comments 29

[Film] Much Ado About Nothing (2012)

Joss Whedon macht einen auf Shakespeare? Das konnte nur ein genialer Film werden – oder ein völliger Reinfall. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich schon mal sagen: Der Film ist genial geworden.
Much Ado About Nothing ist eine der bekanntesten Komödien von William Shakespeare, auf deutsch ist sie unter dem Titel „Viel Lärm um Nichts“ bekannt.

much ado about nothing

Hero (Jillian Morgese) & Beatrice (Amy Wacker)

Kurz zur Story: Claudio und Benedict kehren erfolgreich von einem Feldzug in das Haus des Gouverneurs von Messina, Leonato, ein. Sie haben auf der Seite von Don Pedro gegen dessen Stiefbruder Don Juan gekämpft. Claudio versucht die Tochter von Leonato, Hero, für sich zu gewinnen. Benedict wiederum liefert sich bissige Wortgefechte mit Beatrice, Heros Cousine. Von der Ehe halten beide gar nichts.

much ado about nothing

Partytime…

Als Zeitvertreib versuchen die Gäste um Leonato herum Beatrice und Benedict zu verkuppeln. Außerdem schmiedet Don Juan, der seine Niederlage noch nicht fassen kann, neue Intrigen.

much ado about nothing

Claudio (Fran Kranz)

Joss Whedon hat die Komödie in die Gegenwart versetzt, dabei aber in schwarz-weiß gedreht und auch die Dialoge wurden zum Original hin kaum verändert. Heraus gekommen ist ein richtig cooler Mix aus alt und neu. Untermalt mit passender Musik und fabelhaften Bildern: Schöne Menschen tanzen und trinken sich durch die Film, feiern, was das Zeug hält, intrigieren, trinken noch mehr, liefern sich bissige Dialoge in elisabethanischen Englisch und hatte ich schon erwähnt, das der Alkohol in Strömen fließt? ;)

much ado about nothing

Beatrice (Amy Wacker) lauscht

Der Film ist übrigens eine Low Budget Produktion. Gedreht wurde innerhalb von 12 Tagen und als Drehort benutze Joss Whedon sein eigenes Haus (das übrigens richtig schön ist!).

Die meisten der Darsteller haben in früheren Jahren schon für Joss Whedon gearbeitet. Besonders gut fand ich die Darstellung von Beatrice (Amy Wacker) und Benedict (Alex Denisof). Bei beiden hatte ich das Gefühl, das sie richtig Spaß daran hatten, sich gegenseitig förmlich zu zerfetzen.

much ado about nothing

Verges (Tom Lenk) & Dogbell (Nathan Fillion)

Claudio (Fran Kranz) war mir dagegen zu sehr Milchbubi. Wobei das aber auch zu der Rolle des jungen, ungestümen Claudio passte. Riesige Lacher hat mir übrigens Nathan Fillion beschert, der in einer kleinen Nebenrolle einen der tumben Ordnungshüter spielt.

Der Film ist nur auf englisch erhältlich, es gibt auch keine deutschen Untertitel. In das gestelzt klingende Englisch musste ich mich erst etwas einhören, allerdings hatte ich auch den Vorteil, das ich das Stück schon gelesen, auf der Bühne gesehen und auch die Verfilmung von Kenneth Branagh aus dem Jahre 1993 mehrmals gesehen habe. Ich mag das Stück halt. *gg*

29 Comments

  1. We kann es nur passieren, dass der Film seit Herbst letzten Jahres bei mir ungesehen liegt. Dabei musste er doch unbedingt sofort hierher. Ich mag ja auch Kenneth Branaghs Version.,Jetzt wird es aber wirklich mal Zeit…

    • *kicher* Ich habe den Film sogar extra bei Amazon.uk gekauft, weil er in Deutschland noch nicht erhältlich war. Und dann lag er rum. ;)

      • Lach, wir sind uns in manchen Dingen sehr ähnlich, so ist es nämlich auch bei mir gelaufen. Nur dass ich ihn noch das erste Mal schauen darf.

  2. Ach, den Film habe ich auch schon so lange im Hinterkopf – schön, dass du ihn empfehlen kannst! :)

    @Natira: Oh, du hast ihn auf DVD? *plinker*

    • @winterkatze
      Wir hatte über ihn vor meinem Besuch letztes Jahr bei Euch sogar gesprochen. Ich glaube, ich hatte nur vergessen, die DVD mitzubringen…

      • Mein Erinnerungsvermögen reicht auch nur noch von jetzt bis gleich. ;) Schade, dass wir den Film nicht gemeinsam sehen konnten – ich bin mir sicher, der hätte uns allen dreien Spaß gemacht.

