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[Rezension] Helen Garner: The Spare Room

  • Originaltitel, 2008
  • Deutsche Übersetzung: Das Zimmer
  • Genre: Erzählung
  • Bewertung: 5 von 5 Sternen

Helen und Nicola sind Freundinnen. Aber Nicola hat Krebs im Endstadium und setzt ihre ganze Hoffnung in eine alternative Therapie. Deshalb fliegt sie von Sydney nach Melbourne, wo Helen lebt.
Natürlich will Helen ihrer Freundin helfen. Aber sie ist entsetzt, als sie bei der Ankunft am Flughafen erkennt, wie schwer krank Nicola inzwischen ist. Und Nicola macht es Helen nicht leicht, mit ihrem Dauergrinsen und ihrer tiefen Überzeugung, das sie bald wieder gesund werden wird.

Eigentlich hatte ich mich schon darauf eingestellt, das ich das Buch nicht lesen werde. Das Thema ist sicher heftig und ich war mir plötzlich ganz sicher, das es eine bescheuerte Idee gewesen war, dieses Buch auf englisch lesen zu wollen. Bestimmt würde ich die Hälfte nicht verstehen.

Doch nachdem ich mich erstmal aufgerafft hatte und die erste Seite gelesen hatte, waren meine Bedenken zerstreut. Denn die Sprache war auch für mich leicht zu verstehen und der Inhalt des Buches hat mich mitgerissen.
Es ist unglaublich schwer, jemanden zu pflegen, der sterbenskrank ist. Noch schwieriger ist es jedoch, wenn derjenige immer wieder darauf beharrt, das es einem bald wieder besser geht. Lieber kein Schmerzmittel nehmen, denn das könnte ja süchtig machen. Und überhaupt, die Schmerzen sind nur ein Zeichen dafür, das die neue Therapien hilft. Eine Palliativschwester? Wozu, ich werde doch bald wieder gesund.

Auf das ist Helen in keinster Weise vorbereitet. Und das, obwohl Helen durchaus Erfahrung hat. Sie hat ihre Mutter und eine ihrer Schwestern sterben sehen. Aber Nicola ist ein ganz anderer Typ Mensch. Immer fröhlich, so scheint es jedenfalls.
Helen merkt schnell, das sie hier an ihre Grenzen kommt. Und ihr Ärger wächst, ihr Ärger auf Nicola, die sie in eine solche Lage bringt. Und natürlich auch der Ärger auf das Institut, dass diese obskure Heilmethode anwendet, die nur dazu führt, es Nicola immer schlechter geht.

Da Buch ist sehr bewegend geschrieben. Theoretisch hätte ich es innerhalb weniger Stunden durchlesen können. Denn besonders umfangreich ist das Buch nicht, meine Ausgabe hat gerade mal 195 Seiten, gedruckt in großer Schrift. Aber ich musste zwischendurch immer wieder eine Pause einlegen und nachdenken.

Fazit: Großartig.

Tipp: Es gibt ein sehr interessantes Interview mit der Autorin, in wie weit sie selber ähnliche Erfahrungen gesammelt hat: *Klick!*

4 Comments

  1. Jaa, das Buch ist schon nicht ohne… Hab es vor einigen Jahren auf Deutsch gelesen und fand es ebenfalls sehr bewegend. Um solche Bücher komme ich irgendwie nicht drumrum, obwohl ich genau weiß, wie traurig sie mich machen werden…

  2. Ab und zu lese ich sowas gerne, kommt immer auf meine Stimmung an. Weiß nicht, ich bin da immer ziemlich sprunghaft.;)

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