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[Rezension] Stefano Benni: Es gibt keine schlechten Menschen, sagte der Bär, wenn sie gut zubereitet sind / Die letzte Träne

Dieses ebook wurde mir durch einen Fehler beschert (deshalb gibt es auch kein Foto vom Cover…). Denn offiziell gibt es das ganze nur als Buch. Spaß hatte ich trotzdem!

Das Buch besteht aus 27 Kurzgeschichten, die meisten sind ein paar Seiten lang. Eine Familie, die den Papa bei einem Fernsehauftritt bewundert. Ein Geldautomat mit eigenen Gesetzen. Ein Buchhandlung mit gefährlichen Büchern. Ein Mann und eine Frau, die sich auf einer Brücke zum wiederholten Male begegnen. Klingt auf dem ersten Blick alles harmlos, aber die Geschichten sind eine bitterböse Satire auf die heutige Gesellschaft: In der Schule versagt ein Junge in der Literaturstunde, weil er lieber liest, als Fernsehen zu sehen. Tierbücher nützen nun mal nichts, wenn man keine Ahnung von Fernsehliteratur hat!

Manche der Kurzgeschichten sind eher kleine Fabeln, andere sind äußerst makaber. Es gibt zarte kleine Liebesgeschichten, knallharte Mediensatire, aber auch und vor allem bittere Satiren auf die heutige Gesellschaft. Natürlich sind die Geschichten überzogen, aber oft steckt ein Quentchen Wahrheit darin. Die meisten der Geschichten sind ein Appell an die Phantasie und vor allem daran, nicht alles kritiklos hinzunehmen, sondern sich eigene Gedanken zu machen und diese auch umzusetzen. Belehrend sind sie aber dabei kein bisschen, sondern bieten trotzdem wunderbare Unterhaltung, auch wenn mir manchmal das Lachen im Halse steckenblieb…

Fazit: Grotesker, rabenschwarzer und bitterböse Humor – aber unbedingt eine Leseempfehlung!

Originaltitel: L’ultima lacrima, 1994
Genre: Satire
Bewertung: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
Verlag: Lübbe
Umfang: 255 Seiten
Info: Die deutsche Übersetzung erschien unter zwei verschiedenen Titeln:
Die letzte Träne (HC) und
Es gibt keine schlechten Menschen, sagte der Bär, wenn sie gut zubereitet sind (TB).

4 Comments

  1. Ich glaube ja, dass gerade die harmlosen und kleinen Momente so viel mehr Potential für gute Geschichten bieten als die großen Ereignisse. ;) Toll, dass dir dieser „Fehlgriff“ so gut gefallen hat – ich behalte den Titel mal im Hinterkopf. :)

    • Eigentlich müsste ich mich direkt beim Verlag bedanken, denn der Autor war mir vorher überhaupt kein Begriff. ;)
      Die meisten Geschichten waren nur auf dem ersten Blick harmlos – spätestens das Ende war dann eine böse Überraschung.

      • Wer weiß, vielleicht bekommst du auf eine „Vielen Dank, dass Sie so schlampig gearbeitet und die falsche Datei veröffentlicht haben“-Mail eher eine Reaktion. :D

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