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[Rezension] Jules Verne: In 80 Tagen um die Welt

Nachdem ich In 72 Tagen um die Welt gelesen hatte, hatte ich Lust auf das Original. Zum Glück gab es das Hörbuch vor längerer Zeit mal kostenlos bei Audible und so habe ich es endlich gehört.

in 80 tagen um die welt

Phileas Fogg ist ein englischer Gentleman, der extrem großen Wert auf Pünktlichkeit legt. Sein Leben läuft nach einem genau vorher gesehenen Zeitplan, der durch nichts gestört werden darf. Seine einzige Leidenschaft ist Whist, das er täglich in seinem Club spielt. Eines Abends wettet er gegen andere Mitglieder des Reform Clubs, das er es schafft, die Erde in 80 Tagen zu umrunden. 20000 Pfund wettet er, ein Vermögen. Die Reise beginnt noch am gleichen Abend. Seinem neuen Diener Passepartout versetzt das in Angst und Schrecken, hatte der sich doch auf ein ruhiges Leben eingerichtet. Fast gleichzeitig wird die Bank von England ausgeraubt und der Detektiv Fix ist sich sicher, das Fogg der gesuchte Verbrecher ist und folgt ihm.

Weltreisen sind ein faszinierendes Thema. So wurde das Buch auch X-mal verfilmt, es gibt Theaterstücke, diverse Hörspiele, Spiele, etc. Ich kenne drei der Filme und mag sie alle drei. Aber das Original? Ganz ehrlich – ich fands langweilig.

Selten fand ich eine Figur so bescheuert wie Fogg. Das man wegen einer Wette schnell um die Welt hetzt – ok. Aber dieses steife, dieses ständige Whistspielerei – selten so gelangweilt. Außerdem muss er sich fast nie mit Mut oder Ideenreichtum bewähren – es reicht, wenn er seinen Geldkoffer zückt. Alle Probleme lassen sich mit Geld lösen, so scheint es zumindest. Die Figur von Passepartout dagegen fand ich wesentlich interessanter. Leider, leider wurde genau diese Figur vom Sprecher schrecklich interpretiert, in einem Tonfall, bei dem sich meine Zehennägel aufrollten. :(

Das interessante an dem Buch ist meiner Meinung nach nicht unbedingt die Geschichte selber, sondern der Gedanke, wie das Buch früher auf die Menschen gewirkt haben muss. Für Menschen, die ihr Leben lang an einem Ort blieben, für die eine Fahrt mit der Eisenbahn schon ein Abenteuer war, muss der Gedanke an eine solche Reise unglaublich gewesen sein. Und das alles macht der Fortschritt, ein wundersame Sache, die doch nur positive Eigenschaften haben konnte, oder?

Originaltitel: Le Tour du monde en quatre-vingts jours, 1873
Genre: Klassiker
Umfang: 7 Stunden, 55 Minuten
Verlag: Audible GmbH
Sprecher: Reinhard Kuhnert
ungekürztes Hörbuch

6 Comments

  1. Oh, schade, dass es dir nicht so gefallen hat.
    Ich wollte das Buch auch gerne noch lesen und werde es auch noch tun. Ich bin mal gespannt, ob ich hinterher ähnlich denke wie du.
    Da ich aber eher beim Buch bleibe, kann ich zumindest nicht vom Sprecher enttäuscht sein.^^

    • Mit dem Sprecher ist es irgendwie merkwürdig. Über weite Strecken fand ich die Interpretation wirklich ok, aber bei Passepartout… brrr.

  2. Ich wollte das Buch eigentlich letztes Jahr lesen aber ich kam nicht dazu. Dafür habe ich nun einen kleinen Mr. Fogg neben mir liegen 😀

  3. Schade, dass dir der Roman nicht gefallen hat. Ich weiß nicht, ob ich ihn jetzt noch mögen würde – als Jugendliche fand ich ihn super und habe ihn verschlungen, wie so vieles von Jules Verne.

    • Als Jugendliche habe ich auch das eine oder andere Buch von Verne gelesen und da mochte ich sie durchaus. Vielleicht eines der Bücher, die man lieber nicht nochmal lesen sollte?

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