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[Rezension] Ismail Kadare: Spiritus

Originaltitel: Spiritus, 2001
Genre: Gegenwartsliteratur

Eine Gruppe von Ausländern macht sich auf den Weg nach Albanien. Ihr Weg führt sie in die Stadt B.. Welche Greueltaten haben dort während der kommunistischen Diktatur stattgefunden? Die Einwohner wollen nicht reden, sie wollen einfach nur alles vergessen. Doch dann kommen Gerüchte auf, über ein Theaterstück, über Wanzen, einen blinden Diktator und spirititische Sitzungen – und das im kommunistischen Albanien?

Nach Chronik in Stein ist Spiritus das zweite Buch von Ismail Kadare, das ich gelesen habe. Und so sehr wie mich das Buch damals begeistert hat, so sehr hat mich dieses enttäuscht.
Der Roman ist in drei Abschnitten eingeteilt, wobei der erste und der letzte eher kurz sind und einen Rahmen um die Ereignisse in dem zweiten Teil bilden. Auch die Erzählform wechselt immer wieder. Das Buch beginnt mit der Wir-Form, doch mit dem zweiten Teil wird der Roman aus der Sicht von ganz unterschiedlichen Personen geschildert.

Die einzelnen Personen bleiben dabei sehr schwammig. Über die Ausländer am Anfang erfährt man gar nichts. Nicht woher sie kommen, für wen sie arbeiten, Alter, Geschlecht – alles bleibt ein verschwommenes „Wir“. Damit hätte ich mich noch abfinden können, aber auch bei der eigentlichen Geschichte bleiben die Personen sehr undeutlich. Da gibt es Schauspieler, ein Medium, der gleichzeitig als Übersetzer für eine Gruppe von Franzosen dient. Der Chef der Abteilung, die ihre Mitmenschen belauschen. Der langsam erblindende Diktator und dessen Frau.

Manches wirkt regelrecht absurd. Alleine schon die Überlegungen, wie man die Wanzen, die „Prinzessinnen“ genannt werden, einem passenden „Bräutigam“ zugeführt werden können, haben es in sich. Da wird in einem Theater fix die Heizung repariert, damit die Besucher ihre Mäntel an der Garderobe abgeben und während der Vorstellung werden dann die Wanzen in die Mäntel eingenäht.

Einzelne Szenen sind ziemlich sarkastisch, aber im großen und ganzen fand ich das Buch leider einfach nur extrem verwirrend. Einen roten Faden, den ich folgen konnte, gab es leider nicht – oder hab nur ich den nicht gefunden?
2sterne

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