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[Rezension] Nicholas Drayson: Kleine Tierkunde Ostafrikas

Originaltitel: A Guide to the Beasts of East Africa, 2012
Genre: Erzählung
Serie: Ostafrika #2
Leseprobe

Vier Jahre sind seit dem Jagdball in Kleine Vogelkunde Ostafrikas vergangen. Viel hat sich nicht getan in der indischen Gemeinde von Nairobi. Mr. Malik geht weiterhin in seinen Club und nimmt an den Vogelwanderungen teil. Rose Mbikwa hat er seit vier Jahren kaum gesehen – sie ist nach Schottland gezogen, um dort ihren pflegebedürftigen Vater zu pflegen. Aber immerhin, seine Tochter Petula will endlich heiraten. Und die jährliche Safari des Clubs steht bevor, diesmal wird sie von Mr. Malik organisiert. Dann passieren gleich mehrere Dinge gleichzeitig: Rose kommt zurück nach Nairobi, sein Rivale Harry Khan ebenfalls, Petula ist sich unsicher, was die Hochzeit betrifft und der Club ist plötzlich von der Schließung bedroht.

Im Prinzip ist das Buch ein Aufguss des ersten Ostafrika-Buch. Die Themen sind die gleichen geblieben – die allgegenwärtige Korruption in Kenia, die immer noch unerwiderte Liebe von Mr. Malik zu Rose, die Sorge um Tochter Petula, die skurrilen Einfälle und Wetten der Clubmitglieder. Bei den meisten anderen Büchern hätte ich das Buch wahrscheinlich deshalb auch irgendwann in die Ecke gelegt. Hier hat es mich aber kein bisschen gestört, stattdessen habe ich mich über ein wunderbares Wohlfühlbuch gefreut. Die Geschichte selber, die Gestaltung des Buches, alles wirkt so, als wenn es mit Liebe gemacht wurde.
Der Roman ist ein bisschen so, als wenn man alte Freunde besucht. Viel überraschendes gibt es nicht mehr – wenn man den ersten Band gelesen hat, dann weiß man, was für ein charmantes Schlitzohr Harry Khan ist. Man kennt die Clubmitglieder, den Gärtner Benjamin, die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Kenia. Auch der Schreibstil ist gleich geblieben – der unbekannte Erzähler wirkt auch jetzt wie ein Freund von Mr. Malik.  Liebevoll-ironisch beschreibt da der Erzähler, wie Männer dazu kommen, ihre Haare über die Glatze zu kämen. Oder wie seltsam es doch ist, das auf den Parkplätzen von Nairobi den Autos wie von Zauberhand diverse Gegenstände abhanden kommen. Nur gut, das es dort auch immer junge Männer gibt, die die Autos gegen einen klitzekleinen Obolus davor bewahren können. Und wenn eine kritische Zeitung von der Schließung bedroht ist, weil ihre Registrierungsurkunde gestohlen wurde – nun, das heißt ja nicht, das die Regierung die Urkunde gestohlen hat. Alles nur purer Zufall. ;)

Wie alles andere ist das Tempo in dem Buch ebenfalls unverändert. Selbst wenn die Zeit drängt, es bleibt immer schön beschaulich und langsam. Für ein leckeres Curry muss man sich schließlich auch Zeit nehmen. Und Tiere kann man nur beobachten, wenn man sich irgendwo still hinsetzt.

Fazit: Auch wenn es nichts neues ist – ich habe einfach schöne, gemütliche Stunden mit dem Buch verbracht.

4sterne

3 Comments

  1. Danke für die schöne Besprechung, die zwar kein literarisch hochwertiges Buch verspricht, aber angenehme Lektüre und die brauchen wir ab und an doch auch mal! Das Buch steht wie erwähnt bereits ganz oben auf der Wunschliste! :-)

  2. @Mara, viel Spaß wünsche ich dir schon mal!

    @Winterkatze, ein Satz und du hast ein Buch beschrieben, das du noch nicht kennst. ;) Nur, das es diesmal weniger Vögel und mehr grössere Tiere gibt…

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