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[Rezension] Rebecca Gablé: Von Ratlosen und Löwenherzen

UT: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters.

  • Originaltitel, 2008
  • Leseprobe
  • Bewertung: 4 von 5 Sternen

1000 Jahre englische Geschichte auf weniger als 250 Seiten. Irgendwie irrsinnig, dachte ich.
Von Frau Gablé habe ich früher schon einige ihrer historischen Romane gelesen. Wenn ich nicht mein Interesse an historischen Romane verloren hätte, dann würde ich die Bücher wohl auch weiterhin lesen. Aber diesmal ist es kein Roman, sondern ein Sachbuch und darauf hatte ich dann doch Lust.
Das englische Mittelalter lässt sich im Gegensatz zum restlichen Europa ziemlich genau eingrenzen (wobei es da auch unterschiedliche Meinungen gibt). Von 450 mit dem Abzug der Römer bis zum Ende der Rosenkriege 1485, das ist die Zeit, um die es hier geht.
Großes Vorwissen braucht man meiner Meinung nach nicht, um das Buch zu lesen. Die vielen Königsnamen sind manchmal etwas verwirrend, aber am Ende des Buches gibt es noch einen Anhang, in dem eine u.a. eine Auflistung der Könige enthalten ist.
Außerdem ist das Buch extrem unterhaltsam geschrieben, wie man an einem kurzem Zitat über den Abzug der Römer aus Britannien sieht:

[…] rund dreihundert Jahre nach der Besatzung hatten die Römer zu Hause erdrückende Sorgen, weil unter anderem auch die Vandalen jetzt hin und wieder in Rom und seinen südeuropäischen Provinzen vorbeischauten, und wie der Name schon erahnen lässt, waren sie keine besonders netten oder willkommenen Besucher. Also segelten die Römer heim. (Seite 2)

Dabei ist Frau Gablé ziemlich parteiisch. Manche Könige scheint sie einfach nicht zu mögen und die Franzosen mit ihrer Jeanne d’Arc, der Jungfrau von Orléans stehen bei ihr auch nicht hoch im Kurs.
Über das einfach Volk erfährt man bedeutend weniger als über die jeweiligen Herscher. Darin unterscheidet sich das Buch nicht von den meisten anderen geschichtlichen Sachbüchern.
Manchmal war mir das Buch aber zu schnell. Könige und Jahrhunderte flogen nur so vorbei, ich blätterte immer schneller und schneller – oft habe ich mich dann gefragt, um welchen König es denn noch vor einer Stunde eigentlich ging.
Trotzdem würde ich das Buch für jeden interessierten Laien empfehlen. Wer dagegen ein ernsthaftes Buch über das englische Mittelalter sucht, der sollte lieber ein anderes Buch nehmen.
Schade, das es mit dem Ende der Rosenkriege endete. Ich hätte gerne noch mehr gelesen. Es wäre bestimmt interessant zu lesen, was Frau Gablé zu Heinrich VIII. und seinen sechs Frauen schreiben würde. ;)
Und schade, das es so was für deutsche Geschichte nicht gibt.

Fazit: Flapsig, humorvoll, unterhaltsam und informativ. Aber natürlich geht es nicht sehr in Tiefe.

3 Comments

  1. Hi,schöne REzi! Mit dem Buch liebäugel ich auch schon eine Zeitlang, da ich alle historischen Romane von R. Gablè gelesen habe. Denke, nun wandert es doch auf meine WL.LG Isabel

  2. Danke! Ich denke, wenn du die Romane auch kennst, dann wird dir das Sachbuch bestimmt auch Spaß machen.

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