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[Rezension] Teresa Silberstern: The One Worth Finding

The One Worth Finding

Originaltitel, 2012
Deutsche Übersetzung: /
Genre: Erotik

Ich muss gestehen, ich habe erst überlegt, ob ich zu dem Buch überhaupt eine Rezension schreibe. Denn das Buch ist schon ziemlich speziell… ;)

SIE ist eine Domme namens Tara, 35 Jahre alt, Schriftstellerin, Witwe. Ihre sexuelle Vorliebe: Männerhintern.
ER ist ein Sub und heißt Aaron, ist 38 Jahre alt, Kinderarzt, Single. Seine Vorliebe: Eine strenge Herrin, die sich mit seinem Hinterteil beschäftigt.

Die beiden kommen zusammen, weil der Besitzer des „Fever Pitch“ eines BDSM Clubs in Seattle, sich in der Silvesternacht einen öffentliche Fisting Vorführung mit einem Heteropaar wünscht, in der zur Abwechslung mal ein Mann das (willige) Opfer ist. Da diese spezielle Vorliebe nur sehr wenige Männer antreibt, wird Aaron extra nur dafür aus L.A. nach Seattle eingeflogen. Zwischen ihm und Tara funkt es sofort.

Für mich war das der erste BDSM Roman, in dem ein Mann der unterwürfige Partner ist – Gayromance mal ausgenommen. Ich war einfach neugierig, wie die Chemie zwischen den beiden aussehen könnte, wie sich die Dynamik zwischen den Protagonisten zu all den anderen BDSM Büchern, die ich kenne, unterscheidet. Und mich hat das Buch tatsächlich auch etwas sprachlos gemacht. Denn ich habe zu keiner Zeit irgendwie auch nur eine gewisse Spannung zwischen den beiden bemerkt. Die beiden sind körperlich einfach so für den anderen geschaffen, das es schon langweilig ist. Aaron hat nicht nur ein empfindsames Hinterteil, er lechzt gerade nach immer größeren Gegenständen, die er sich von seiner Herrin einführen lässt. Außerdem bietet er auch noch einen riesengroßen und äußerst standfesten Oschi, mit dem er seiner Herrin wunderbare Freunden bereiten kann. Dafür hat sie herrlich kleine Hände, was auch immer wieder betont wird. Wahrscheinlich, damit man als Leserin bei der Fisting Szene nicht so sehr erschreckt. Aaron hätte wahrscheinlich nichts dagegen gehabt, wenn Tara riesige Pranken hätte. ;)
Ach ja, neben kleinen Händen hat Tara auch noch eine üppige Oberweite, an der sich der erschöpfte Aaron nach getaner Aktion rankuscheln darf. Eine weitere Vorliebe der beiden.

Das ganze ist dermaßen platt, das ich nur staunen konnte. Die beiden Charaktere sind auch fast vollständig auf ihre sexuellen Vorlieben beschränkt, ansonsten sind sie unglaublich farblos. Zwar gibt es auch noch das „Problem“, das Tara nach dem Tod ihres Mannes jede neue Beziehung als Betrug an ihren früheren Partner empfindet, aber auch das wird so seltsam dargestellt, das ich einfach nur mit dem Kopf schütteln konnte. Sonderlich erotisch fand ich es auch nicht, mir fehlte die Abwechslung. Es war ja immer nur eine Abwandlung der gleichen Spielart.

In gewisser Weise war das Buch wie ein Unfall – schrecklich, aber weggucken ging auch nicht. ;)

Fazit: Es mag durchaus Männer und Frauen mit diesem speziellen Fetisch geben. Warum auch nicht, Menschen stehen ja auf alles mögliche. Aber die Umsetzung war einfach eine Katastrophe.

1stern

4 Comments

  1. Das ist aber wirklich schon sehr ’speziell‘ und wäre auch nichts für mich gewesen ^^ irgendwie sollte es ja doch ein wenig erotisch bleiben, aber wie du sagst – das hört sich mehr nach Unfall an :/
    Mir hat zwar bei dem Buch von Katie Porter zu dieser Thematik auch ein bisschen was gefehlt, aber im Vergleich hierzu war es ja richtig gut und durchaus ansprechend – ich hatte da eher auf emotionaler Ebene zu kritisieren.
    Aber ich glaube, dass das Thema nicht unbedingt was für mich ist…
    Liebe Grüße, Melanie

    • Ich habe allerdings nicht aufgegeben und noch ein zweites Buch mit der Thematik gelesen (also, nicht die Popo Sache, sondern unterwürfiger Mann) und das war wesentlich besser („Natural Law“ von Joey W. Hill) – die Beziehung zwischen den beiden war besser geschildert und es war abwechslungsreicher. Ich glaube nicht, das ich zu einem Fan derartiger Bücher werde, aber vielleicht doch ab und zu mal. Allerdings werde ich sie in Zukunft noch viel genauer auswählen.

  2. hehehe, danke für die amüsant verfasste Rezi! :) Ich kann femdom ja gaaar nicht leiden, bdsm ist sowieso für mich ein hit and miss, aber femdom geht gar nicht. Ich habe bislang zwei Bücher aus dem Bereich tatsächlich zuende gelesen: (G)Aggie und Jace (Hot Ticket) von Olivia Cunning und ich kann die Olle (also Aggie) einfach nicht leiden. Dann noch Holding The Cards von Joey W. Hill, das war nicht ganz so krass wenn ich mich recht erinnere, (ich glaube das war auch schon mal auf deiner Leseliste oder?), aber dolle wars mMn auch nicht, obwohl das Buch viele positive Rezensionen bekam. Liegt wohl sicher an mir. Ich schließe mich Melanie da an, das Thema ist einfach auch nichts für mich und ich lasse in Zukunft schön die Finger davon ;)

    • „Holding the Cards“ habe ich kurz angelesen, hat mir aber nicht gefallen. Ich habe aber nach diesem Unfall hier den zweiten Teil „Natural Law“ angelesen und das hat mir durchaus gefallen. Joey W. Hill kann einfach schreiben – im Gegensatz zu der Silberstern.
      Ich werde wohl auch kein absoluter Fan von Femdom, aber vielleicht lese ich solche Bücher doch mal ab und zu – der Abwechslung halber. ;)

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