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[Rezension] Mario Ludwig: Faszination Menschenfresser

Faszination MenschenfresserErstaunliche Geschichten über die gefährlichsten Tiere der Welt.

Originaltitel, 2012
Genre: Sachbuch
Bewertung: 4 von 5 Sternen

Was haben der Problembär Bruno, Moby Dick und der Kannibale von Rotenburg gemeinsam? Na? Sie sind Menschenfresser. Der Bruno zwar nicht, aber er wäre es bestimmt noch geworden – oder?

Mario Ludwig nimmt sich dem Thema Menschenfresser an und streift dabei die unterschiedlichsten Tierarten – Tiger, Löwen, Würgeschlangen, Krokodile, Piranhas, Bären und natürlich Haie werden hier beleuchtet. Zu jedem der Menschenfresser hat Mario Ludwig verschiedenen Anekdoten gefunden.

Einige der Menschenfresser leiden eher zu unrecht unter ihrem schlechten Ruf. Piranhas sind längst nicht so gefährlich wie immer geglaubt. Und wie es dazu kam, das die Fische ihren schlechten Ruf bekamen ist schon recht seltsam. ;)
Vor allem fragt sich der Autor immer wieder, warum manche Tiere zu Menschenfressern werden und liefert auch gleich die Antworten dazu. Diese sind eigentlich recht logisch: Der Lebensraum wird knapper, die Menschen dringen immer weiter in die Gebiete der Tiere ein, Eisbären kämpfen mit dem Klimawandel.
In manchen Gegenden gab es durch Bürgerkriege so viele Leichen, das sich die Tiere an den Geschmack von Menschenfleisch gewöhnt haben.

Während die meisten Kapitel auf eher angenehme Weise gruseln und nebenbei noch ein paar Fakten über die Tiere vermitteln, wendet sich das letzte Kapitel dem Menschen zu – denjenigen, die durch welche Gründe auch immer, zu Kannibalen wurden. Und das war zumindest früher gar nicht so selten – z.b. Mumienpulver diente lange Zeit als Arznei. Nachdenklich machen vor allem die Berichte über Kannibalismus aus purer Not heraus. Bekannt dürfte da das Flugzeugunglück in den Anden 1972 sein. Noch bekannter ist aber wohl der Fall des Kannibalen von Rotenburg – wobei der Täter natürlich nicht aus äußerer Not heraus gehandelt hat.

Große Teile des Buches sind eher locker geschrieben, schwarzer Humor fehlt dabei nicht. Zwischendurch war es mir an einigen Stellen aber zu trocken. Im großen und ganzen ist das Buch natürlich sehr populärwissenschaftlich geschrieben. Ernsthafte Fachliteratur sieht anders aus. Aber für interessierte Laien, die sich gerne ein bisschen wohlig gruseln lassen, könnte das Buch interessant sein.

4sterne

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