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[Rezension] Arto Paasilinna: Die Giftköchin

Linnea Ravaska ist eine gepflegte ältere Dame, Witwe eines finnischen Offiziers. Doch mit ihrer Verwandschaft hat sie Pech. Nachdem ihr verlotterter Neffe sie schon um fast das ganze Vermögen gebracht hat, taucht dieser Musterknabe einmal im Monat bei ihr auf, lässt sich voll laufen, randaliert und kassiert ihre Rente. Diesmal kommt er sogar mit zwei Freunden und die drei jungen Männer gehen ihren üblichen Vergnügungen nach. Doch Linnea die Nase voll und sie wehrt sich.
die giftköchin

„Gift: Stoff, der, wenn er in die Säftebahn eines Menschen oder Tieres gelangt, schon in kleiner Menge die Tätigkeit einzelner Organe schädigt und dadurch krankhafte Zustände oder den Tod verursacht.“

Von der ersten Seite an sprudelt das Buch nur so über von Zynismus und Sarkasmus. Gleichzeitig hat es mir aber auch Spaß gemacht, den absurden Wendungen zu folgen und den Kampf zwischen den beiden Parteien zu verfolgen. Herrlich ist es, den verworrenen Gedanken der Männer zu folgen. Denn, Mord ist keine feine Sache. Darin sind sie sich einig. Und Mord wird streng bestraft. Obwohl, eigentlich ist es doch ungerecht. Denn wenn man einen alten oder kranken Menschen ermordet, dann ist das doch nicht so schlimm. Blöd, das die Politiker, die die Gesetzte erlassen, auch immer nur alte Säcke sind – so werden sich solche Ungerechtigkeiten nie ändern. ;)

Aber auch bei Linnea hatte ich Vergnügen. Ist sie nun eine nette alte Dame, die einfach nur Pech hatte und die eigentlich nur in Notwehr handelt? Oder doch eine ausgefuchste alte Frau, die ihre nervige Verwandschaft aus dem Weg räumt?

„Zuerst endet das
Urteilsvermögen,
dann der Schnaps.“

Das Buch ist ein typischer Paasilinna, mit rabenschwarzen, bitterbösen Humor. Die Finnen in dem Buch sind entweder Säufer oder Idioten. Oder beides. Gleichzeitig war mir das Buch aber auch oft zu übertrieben. Jede Seite trieft nur so von Sarkasmus und Zynismus und manchmal hätte ich mir etwas weniger davon gewünscht. Andererseits ist gerade dieses extreme Übertreiben charakteristisch für den Schreibstil von Paasilinna. Trotzdem hat mir das Buch wieder besser gefallen als Vom Himmel in die Traufe. Wahrscheinlich darf ich nur alle paar Jahre einen Paasillinna lesen. ;)

Originaltitel: Suloinen Myrkynkeittäjä, 1988
Genre: Krimi
Verlag: Bastei Lübbe
Umfang: ca. 211 Seiten

2 Comments

  1. Ich habe meinen letzten Paasilinna vor einigen Jahren gelesen; irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf seine Art Humor. Viell. kann man ihn als Nichtfinne wirklich nur mit entsprechend zeitlichen Abstand genießen. ;)

    • Ich habe früher seine Bücher auch sehr gerne gelesen, dann erging es mir irgendwann so wie dir und ich habe die Lust an seinen Humor verloren.

      Erst durch eine Urlaub in Finnland bin ich habe ich wieder auf Paasillina gestoßen. :-)

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