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Herbstlesen 2016 #4

Dherbstlesen-2016ieses Wochenende möchte ich mich wieder dem Herbstlesen bei Winterkatze anschließen. Letztes Wochenende hatte ich Dienst und war danach nicht in der Stimmung, um nett zu plaudern. ;)
Insgesamt gehe ich mit drei Büchern und zwei Ebooks ins Rennen um den schönsten Lesetag. Den Tag begonnen habe ich kurz nach 6 mit „Die Familie Haderlot“ von Irène Némirovsky. Ich finde es ja herrlich, morgens im Bett gemütlich zu lesen! Und dann auch noch so ein tolles Buch!

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Schauplatz ist die französische Provinz und es beginnt kurz vor dem ersten Weltkrieg. Madame Haderlot klopft sich selbstgefällig auf die Schulter: Liebevoller Ehemann, toller Sohn, eine florierende Fabrik und eine tote Schwiegermutter. Was kann man schon mehr erwarten? Ich glaube, daran merkt man schon, warum mich das Buch so begeistert – ich mag diese feinen, ironischen Seitenhiebe ungeheuerlich gerne. Interessant finde ich auch den Aufbau des Romans, der auf nur 250 Seiten den Untergang der bürgerlichen Welt schildert. Nebenher lese ich ja noch immer meine bulgarische Weltschev Trilogie und da ist es fast erholsam, wenn man sieht, das nicht alles breit ausgewälzt werden muss, sondern auch kurz und knapp erzählen kann. Die Autorin erzählt in kurzen Kapiteln einzelne Begebenheiten – der tolle Sohn heiratet eben nicht die vorgesehene reiche Erbin, sondern ein anderes Mädchen, der erste Weltkrieg bricht aus und einige Kapitel später steht die Familie fassungslos vor den Trümmern der Fabrik. Ich habe übrigens erst knapp 100 Seiten gelesen. ;)

Nach einer ersten gemütlichen Lesestunde bin ich einmal kurz durch die Wohnung geflitzt und habe ein bisschen aufgeräumt, Waschmaschine angeworfen etc., so das ich mich nachher nur noch dem Badezimmer und die ansonsten nur noch Staubsaugen muss. Jetzt werde ich aber wohl erst noch einkaufen gehen, dann ein bisschen lesen und schließlich zum Friseur gehen.

Update 15.30 Uhr

Wenn ich eines nach dem Friseur hasse, dann sind es diese feinen, kleinen Haare, die sich trotz Umhang unter meine Kleidung verstecken. Es juckt ganz schrecklich – ich gehe gleich erst mal Duschen! Beim Friseur habe ich ein bisschen gelesen – eigentlich wollte ich „Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte“ von Rafik Schami lesen. Da erzählt er von seiner Kindheit in Damaskus und wie er zum Geschichtenerzähler wurde. Leider reizt mich das Buch so gar nicht! Ich glaube, das meine Zeit mit Herrn Schami einfach vorbei ist – früher habe ich seine Bücher so gerne gelesen, aber jetzt kann ich mich gar nicht dafür begeistern. Also habe ich stattdessen in meinem anderen Ebook, „Der große Krieg“, weiter gelesen. Ich lese ja bereits etwas länger daran (und bin jetzt bei 30%, yeah…) und finde es immer noch gut, aber es braucht einfach viel Zeit. Wobei ich jetzt trotz des Buches und diverser Karten darin gar nicht erst versuche, diverse Truppenbewegungen nachzuvollziehen.

Anschließend wollte ich eigentlich in meinem Lieblingströdelladen stöbern, aber da ist die Neueröffnung anscheinend verschoben worden. Nun gut, stattdessen bin ich dann in meinem Lieblingsbuchladen gelandet und mich dann schlicßlich für „Geister“ von Nathan Hill entschieden. Das Buch steht sowieso schon hoch auf meiner Wunschliste, nachdem ich das erste Mal davon gehört habe. ;)

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23 Comments

  1. Puh, du bist aber früh wach. So kurz nach dem Wachwerden bekomme ich meine Augen meist nicht weit genug auf, um schon zu lesen. ;D
    Immer wieder schön zu lesen, wenn andere ein so tolles Buch erwischen. (:

    • Ich hatte die letzten zwei Wochen fast nur Bürodienst oder Frühdienst, von daher ist mein Körper auf frühes Aufstehen programmiert. Mein Wecker war eigentlich auch erst viel später gestellt. ;)

