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[Rezension] J.L. Merrow: Wight Mischief

  • Originaltitel, 2011
  • Deutsche Übersetzung: nicht vorhanden
  • z.Z. nur als eBook erhältlich; die Paperbackausgabe erscheint im September 2012.
  • Bewertung: 4 von 5 Sternen

Schauplatz dieser Gayromance ist die Isle of Wight an der englischen Südküste. Dort machen Will und Baz Urlaub. Die beiden sind zwar völlig unterschiedlich, aber schon seit ihrer Kindheit die besten Freunde.
Für Baz ist es mehr ein Arbeitsurlaub, denn er sucht nach Gespenstergeschichten für ein Buch.
Eines Abends trifft Will auf einen unbekannten Schwimmer. Er ist sich zwar nicht ganz sicher, ob der bleiche Mann, der mitten in Nacht im Meer schwimmt, wirklich ein Mensch ist oder – vielleicht ist er doch ein Geist?
Kurze Zeit später besuchen Will und Baz den Schriftsteller Marcus Devereux, der völlig einsam in einem alten Fort am Meer lebt.

Marcus ist Albino. Nach einem Skandal in seiner Kindheit hat er sich ganz von der Welt zurückgezogen.
Will findet Marcus nicht abstoßend, sondern überirdisch schön. Und auch Marcus findet Will nicht nur körperlich sehr anziehend.
Trotzdem brauchen die beiden einige Zeit, bis sie sich wirklich näher kommen. Das liegt vor allem an Marcus und seiner Phobie, unter Menschen zu gehen. Denn er ist felsenfest davon überzeugt, das ihm niemand etwas gutes tun will. Denn genau das hat ihm sein Vormund Leif immer wieder eingetrichtert. Und Leif fährt ebenfalls auf die Insel, als er von Will erfährt.

Marcus hat mir meistens eher leid getan. Er ist hin- und her gerissen zwischen der beginnenden Liebe zu Will und seiner langen Verbundenheit mit Leif, mit dem ihm ein schreckliches Geheimnis verbindet. Er zweifelt an Will, aber auch gegenüber Leif fühlt er sich nicht mehr sicher.
Und auch Will ist sich unsicher. Seit einer Infektion als Kind ist er auf einem Ohr taub. Viele seiner Mitmenschen gehen davon aus, das Will auch eher einfach gestrickt sein muss, wenn er etwas nicht sofort versteht. Mit Baz verbindet ihn eine Freundschaft, die immer wieder die Grenzen der „normalen“ Freundschaft überschreitet. Langsam kommt er aber ins Grübeln. Verdient Baz wirklich seine uneingeschränkte Zuneigung?
Baz hätte ich dagegen am liebsten angeschrien. Denn er kam für mich eher wie ein egoistischer Mistkerl rüber, der seine eigene Großmutter für eine Story verkaufen würde.

Neben der Liebesgeschichte zwischen Will und Marcus ist auch die Krimihandlung lesenswert. Zwar ist es von Anfang an klar, das Leif nichts gutes im Sinn hat, aber es ist trotzdem spannend zu lesen, wie er Marcus immer wieder manipuliert. Und was genau mit Marcus Eltern geschah und warum, das erfährt man erst am Ende.

Im Gegensatz zu den zwei anderen Büchern, die ich von der Autorin schon gelesen habe, ist das hier nicht ganz so humorvoll. Das hätte zu der Krimihandlung aber auch nicht gepasst.
Ab und zu gab es aber doch den einen oder anderen Schmunzler.

Fazit: Eine unkitschige Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern und ein altes Familiendrama.

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