben aller Menschen auf den Worldshaker.

Der Roman spielt in einer Parallelwelt. Ziemlich am Anfang erfährt man, das der Worldshaker 1845 erbaut wurde und das der Bau nun schon 150 Jahre her ist. Doch die Bevölkerung hat sich nicht weiterentwickelt. Die Emanzipation hat praktisch nicht stattgefunden und die ganze Gesellschaft ist viktorianisch geprägt. Es herscht ein extremes Klassenbewußtsein. Da gibt es die oberen Familien, gefolgt von Handwerker. Ganz unten im Schiff leben die Dreckigen, die von den Bewohnern der oberen Decks gar nicht als Menschen angesehen werden, sondern als Tiere. Dazu kommen noch die Gesindlinge – schlurfende Kreaturen, die stumm und gehorsam dienen, aber über keinerlei Intelligenz verfügen.
Von der Oberschicht des Schiffes, das eigentlich ein reisender Staat ist, wird nichts in Frage gestellt. Alles war schon immer so, alles bleibt so. Nur sehr wenige Menschen können überhaupt die Welt draußen sehen – nur die besten Familien können sich einen Urlaub auf dem Gartendeck leisten, wo verschiedene Vegetationszonen nachgestellt wurden. Aber auch da kann man lediglich ein kleines Stückchen Himmel erkennen.
Nur auf der Brücke gibt es einen vollen Überblick. Nur da erkennt man, das der Worldshaker auf seiner Reise durch die Welt nicht nur übers Meer fährt, sondern auch über Kontinente und dabei rücksichtslos auch Dörfer plattwalzt. Angetrieben wird das Schiff dabei von der Kohle, mit der die Dreckigen im Bauch des Schiffes die riesigen Dampfkessel füttern.

Col beginnt durch die Begegnung mit Riff vieles zu hinterfragen. Er nimmt nicht mehr alles als gegeben hin, obwohl das auch für ihn ein langer Prozess ist. Er bekommt Riff, die ihn sogar noch einen Kuss gegeben hat, einfach nicht mehr aus den Kopf. Obwohl er sich zwischendurch fast ekelt – er, Col Porpentine, mit einer Dreckigen?
Riff ist ganz anders. Sie ist zwar erst 14, aber in der Welt der Dreckigen muss man schnell erwachsen werden. So ist sie eine der Anführerinnen der Dreckigen und plant eine Revolution. Col soll ihr dabei helfen.

Insgesamt hat mir das Buch richtig gut gefallen. Die einzelnen Kapitel sind kurz, die Sprache eher einfach und dadurch auch sehr schnell zu lesen. Und eigentlich konnte ich auch nur noch schwer Pausen einlegen. Allerdings fand ich es zeitweise etwas zäh. Es dauert doch etwas, bis Riff und Col sich wiedersehen.
Erschreckend fand ich den Umgang der Oberklasse mit den Gesindlingen und den Dreckigen. Gerade der Gedanke an die Gesindlinge ist meiner Meinung nach extrem gruselig.

Die Nebencharaktere waren für mich ein bisschen zu blass, da gab es für mich eher wenige Überraschungen. Bei den meisten konnte ich mir vorstellen, in welche Richtung es gehen würde.

Am Ende des Buches gibt es zwei Übersichtspläne, auf denen jeweils ein Querschnitt durch das Schiff gezeigt wird. Leider habe ich diese Pläne erst nach dem Lesen entdeckt – ich hätte es besser gefunden, wenn sich die Abbildungen vorne im Buch befunden hätten.

Fazit: Ein ganzes Empire in einem Schiff. Brutal, düster, tragisch, dabei auch sozialkritisch. Gut, das die Fortsetzung Liberator bereits erhältlich ist.

Worldshaker – Serie:

  1. Worldshaker
  2. Liberator

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s