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[Rezension] Kristan Higgins: The Next Best Thing

Kristan Higgins scheint ihre Liebesromane nach einer bestimmten Checkliste zu schreiben. Folgende Punkte tauchen einfach immer wieder auf – auch in diesem Buch ist das nicht anders:

  • Kleinstadt in Neuengland – Check
  • Heldin um die 30 – Check
  • Sie sehnt sich nach einem Ehemann und Kindern – Check
  • Ihre Verwandschaft ist mehr oder weniger durchgeknallt – Check
  • Ein Held, der scheinbar völlig durchschnittlich ist – Check
  • Einer der beiden hat einen Hund – Check Haha, diesmal nicht! Stattdessen gibts ne Katze. ;)

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Auf jeden Fall wiederholen sich die Geschichten immer wieder. So sehr, das ich nach den ersten Sätzen von The Next Best Thing das Gefühl hatte, das ich es schon mal gelesen hatte. Sicher bin ich mir da auch jetzt nicht. Aber schließlich dachte ich mir, das es doch einfach egal ist. Schließlich hatte ich Lust auf einen netten Liebesroman und das bieten die Bücher von Higgins. Meistens. Vielleicht hatte ich dieses Déjà-vu aber auch nur, weil das Buch der zweite Teil einer Serie ist und den ersten habe ich auf jeden Fall gelesen!

Die Heldin ist diesmal eine Witwe names Lucy. Die hatte einen wundervollen Ehemann, der aber leider nur wenige Monate nach der Hochzeit starb. Jetzt ist sie 30 und ihre jüngere Schwester hat gerade ein Baby bekommen. Lucy beschließt, das sie das auch will – ein Baby, einen Ehemann. Bevor sie sich auf die Suche nach Mr. Right machen kann, muss sie jedoch noch die Sache mit Ethan beenden. Der ist ihr Schwager, ihr bester Freund und seit einiger Zeit schlafen die beiden auch miteinander, nur so aus Freundschaft.

Lucy ist irgendwie typisch für Kristan Higgins. Der Typ liebes und nettes Mädel, das nicht erkennt, das das beste schon direkt vor ihrer Nase liegt. Garniert wird das ganze mit ihrer schrägen Familie, die fast nur aus Frauen besteht. Ihre Familie scheint nämlich unter einem unheimlich Fluch zu leiden – die Frauen werden allesamt früh zu Witwen. Ehrlich gesagt fand ich es nicht wirklich einleuchtend, das niemand von ihnen nach dem Tod wieder einen neue Beziehung eingeht. Noch merkwürdiger fand ich, das niemand von ihnen Lucys Wunsch nachvollziehen kann. Sehr übertrieben fand ich ihre jüngere Schwester, die alle in den Wahnsinn treibt. Die hat nämlich panische Angst davor, das sie ebenfalls früh zur Witwe wird, was dazu führt, das ihr Mann seinen täglich Sport unter ihrer Aufsicht mit einer Stoppuhr in der Hand treiben muss. Ihre Mutter und Tanten finden das ganz schön schlau und bestärken sie auch noch darin.

Ethan ist dagegen so schrecklich gut, das er mir schon fast Zahnschmerzen bereitet. Er ist ein toller Vater, erträgt Lucys Launen, bezirzt ihre Tanten, sieht natürlich auch noch gut aus. So perfekt, das er dabei ziemlich blass wirkte. Oder wie ein Fußabtreter, der alle Macken von Lucy über sich ergehen lässt.

Insgesamt ist es ein nettes Buch für einen verregneten Sonntagnachmittag, aber man sollte die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen. Und gerade bei Frau Higgins empfehle ich, ihre Bücher nur wohldosiert zu sich zu nehmen. ;)

Originaltitel,  2007
Genre: Liebesroman
Serie: Gideon’s Cove #2
Umfang: 393 Seiten
Verlag: Hqn
Deutsche Übersetzung: Lucy kriegt’s gebacken

4 Comments

  1. Den Fang des Tages hatte ich von der Autorin auch gelesen (und fand Malone zwar sehr sympathisch, konnte aber all die Begeisterung ob dieser Beziehung in diversen Rezensionen nicht ganz nachvollziehen) und mit einigem Abstand gab es dann noch ein Buch von Kristan Higgins für mich (dessen Titel ich jetzt schon nicht mehr weiß) – und damit war es das dann für mich mit der Autorin.

    Einmal war die Geschichte nett zu lesen, aber beim zweiten Mal war ich schon genervt von dem ähnlichen Aufbau – es gab einfach zu wenig Unterschiede, als dass ich damit hätte leben können. Und wenn ich deine Rezension so lese, dann denke ich, dass meine Entscheidung richtig war. Ich verstehe, was man daran nett und unterhaltsam findet, aber etwas mehr Abwechslung und etwas kantigere männliche Protagonisten fände ich dann doch schön.

    • „Too Good to be True“ hat mir sehr gefallen – war allerdings auch das erste ihrer Bücher, das ich gelesen habe.

      Ich finde ihre Bücher ja auch wirklich nett, locker-flockig, aber im Prinzip sind es nur Variationen von ein und derselben Story. Wobei ich nicht mal ausschließen will, das ich nie wieder eines ihrer Bücher lesen werde – vielleicht habe ich in ein paar Jahren wieder Lust auf was unkompliziertes, einfaches. Oder wenn ich wieder mal eine Grippe habe, da ist sowas leichtes auch ideal. ;)

      • Ich finde einfach, dass es andere Autoren gibt, die ebenso leicht und locker und amüsant schreiben – und deren Romane zwar auch etwas vorhersehbar, aber trotzdem abwechslungsreicher sind. ;) Auf die würde ich eher in Gippezeiten zurückgreifen.

      • Oh, es gibt bestimmt andere, bessere Autoren. Aber ich habe von Kristan Higgins in einem Anfall von Wahnsinn mehrere ebooks gekauft (also, nicht jetzt, sondern vor ein paar Jahren) und so werde ich wohl noch mehr lesen. Bis irgendwann der Ärger dann doch überwiegt.

        Ich finde allerdings gerade in der Ecke Contemporary Romance gibt es unendlich viel Mist. Und ich muss der Autorin zu gute halten, das ihre Helden meistens stinknormale Berufe haben – auf diese ganzen Sportler und Musiker reagiere ich eher allergisch. ;)

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