      • Och, das ist ein schöner Film, um anschließend mit anderen noch darüber zu plaudern! Schade, das ich niemanden dafür gewinnen konnte…

    • Der Film kam nie groß in die Kinos – leider, ich hätte ihn zu gerne auf großer Leinwand gesehen. *seufz*

  3. Nach meiner kleinen Tour nach Stralsund hoffe ich, endlich Zeit und Ruhe für diesen Film zu haben. Hätte den Vorteil, dass ich ihn dann zusammen mit den Christie-Leihgaben der @Winterkatze schicken könnte …

  4. Hm.
    Ich habe gerade den Film zu Ende gesehen und so sehr ich Joss Whedon schätze und die von ihm engagierten Schauspieler liebe, funktioniert diese Umsetzung des Stoffes für mich nicht vollständig. Also der Look ist cool, die musikalische Umsetzung zweier Shakespeare-Texte ist wunderschön (*summt sigh no more*), Amy Acker fand ich fantastisch und ebenso Fran Kranz – und in vielen Szenen lief in meinen Augen auch Alexis Denisof zu Hochform auf. Auf der anderen Seite funktionierte für mich der Transport des Stückes in das 21. Jahrhundert nicht, weil die gesellschaftlichen Konventionen sich heute so stark von den damaligen unterscheiden. Da half auch nicht die erste Szene, auch wenn ich den Ansatz nachvollziehen kann. Und manchmal dachte ich, dass dem Look einer Filmszene zu große Bedeutung beigemessen wurde (Pool – sah großartig aus, tolles Setting, aber vom Party- bzw. Werbegeschehen so weit entfernt, dass ich überlegte, was Claudio dort überhaupt machte). Und mir fehlte auch, hm, „Leben“ – letzteres hängt vielleicht auch mit der (wirklich sonst großartigem) Schwarz-Weiß-Umsetzung zusammen. Für mich: eine interessante Umsetzung, aber nicht mein Favorit.

    • Schade, das dir der Film nicht ganz so gut gefallen hat. Bei der Szene im Pool habe ich aber auch etwas gestutzt – ich meine, es sah toll aus, keine Frage, aber für einen Moment habe ich mich schon gefragt, was das eigentlich soll. ;)

      So ein Stück in die heutige Zeit zu versetzen ist ja immer schwierig. Mich hat es nicht so sehr gestört, das die Konventionen so anders waren. Genauso könnte man sich ja auch schon am Anfang fragen, aus was für einen Kampf die Männer da eigentlich zurückkehren. Kriege und Schlachten laufen heute schließlich auch ganz anders ab als früher.

      Ich habe mir kurz danach übrigens die ältere Verfilmung mit Kenneth Brannagh angesehen und die erste Viertelstunde dachte ich immer nur „Joa, ist ja nett…aber irgendwie auch ein bisschen altbacken…“ aber dann hatte meine Hirn sich umgestellt und ich konnte diese Version genießen.^^

  5. Ich kenne und mag die Branagh-Version sehr und hatte gehofft, dass die Whedon-Umsetzung bei mir zumindest auf der gleichen Stufen landet. Kriege werden leider weiter geführt, wenn auch anders, wie Du sagst. Aber das Drama zum Schluss macht heute so keinen Sinn mehr, jedenfalls nicht in dem Whedon-Setting, selbst wenn man annimmt, dass es sich um Industriemagnaten o.ä. handelt. Ich denke mal kurz „laut“: Eine öffentl. Bloßstellung z.B. eines Magnaten wäre sicher weniger förderlich für seine Geschäfte, nur ist die Jungfräulichkeit der Tochter heutzutage nicht gerade der Aufhänger – vielleicht aber ein anderer angeblicher Verrat durch die Tochter. Dann aber hätte man sich vom Text lösen müssen…

    • Es stimmt sicher, wenn du schreibst, dass das Drama am Ende heutzutage keinen Sinn mehr macht. Ich fand es trotzdem nicht störend – vielleicht habe ich mich mehr in die coole Optik verliebt als es zunächst gedacht.

      Ich bin mir nicht sicher,ob mir der Film noch gefallen hätte, wenn er sich vom Text gelöst hätte. Denn gerade das Zusammenspiel aus altem Text und moderner Umgebung fand ich so faszinierend – obwohl es eigentlich nicht passt…

  6. Ich hingegen war mit Alex Denisof nicht glücklich, der für mich einfach als Benedict nicht passte – ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass gleich Angel durch die Tür kommen müsste, wenn ich ihn sah. Während ich Amy Wacker ganz bezaubernd fand als Beatrice.

