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[Rezension] Kristof Magnusson: Das war ich nicht

  • Originaltitel, 2010
  • Genre: Erzählung
  • Leseprobe
  • Bewertung: 5 von 5 Sternen

Jasper Lüdemann ist Banker bei einer Großbank in Chicago. Für ihn zählt nur die Arbeit, die Gewinne, die er macht. Aus seiner Sicht hat er es geschafft – als Deutscher in den Staaten.
Meike Urbanski ist Übersetzerin. Angefangen hat sie mit Groschenromanen, doch inzwischen ist die Übersetzerin von Henry LaMarck. Doch aus Angst, so spießig wie ihre Freunde zu werden verlässt sie Hamburg und kauft ein heruntergekommenes Haus auf dem Land.
Der amerikanische Schriftsteller Henry LaMarck ist der dritte im Bunde, Ein gefeierter Schriftsteller, dessen neuestes Werk ein Jahrhundertwerk sein soll. Allerdings hat Henry ein Riesenproblem – eine Schreibblockade, von der niemand etwas weiß. Außerdem hat Henry Angst vor dem Alter.

Diese drei völlig unterschiedlichen Personen treffen in Das war ich nicht aufeinander. Weil Henry sein neustes Werk nicht abgibt, sitzt Meike auf dem trockenem. Fast mittellos kommt sie auf die verrückte Idee, nach Chicago zu fliegen und Henry LaMarck persönlich zu treffen.
Der ist inzwischen untergetaucht, der ganze Streß ist ihm zuviel. Da trifft er zufällig auf den jungen Jasper. Und verliebt sich in ihn.
Jasper hat davon keine Ahnung. Stattdessen trifft er auf Meike und verliebt sich in diese. Doch Meike will nichts von Jasper, sie will nur Henrys Buch.

Geschrieben ist das Buch komplett in Ich-Form, wobei aber nach jedem Kapitel aus der Sicht einer anderen Person erzählt wird. Dadurch werden manche Szenen mehrmals geschildert, aus der Sicht von unterschiedlichen Personen. Gerade das hat mir gut gefallen. Es einfach sehr amüsant zu lesen, wie unterschiedlich zwei Menschen ein und dieselbe Szene empfinden können.
Den Überblick kann man übrigens ganz gut behalten, denn am Anfang jeden Kapitels ist abgedruckt, aus wessen Sicht der folgende Abschnitt erzählt wird.

Die Sätze sind kurz und knapp. Man erfährt einiges über Börsengeschäfte. Ich hatte davor keine Ahnung davon und bin jetzt auch nicht wirklich schlauer. Aber obwohl mich das Thema kein bisschen interessiert war es trotzdem sehr flüssig zu lesen.
Manches Mal waren die Zufälle, durch die die Protagonisten immer wieder aufeinander treffen, ein bisschen zu sehr gekünstelt. Aber das hat mich nicht sonderlich gestört.

Fazit: Drei bisher fremde Menschen in Chicago, dazu halsbrecherische Finanzaktionen – das ergibt tatsächlich einen wunderbaren, satirischen Roman!

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