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[Film] Bewegte Bilder aus Griechenland & Frankreich

Auch wenn es bei mir nur sehr wenige Filme gibt – die folgenden drei habe ich mir innerhalb weniger Tage angesehen, weshalb ich die hier auch in einem Post zusammenfasse.

Zimt und Koriander (2003) ist ein griechischer Film; die Regie führte Tassos Boulmetis.

Die Story: Fanis ist ein Astrophysiker, der in Athen lebt. Als sein Großvater schwer erkrankt, erinnert er sich an seine Kindheit in Konstantinopel / Istanbul, wo sein Großvater einen Gewürzladen führte.

Die Kindheitserinnerungen werden in Rückblenden erzählt. Dabei geht es vor allem um das Kochen und seine Sandkastenfreundin. Gleichzeitig wird aber auch das griechisch-türkische Verhältnis und der Zypernkonflikt thematisiert. Der kleine Fanis versteht die Welt nicht mehr, als er seine kleine Freundin und seinen Großvater in Konstantinopel zurücklassen muss. Überhaupt hat es die Familie schwer – in der Türkei waren sie die griechischen Außenseiter, aber für Griechenland sind sie zu türkisch und ihr Dialekt stößt auf Ablehnung.

Der Film ist einfach wunderschön! Humorvoll, melancholisch, sinnlich und magisch. Kochen und Gewürze sind unglaublich wichtig – mit dem richtigen Gewürzen bekommt das Essen erst das gewisse Etwas. Die Personen sind sehr feinfühlig und liebevoll dargestellt, die Bilder wirken leicht und doch kraftvoll, die Musik passt einfach nur hervorragend. Vielleicht findet der eine oder andere den Film eher langweilig, die Geschichte plätschert eher daher. Ich finde allerdings, das ein schnelleres Tempo den Film nur zerstört hätte. So ist er etwas ganz besonderes.

8 Frauen (2002) ist ein französischer Film von François Ozon, mit einer sehr hochkarätigen Besetzung: Danielle Darrieux, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Ludivine Sagnier und Firmine Richard spielen die Rollen.

Frankreich in den 1950er Jahren: Das Weihnachtsfest steht bevor und die Familie kommt zusammen. Das Haus liegt abseits, der Schnee fällt in dicken Flocken. Da wird er Hausherr tot aufgefunden, mit einem Messer im Rücken. Die Polizei können die Frauen nicht rufen – die Leitung ist durchgeschnitten, das Auto wurde ebenfalls sabotiert. Der Mörder muss sich mitten unter ihnen befinden…

Herausgekommen ist eine bissige, rabenschwarze Komödie mit Musicaleinlagen. Schnell wird klar, das jede Frau ein Geheimnis hatte und die haben es wirklich in sich. Das fängt bei Untreue an, geht weiter über lesbische Beziehungen, Unterschlagungen, uneheliche Kinder und endet schließlich bei Mord.
Allein die Tatsache, das ein Film, in dem praktisch nur Frauen spielen, so gut funktioniert, finde ich schon genial. Und auch die einzelnen Frauen finde ich wunderbar getroffen: Die Ehefrau, die es sich ihr Leben lang an der Seite des gut verdienenden Ehemann bequem gemacht hat, ihre Schwester, das Mauerblümchen, die Schwiegermutter, die nach der Entdeckung des Mordes plötzlich wieder gehen kann, dazu kommen noch die heimliche Geliebte des Mannes, eine ehemalige Nackttänzerin…super.
Die Frauen zerfleischen sich selber in bitterbösen Dialogen. Keine lässt ein gutes Haar an der anderen und beschimpfen sich Mütter und Töchter, Schwestern untereinander, aber auch Dienstboten untereinander. Die Wendung am Ende mit der Lösung rundet das ganze perfekt ab.
Nur schade, das ich die Chansons nicht verstehen konnte, ich hätte zu gerne gewusst, worüber gesungen wird. Aber einiges kann man sich sicher von Stimmung, Tonfall und Gestik ableiten.

Das Schmuckstück (2010) ist ebenfalls ein Film von François Ozon. Und auch Catherine Deneuve ist mit von der Partie.
Sie spielt die weibliche Hauptrolle, Suzanne Pujol, die in einer französischen Kleinstadt im Jahre 1977 lebt.


Madame Pujol ist Hausfrau und Gattin eines Mannes, der eine Regenschirmfabrik leitet. Für ihren Mann ist sie nur ein Schmuckstück, das er hemmungslos betrügt. Für seine Geliebte, seine Sekträterin, hat er aber auch nicht mehr Resept. Monsieur Pujol leitet die Fabrik mit eiserner Hand, was seine Arbeiter auf die Barrikaden treibt: sie streiken.
Vor lauter Aufregeung bekommt Monsieur Pujol einen Herzanfall und nun leitet Madame die Firma – erstaunlich gut, findet nicht nur der kommunistische Bürgermeister (gespielt von Gérard Depardieu).
Mit 8 Frauen kann der Film meiner Meinung nach nicht mithalten. Zwar ist der Film auch sehr lustig und es ist einfach nur toll, Catherine Deneuve zuzusehen. Aber manchmal fand ich das ganze etwas zu albern. Vielleicht hatte ich aber nur den Eindruck, weil ich den Film kurz nach 8 Frauen angesehen habe und danach konnte jeder andere Film nur verlieren.

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