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[Rezension] Ernest Hemingway: Paris – ein Fest fürs Leben

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  • Originaltitel: A Moveable Feast, 1964
  • Genre: Erinnerungen
  • Bewertung: 4 von 5 Sternen

1956 besuchte Hemingway mit seiner vierten Frau Mary das Ritz in Paris und ließ sich bei der Gelegenheit seinen alten Koffer geben, der mehr als 20 Jahre in dem Keller des Hotels gelegen hatte. Inhalt des Koffers: Tagebücher und Aufzeichnungen der 1920er Jahre. Die Zeit, in der Hemingway als Journalist in Paris für kanadische Zeitung arbeitete und mit dem Schreiben begann. Anhand dieser Notizen schrieb Hemingway dann dieses Buch, das 1964 posthum erschien.

In einzelnen Kapiteln erzählt Hemingway von dem Leben in Paris der 1920er Jahre. Er berichtet nicht von den großen Sehenswürdigkeiten, sondern von den verschiedenen Künstlern, die er dort traf: Ezra Pound, Gertrude Stein und vor allem F. Scott Fitzgerald. Die Reise, die er mit Fitzgerald unternimmt, ist sicher der Höhepunkt des Buches. Fitzgerald ist zu dem Zeitpunkt schon Alkoholiker und so ist die Mitnahme von geeigneten Getränken einer der wichtigsten Punkte. Überhaupt hat mir Hemingway mit diesem Buch Lust gemacht, mal wieder etwas von Fitzgerald zu lesen.

Ebenfalls wird natürlich Sylvia Beach mit ihrem Buchladen „Shakespeare and Company“ erwähnt. Hemingway ist arm wie eine Kirchenmaus und ist sehr dankbar, das er sich die Bücher dort auch ausleihen kann.

Neben den ganzen großen Namen einer ganzen Generation sind es vor allem die Beschreibungen, die das Buch so lesenswert machen. Man kann den Wein riechen, den Fisch, der auf dem Markt angeboten wird, man hört die keifende Stimme von Gertrude Stein. Diese so bildhafte Sprache ist einfach herrlich. Hemingway ist arm, aber im Paris jener Zeit kann er meist recht gut leben. Obwohl er die eine oder andere Mahlzeit durchaus mal ausfallen lassen muss, wenn das Geld nicht reicht.

Letztendlich bleibt es aber bei einzelnen Begebenheiten. Es ist keine zusammenhängende Biografie und viele Punkte bleiben offen. Warum haben sich Gertrude Stein und Hemingway gestritten? Und wie ging die Freundschaft mit Fitzgerald weiter – dessen Frau Zelda Hemingway nicht mochte?

Fazit: Unterm Strich bleibt ein sehr interessantes Werk von Hemingway, das aber vieles nur anreißt. Sehr farbig ist aber das Leben im Paris der damaligen Zeit dargestellt.

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