    Die Umsetzung hatte durchaus ihren Reiz (und so ein hübsches Haus! :D), allerdings hatte ich zum Teil (und ich habe eigentlich überhaupt kein Ohr dafür) etwas Probleme mit Shakespeares Englisch und den Akzenten einiger Schauspieler. Das Problem am Ende – die Entehrung der Tochter – finde ich gar nicht so unzeitgemäß. Man muss nur mal ein bisschen über die – nicht mal europäischen – Grenzen schauen und findet noch genügend Kulturen, in denen das Thema ist. Außerdem könnte man es ja auch so interpretieren, dass es weniger um die Entjungferung der Dame geht als um den Betrug an Claudio an sich.

    • Ich hab so wenig Angel geguckt, ich musste Alex Denisof erstmal googeln. ;-)

      Und bei den Akzenten ist mir auch nichts aufgefallen. Ich lese zwar viel auf englisch, aber hören… so gut wie nie.

      • Für mich ist der so mit der Serie verknüpft, dass ich da wirklich ein Problem hatte. :D

        Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich das überhaupt raushören würde, aber es ist mir aufgefallen.

  7. Obwohl ich Alexis Denisof auch hauptsächlich aus Angel kenne (aber natürlich auch aus Buffy u. daneben auch noch aus Dollhouse, überraschenderweise alles Joss-Whedon-Schöpfungen), ging es mir nicht so wie Dir, Winterkatze. :D Ich finde, er hat in diesem Film eine ganz schöne Bandbreite gezeigt, auch wenn er mich nicht immer überzeugen konnte. :)

    Ich habe auch versucht, das Geschehen z.B. mit europäischen Regionen in Verbindung zu bringen, aber es gelang mir nicht – einmal (hier hätte ich die Jungfräulichkeit unterbringen können) gelang es mir nicht, im Film über den Cast (Typ) incl. Outfit, der ganzen Trinkerei und der Eingangsszene „hinwegzusehen“ und darüber, wie die Geschichte aufgelöst wird. Bei dem anderen Versuch wäre soweit alles irgendwie passend gewesen – aber dann hakte es an der Jungfräulichkeit als Aufhänger von Claudios Tirade – denn ich glaube, wie schon gesagt, dass dieser in der modernen Zeit nicht mehr diese Bedeutung beigemessen wird.

    Was die generelle Illoyalität angeht, so ist für mich die Tirade so sehr mit der nächtlichen Beobachtung verbunden, dass ich mich schwer tue, sie nicht als einzigen Vorwurf anzusehen. Hm, Claudio ist jähzornig und cholerisch und nimmt dabei auch sofort das Schlechteste an (wie auch seine sofortige Reaktion auf Don Johns Einflüsterungen während des Balls zeigt). Und er hatte Zeit, sich bis zum Morgen in die Sache hineinzusteigern. Allerdings beziehen auch Leonato und alle anderen Beteiligten die Tirade nur darauf, dass Hero mit einem anderen Mann geschlafen hätte. Wie schon gesagt, ich tue mich da etwas schwer. ;) … Übrigens frage ich mich schon länger, was Shakespeare veranlasst hat, Claudio hier Don Pedro unterstützend zur Seite zu stellen, von dem man erwarten durfte (denke ich), dass er die Angelegenheit durchdenkt – insbesondere in Kenntnis des Charakters seines Bruders. ;)

    • Aber, aber! Selbstverständlich sind die Herren alle so unfassbar begehrenswert – aufgrund ihres Standes, ihres Geistes, ihrer Bildung und ihres Äußeren -, dass sie ständig davon ausgehen müssen, dass eine Frau jederzeit bereit wäre zu lügen und zu betrügen, um einen von ihnen zu angeln. ;) Außerdem trägt der Bruder zwar die Angelegenheit an den Don Pedro heran, aber nicht er bezeugt das Gesehene, sondern zwei – fast neutral wirkende *hüstel* – Personen. Uuund dazu kommt ja noch, dass die beiden eifernden Herren sich ja selber davon überzeugen konnten, dass eine Dame hinter jenem besagten Fenster ein Techtelmechtel hatte. :D Ich verstehe am wenigsten, dass Hero bereit ist, Claudio noch zu heiraten … ;)

      • DAS ist der Punkt, der mich auch immer gewundert hat – warum will Hero den Kerl noch heiraten, der sie vorher als Betrügerin vor der ganzen Familie bloßgestellt hat?

      • *murmelt was von Wahl haben in den nicht existenten Bart* ;)

        Und Hero hatte sich bereit erklärt, auch Beatrice zu einem „guten Ehemann“ zu verhelfen … Da bleibt die Frage, wie glücklich beide Ehen wohl wurden…

      • Wahrscheinlich ganz gut, das es mit den Hochzeiten das Stück zu Ende ist. ;)

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s