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[Rezension] T. C. Boyle: Das wilde Kind

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  • Originaltitel: Wild Child
  • Genre: Erzählung
  • Bewertung: 4 von 5 Sternen

Südfrankreich, 1797: Eher zufällig stoßen Jäger in den Wäldern auf ein völlig verdrecktes Kind. Es kann nicht sprechen, ernährt sich hauptsächlich von Nüssen und Wurzeln.
Die Jäger nehmen das Kind gefangen, doch kann es entkommen. Doch ein zweiter Versuch der Jäger gelingt und das wilde Kind wird nach Paris gebracht und in einer Taubstummenanstalt.

T.C. Boyle hat hier die Geschichte von Victor von Aveyron nacherzählt. Dabei stützt er sich zum einem auf die Fakten, fügt aber dann noch die Gefühle und Gedanken der Personen dazu.

Vor allem aber geht es darum, wo ist die Grenze zwischen Mensch und Tier? Für Victor, wie das wilde Kind genannt wird, sind die Menschen, die ihn gefangen haben, seltsame, blasse Tiere. Für die Menschen ist er dagegen eine Kuriosität, ein seltsames Objekt, das man sich mit einem leichtem Schaudern ansieht.
Die Charaktere sind eher flach und oberfächlich. Wenn man jedoch bedenkt, das auf knapp 110 Seiten die gesamte Lebensgeschichte von Victor dargestellt ist, dann verwundert das nicht.
Einen guten Eindruck bekommt man aber von dem Umgang mit psychisch Kranken im 18. Jahrhundert. Und das ist der Teil, den ich sehr beeindruckend fand.

In der Originalausgabe ist in Wild Child übrigens nicht nur die Titelgeschichte enthalten, sondern auch noch weitere Kurzgeschichten. Ob die auch übersetzt sind, kann ich nicht sagen – zumindest habe ich nichts gefunden.

Fazit: Kurz, knapp, beeindruckend.

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