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Wie sich Dinge ändern.

Früher habe ich nie verstanden, wenn Menschen früher aufgestanden sind, um in Ruhe noch ein paar Seiten. Die müssen verrückt sein! dachte ich insgeheim.

Früher habe ich nämlich überwiegend Schichtdienst gemacht. Früh, Spät, Nacht, alles war dabei. Wenn ein Abendmensch wie ich um 6 bei der Arbeit sein muss, dann reicht die Zeit wirklich nicht, um noch zu lesen. Weil Abendmensch, habe ich viel Spätschicht gearbeitet. Da hatte ich nach der Arbeit viel Zeit zum lesen. Soziale Kontakte gab es natürlich auch, aber dann doch eher an freien Tagen. Für Nichtschichtmenschen war nämlich fast schon Bettgehzeit, wenn ich Feierabend hatte.

Seit letzem Jahr ist alles anders geworden. Ich arbeite auch noch Schicht, aber sehr viel weniger. Viel weniger. Stattdessen arbeite ich nun meistens zu den üblichen Bürozeiten. Ich habe mehr Wochenende frei (nein, nicht alle). So ein bisschen „Schichtdienst light“. Und ich seit einigen Wochen ertappe ich mich dabei, das ich meinen Wecker früher stelle und tatsächlich ganz entspannt ein halbes Stündchen lese. Morgens! Vor dem Frühstück! Vor dem Duschen, vor allem! Und es macht Spaß!

Erstaunlich. Und unglaublich, was man in der Zeit alles konsumieren kann. So habe ich in den letzten Wochen zunächst zu alten Krimis von Georgette Heyer gegriffen und danach die Wächterreihe von Lukianenko (die ich beim erneuten lesen leider nicht ganz so großartig fand, wie ich es im Hirn gespeichert hatte…).

13 Comments

  1. Wenn Veränderungen so positiv sind, ist es doch klasse! :D

    Ich hätte auch nie gedacht, daß ich mcih mal zu einem Frühaufsteher entwickeln werde, ich lese morgens aber wenn nur am Wochenende, in der Woche lasse ich mich lieber noch vom Radio berieseln, bis ich endgültig aufstehe ;-)

    Liebe Grüße
    Kerstin

  2. Wie schön, dass du gerade so eine feste und befriedigende Lesezeit für dich gefunden hast! So eine halbe Stunde am Tag kann sich wirklich ganz schön läppern!

    Ich habe früher morgens auch gern gelesen, aber das wieder sein gelassen, weil das dazu führte, dass ich ständig zu spät kam, weil ich nur noch eben zwei, drei Seiten lesen wollte, und dass ich mich den Tag über ständig vor anstehenden Arbeiten gedrückt habe, weil das Buch so lockte. :D Für mich funktioniert es wirklich besser, wenn ich den Großteil meiner Arbeiten schon erledigt habe, bevor ich zum Buch greife.

    • Bei mir klappt das vermutlich auch deshalb so gut, weil ich zur Arbeit außer Haus muss. Ansonsten würden mich die Bücher wohl auch wieder locken. ;)

  3. Wenn man Schichtdienst hat, ist das ja aber auch alles nochmal komplett anders. Das sehe ich ja auch bei meinem Vater. Da wundert es mich nicht, dass du da den Wecker nicht früher gestellt hast.^^

    Ich wünschte, bei mir würde das auch klappen. Ich stelle mir meinen Wecker zwar auch früher, aber nur um noch zu snoozen und mich nach dem Frühstück nochmal hinzulegen… Vielleicht sollte ich da auch mal ein Buch zwischenschieben. Die Zeit ist ja quasi schon da. :’D

    • Wenn ich jetzt mal Frühschicht habe (was meist nur noch 2, 3 im Monat vorkommt), dann verzichte ich darauf auch. Das ist mir dann doch zu früh.
      Nach dem Frühstück? Das klappt bei mir nicht, da würde ich vermutlich wieder einschlafen und erst irgendwann gegen Mittag bei der Arbeit auftauchen…