  2. Während ich früher auf meinem Bett gelebt habe, mag ich inzwischen nicht einmal mehr im Bett lesen. Aber es ist schön, dass du deinen gemütlichen Start in den Tag im Bett und mit Roman so sehr genießt. „Die Familie Hardelot“ klingt schon mal gut – zum Glück kann ich das Buch nicht online vormerken, so dass er erst einmal nur auf die „irgendwann mal aus der Bibliothek ausleihen“-Liste kommt. *g*

    Ich wünsche dir noch viel Spaß mit deinen 3 Büchern und 2 eBooks und lass sich beim Friseur verwöhnen! :)

    • Friseur war herrlich – seit ich weiß, das es spezielle Nackenkissen gibt, fürchte ich mich auch nicht mehr vor dem Haare waschen. ;)
      Was ich auch noch als sehr gut in Erinnerung habe, das ist „Der Ball“ – ein sehr kurzes Buch, 100 Seiten oder so?
      Ich liebe es, im Bett zu lesen! Morgens, Abends, egal, Hauptsache, ich darf lesen. Aber am Tag ist mein Lesesessel auch sehr nett.

      • Ich habe es ja früher geliebt, wenn mir die Kopfhaut beim Haarewaschen so richtig schön massiert wurde. Sehr erholsam! Diese kleinen Haare sind aber wirklich nervig (die hat man aber nicht, wenn man einen radikalen Schnitt vornehmen lässt :D).

        Den Titel gibt es auch in der Bibliothek, ebenfalls gerade nicht online vorbestellbar. Ich bin nicht böse drum, meine „Heizungsbibliothek“ zählt immer noch 11 ungelesene Titel …

        Das habe ich früher auch gemacht – und mich dann immer gewundert, wenn mich meine Besucher fragten, ob sie mich geweckt hätten -, aber inzwischen finde ich es nicht mehr so gemütlich. Da geht es mir wie Natira, irgendwann tut der Rücken weh oder ähnliches. Mein Mann schläft hingegen auch problemlos, wenn ich Licht anhabe. Der würde mich daran nicht hindern. :)

      • Ich habe ja kurze Haare, wenn ich jetzt noch einen radikalen Schnitt will, dann habe ich gar keine mehr. ;)
        Ja, ich fand die Kopfmassage auch immer genial, aber seit einigen Jahren bekam ich von dem überstreckten liegen immer so starke Nackenschmerzen, die das ganze unerträglich machten. Leider hielten die auch immer Tage bis Wochen an – sehr unpraktisch, wenn man wie ich bei kurzen Haaren öfters zum Friseur muss. :(
        Irgendwann habe ich das meiner Friseuse dann seufzend erklärt und sie sofort: „Mensch, sag das doch! Wir haben da ein Nackenkissen!“. Seitdem kann ich mich dabei wieder entspannen. ^^

  3. Diese Art Humor könnte mir ebenfalls gefallen – und diese Untergang-der-bürgerlichen-Welt-Zeit ist ja auch etwas für mich, also werde ich mir das Buch auch mal notieren. Hoffentlich hast du weiterhin viel Spaß damit!

      • „Geister“ habe ich mir diese Woche auch gekauft, nachdem es mir sehr empfohlen wurde. Ganz schön teuer war es allerdings, aber ich habe reingelesen und wollte danach weiterlesen – das ist immer ein gutes Zeichen.
        Willst du es jetzt am Wochenende schon amfangen?

      • Nathan Hill kommt im November in meine Stadt für eine Lesung – organisiert von meiner Lieblingsbuchhandlung. Ich kannte den zwar nicht (ist ja auch sein Debüt), aber es klang interessant und so habe ich schon vor einiger Zeit mir eine Karte geholt. Und beim reinlesen ist es mir genauso ergangen wie dir!
        Hm, vielleicht morgen, mal sehen. Heute Abend werde ich mich noch ein bisschen mit meinen anderen Büchern beschäftigen. ;)

  4. Ich finde es auch fantastisch, morgens im Bett zu lesen. Als Schülerin habe ich dafür sogar den Wecker etwas früher gestellt. Heute ist das ein selteneres Vergnügen geworden, da neben mir ein Bär (aka meine bessere Hälfte) schläft. Und den sollte man nicht durch grelles Leselampenlicht wecken ;)
    Viel Spaß mit deinem Buch!

