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[Rezension] José Maria Eça de Queiroz: Das berühmte Haus Ramires

Originaltitel: A Ilustre Casa de Ramires, 1900
Genre: Klassiker

Die Ramires gehören in Portugal zu den ganz alten Familien des Landadels. Über 1000 Jahre können sie ihre Geschichte nachvollziehen und unter ihnen gab es viele Helden der portugiesischen Geschichte.
Doch nun ist das Haus ziemlich klein geworden. Es gibt nur noch Gonçalo Mendes Ramires und seine Schwester Graça. Beide sind noch recht jung, der Vater ist vor einigen Monaten verstorben.

Die Hauptperson in dem Buch ist Gonçalo. Er ist vertreibt sich seine Zeit mit dem Schreiben eine Novelle, denn wenn er damit bekannt wird, dann kann er Abgeordneter werden. Als Thema für seine Novelle hat sich Gonçalo die Heldentaten von Tructesindo Ramires vorgenommen, einen seiner Vorfahren aus dem 13. Jahrhundert. Ein weiteres Thema in dem Roman ist die Ehe seiner Schwester Graça.

Gonçalos Handlungen sind völlig unbeständig. Ständig ändert er seine Meinung. Stets betont er, wie alt die Familie ist, älter als das Königreich Portugal. Wie heldenhaft seine Vorfahren doch waren! Und wenn das nicht gewürdigt wird, dann wird Gonçalo äußerst ungehalten und ungerecht anderen gegenüber. In anderen Dingen handelt er dagegen völlig selbstlos und ohne nachzudenken. Andererseits, wenn er öfter mal zuerst denken und dann handeln würde, würde er auch nicht immer so ungerecht sein.

Manchmal fand ich ihn und seine Handlungen recht amüsant: Oh nein, ich werde nie heiraten! Oh nein, und diese Frau ist zwar sehr schön, aber sie hat doch gar keine Erziehung genossen und ihre Herkunft – nein! Oh, sie ist nun Witwe? Oh, und eine reiche Witwe? Nun, sie hat wirklich eine wunderbare Figur… ;)

Teilweise fand ich den Roman richtig gelungen. Gerade die Abschnitte über seine Bemühungen, in die Politik zu gehen, haben mir gut gefallen. Auch die Beziehung zwischen den Bruder und Schwester wurde recht schön beschrieben. Todlangweilig fand ich dagegen die Novelle. Diese wird in die Handlung des Romanes eingebettet. Immer, wenn sich Gonçalos an den Schreibtisch setzt, wird die Novelle weiter erzählt. Und die ist einfach nur langweilig. Ich fand es richtig anstrengend, in den Abschnitten den roten Faden überhaupt noch zu erkennen und nicht abzuschweifen.

Trotzdem, auch wenn ich dieses Buch nicht wirklich empfehlen kann, ich finde es schade, das die meisten Romane von José Maria Eça de Queiroz nur noch gebraucht erhältlich sind. Zumal meine Ausgabe wegen der kleinen Schrift auch recht anstrengend für meine Augen war…

Fazit: Ein portugiesischer Klassiker – teilweise etwas sperrig zu lesen. Andere Bücher des Autors haben mir besser gefallen.

3sterne

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