  4. Ich brauche am Morgen immer einigermaßen Zeit zum Frühstücken – und da ich beim Frühstück meistens lese, ergibt sich da also für mich auch oft schon die erste Lesezeit des Tages.
    Dass du dir dafür aber extra den Wecker früher stellst, finde ich äußerst bewundernswert. Ich habe nämlich fürchterliche Schwierigkeiten damit, am Morgen früh aus dem Bett zu kommen – was vor allem daran liegt, dass ich am Abend einfach nicht vor Mitternacht oder eher halb eins einschlafen kann. Nicht einmal, wenn ich vorher tagelang viel zu wenig Schlaf hatte und tagsüber ständig wegschlafen könnte: Am Abend werde ich munter und jede Spur von Müdigkeit ist auf einmal weg …

    • Genau das hatte ich auch immer – abends war ich hellwach. Aber im Nachhinein glaube ich, das ich doch gar nicht so der extreme Abendmensch bin, wie ich immer dachte. Vermutlich hat mir wirklich nur der gleichmäßige Lebenswandel gefehlt. Jetzt, wo ich (fast) immer zur gleichen Zeit zur Arbeit muss, gehe ich plötzlich auch abends regelmäßig vor Mitternacht ins Bett.
      Beim Frühstück lese ich auch, dann aber Nachrichten im Netz. ;)

      • Bislang hilft mir da leider auch die Regelmäßigkeit des Lehrgangs nicht. Aber vielleicht brauche ich für die Umstellung länger als ein paar Monate (vorher habe ich ja viel am Abend gearbeitet, was jetzt aber auch immer wieder mal der Fall ist).

      • Ich arbeite so seit Mai letzten Jahres. Ab und zu habe ich aber auch noch Schichtdienst dabei – neben den 2, 3 Frühdiensten auch noch ein paar Spätdienste und 2 Nächte (und die fallen mir nun richtig schwer… ein perfektes System gibt es wohl nicht).

  5. Weniger Schichtarbeit erscheint mir als jemand, der nie Schicht arbeiten musste, sehr gut. Ich glaube, ich hätte auch Probleme, mich an den wechselnden Ruhe- bzw. Schlafrhythmus zu gewöhnen.

    Gefühlt mehr Zeit für sich zu haben, ist toll. :)

    Ich war früher ein ziemlicher Langschläfer an den Wochenenden, aber das bin ich seit ein paar Jahren auch nicht mehr. Begonnen hat es damit, dass ich auch meinen Wecker früher gestellt habe, damit ich mehr von dem Tag habe, besonders wenn ich im Sommern bei meinen Eltern an der Ostsee war und ich wirklich ganz (und gern!) frühmorgens schwimmen gehen wollte. Damals habe ich für mich gelernt, dass ich dann so viel mehr von dem Tag habe. Das hat sich dann fortgesetzt. Und hinzu kommt, dass ich mein Körper inzwischen offenbar auch auf eine gewisse Uhrzeit eingestellt hat. Darauf könnte ich allerdings ab und an verzichten, wenn ich am Samstag oder Sonntag bereits um halb sieben das erste Mal die Augen öffne. ;) Leider mag mein Rücken es nicht mehr (im Gegensatz zu früher), dass ich länger lesend im Bett liege oder sitze – ein paar Seiten ist okay, aber ansonsten kann ich mich besser in meinen Lesesessel setzen und mich dort einmummeln mit einem Tee oder einem Milchkaffee bei der Hand.

    • Ich wünschte wirklich, ich würde das auch hinbekommen. Aber ich finde es nicht nur deshalb so schwer, weil ich solche Probleme damit habe, meinen Schlafrhythmus zu ändern, sondern auch, weil ich z.B. im Sommer vor Mitternacht gar nicht erst ein Fenster öffnen brauche (sonst kommt es nur heiß rein) oder manche Freundinnen relativ lang arbeiten und ich mich mit denen erst eher später am Abend treffen kann. Dazu kommt noch, dass vor Mitternacht draußen meist noch „high life“ herrscht (sowohl auf der Straße als auch im Park) und ich dann nicht einschlafen kann.
      Auf Dauer sind ja nur 6 Stunden Schlaf nicht so wirklich toll, aber ich weiß einfach nicht, was ich dagegen machen soll, wenn ich abends immer erst zu einer bestimmten Zeit müde werde/einschlafen kann – völlig egal, wann ich in der Früh aufgestanden bin. *seufz*

    • Ach, ich kann stundenland im Bett lesen – aber im Sessel oder auf der Couch klappt es bei mir leider immer nur für kurze Zeit. ;)

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