  5. Vielleicht sollte ich auch mal in einen Nemirovsky-Roman hineinschauen!

    Ich habe festgestellt, dass ich leider nicht mehr so gut im Bett lesen kann. Wenn ich sitze, tut irgendwann der untere Rücken weh. Wenn ich auf dem Rücken liegen, werden die Arme schwer; liege ich auf der Seite, tut irgendwann der Nacken weh – ich werde alt. :D Auf dem Bauch im Bett lesend, ist auch keine Option (am Strand geht es noch, jedenfalls eine gewisse Zeit).

    • Au ja, ich könnte mir vorstellen, das dir die Bücher gefallen könnten!
      Im Bett sitzen geht bei mir gar nicht, ich wechsele meistens zwischen Seiten- und Bauchlage ab. Seitlich funktioniert aber auch nur daheim gut – ich habe seit einiger Zeit ein Nackenkissen, das den Kopf gut stützt und nun klappt es wieder wunderbar. ;)

      • Ich glaube, ich habe bei Skoobe von ihr was gesehen.

        Ein Nackenkissen habe ich auch in Benutzung, dadurch geht es eine gewisse Zeit seitlich – da aber meist auch Merlin ankommt und am Körper gelegen zur Armbeuge kuscheln will, liege ich dann insgesamt mehr „unter Spannung“, auch im Kopf-Nacken-Bereich und schon habe ich das Problem, dass es dort dann zieht. Ich habe heute in der Apotheke eine Wärmsalbe mitgenommen, da ich es schwierig finde, im Nackenbereich Wärme hinzugekommen. Wärmpflaster finde ich als Singe schwierig anzubringen (und sie ziepen beim Lösen), die Wärmflasche rutscht und Auflagen, die man in der Mikrowelle warm macht, habe ich mangels Mikrowelle nicht in Benutzung (und den Backofen will ich dafür nicht anmachen). Mal sehen, wie sich die Wärmsalbe macht. :)

      • Bin gespannt, wie du mit Wärmesalbe zurecht kommst! Ich nutze meistens auch nur eine Wärmflasche, obwohl das runterrutschen schon sehr nervig ist! ;)

      • Ich habe die „sanftere“ der beiden Versionen der Wärmesalbe genommen (da wir Cayenne-Pfeffer verwendet) und mir wurde auch gleich ein Plastikteil zum Auftragen (ähnelt einem Pfannenwender in klein, lach) mitgegeben – macht sich gut, weil man nicht überall im Nackenbereich hinkommt und man natürlich vermeidet, die Salbe an die Hände zu bekommen (und so versehentlich durch Übertragung ins Auge o.ä.). Die Wärmeentwicklung merke ich durchaus (nachdem ich zunächst etwas zu wenig Salbe genommen hatte) und ich lege zusätzlich Tennisbälle zwischen oberem Nacken und Sessellehne. Es fühlte sich gestern Abend bei Bewegungen besser als am Morgen an.

      • Das klingt doch gut! Obwohl ich mir das mit den Tennisbällen nicht richtig vorstellen kann. Das da ein kleiner Pfannenwender mitgeliefert wird, finde ich sehr praktisch – im Auge würde ich sowas nicht haben wollen, da kann ich mir vermutlich auch genauso gut Pfefferspray rein sprühen…

      • Naja, ich positioniere wenn ich sitze zwischen Lehne und Schultern zwei Tennisbälle: einen links und einen rechts, etwas unterhalb des Halses. Da ich mich ja anlehne, habe ich so zwei Stellen, an denen ich Druck auf den Schulterbereich ausübe. Ich positioniere sie auch gelegentlich etwas weiter nach außen oder innen. Ich finde das recht angenehm, wie eine minutenlange Druckpunktmassage. Oder so, ich glaube, ich drücke mich nicht sehr gut aus. :D

  6. Schade, dass dich Rafik Schami nicht mehr so recht reizt. Ich kenne von ihm nur „Eine Hand voller Sterne“, aber das mochte ich sehr gern.

    Was du zu den Truppenbewegungen in „Der große Krieg“ schreibst, erinnert mich an „Tolkien und der Erste Weltkrieg“. Da hab ich auch irgendwann aufgegeben zu versuchen, diese nachzuvollziehen. Hat zum Glück die Lektüre für mich nicht beeinträchtigt.

    • Besonders toll fand ich „Die Sehnsucht der Schwalbe“ – aber ich habe schon neulich eines in die Bücherei wieder zurück gebracht, weil ich mich nicht begeistern konnte. Komisch, aber für manche Autoren scheint es einfach bestimmte Lebenszeiten bei mir zu geben.

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