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Herbstlesen 2016 #7

Gherbstlesen-2016estern Abend hatte ich keine Lust mehr auf ein Update – dafür war ich dann doch zu müde. Ich werde ja das Gefühl nicht los, das ich an den Tagen, wenn ich Nachtdienst habe/hatte eher an ein quengeliges, übermüdetes Kleinkind erinnere als an eine erwachsene Frau. Gestern hätte ich mich im Supermarkt in der Warteschlange der Kasse ja zu gerne jammernd auf den Boden geworfen, weil die Frau vor mir wegen 3 Cent ewig mit der Kassiererin diskutieren musste. Das wäre doch mal ein Anblick gewesen! ;)

Ich habe „Seelenangst“ beendet! Zum Schluss wurde es noch richtig spannend und die Geschichte hat richtig Fahrt aufgenommen. Ich hatte schon am Anfang des Romans das Bedürfnis, die Figuren durchzuschütteln und das hat sich am Ende nochmal verstärkt. Eine selbstbezogene Bande, die sich gegenseitig verdient hat.

Danach habe ich gestern lange überlegt, was ich als nächstes lesen könnte – um heute morgen zu einem bereits angefangenen Buch zu greifen, nämlich „Der große Krieg“. In dem Abschnitt ging es um vor allem um das Alltagsleben der Soldaten. Die sozialen Unterschiede verwischten sich zunehmend, was dann nach dem Krieg auch für die großen, gesellschaftlichen Änderungen sorgte. Außerdem gab es einen Exkurs über die Gesundheit der Soldaten, das Bemühen, Geschlechtskrankheiten einzudämmen und ich habe über die Feldbordelle gelesen. Letztere gab es für die gemeinen Soldaten als auch für Offiziere. Zu welcher Kategorie das Bordell gehörte, bei dem 150 Männer von 3 Prostituierte, hm, bedient, wurden, muss ich wohl nicht erwähnen, oder?

herbstlesen

Momentan geht es um die bekannten Schlachten, Verdun und dann an der Somme und wie unterschiedlich diese von den Soldaten und der jeweiligen Heimatfront wahr genommen wurden, je nachdem wer Sieger und wer Verlierer war. Wobei ich gar nicht weiß, wie man Angesichts der immensen Verluste auf beiden Seiten überhaupt von Siegen sprechen kann.

Ansonsten habe ich gerade ein Brot im Ofen – zum Frühstück gab es entsprechend noch den letzten Rest des alten, schon etwas trockenen Brotes…

Update 22.30 Uhr

Ich bin heute ausgesprochen schreibfaul – aber nicht lesefaul! Ich habe fast den ganzen Tag gelesen, nur zwischendurch zwei Folgen „Death in Paradise“ angeschaut. Und ein bisschen in mein „Herr der Ringe“ Hörspiel reingehört, während ich ein Bad nahm. Ich habe übrigens in Öl und Milch gebadet und bin jetzt so fettig, das ich mich eine Woche lang nicht mehr eincremen muss. ;)

Richtig erklären kann ich es mir nicht, aber ich bin den ganzen Tag bei einem Buch geblieben, nämlich das schon erwähnte Kriegsbuch über den 1. Weltkrieg. Inzwischen bin ich schon fast am Ende. Also, eigentlich erst bei etwa 60%, aber da die letzten 30% aus dem Anhang bestehen, bin ich mit dem eigentlichen Buch schon bald fertig – vielleicht sogar heute Nacht noch? Inzwischen befinde ich mich auf dem Weg zum Ende des Krieges hin, der Kaiser hat gerade erfahren, das der Krieg verloren ist. Ich vermute, das ich auch noch etwas über Waffenstillstand, Friedensverhandlungen und schließlich dem Ende des deutschen Kaiserreiches und der K&K Monarchie lesen werde.

14 Comments

  1. Ina

    Ah ugh, ugh.
    Das was du über die Bordelle schreibst ist ja mehr als gruselig. Ich lese ja selten Sachbücher und wenn dann eher Biografien oder Erfahrungsberichte. Aber das klingt zumindest wirklich interessant.

    • Ich finde, das hier ist schon was für Sachbuch im Fortgeschrittenen Level, den gerade der Anfang ist recht trocken, mit unzähligen Namen und Daten. Aber gerade beim Kapitel über den Alltag gab es auch Augenzeugenberichte – u.a. der über die Bordelle…

  2. Ich finde das Quengelnde-Kleinkind-Gefühl auch vollkommen verständlich! Mir geht das schon ohne Nachtdienst oft so, wenn ich nicht genügend Schlaf bekommen habe oder mein Tagsrhythmus durch äußere Umstände so umgeworfen wird, dass ich ganz durcheinander komme. ;) Ich finde es also durchaus bewundernswert, dass du dich zurückgehalten und nicht im Supermarkt auf den Boden geworfen hast! :)

    „Der große Krieg“ klingt auch spannend. Ich habe ja immer noch Mary Roberts Rinehard und ihre Erlebnisse an der Front in Arbeit, aber ihre Sicht ist eben nicht sachlich und sehr davon geprägt, dass sie eine Außenseiterin ist und sehr naiv auf den Krieg zuging.

    Ich hoffe, die drei Damen hatten ein Mitspracherecht bei der Anzahl der zu versorgenden Männer pro Tag! Oo

    • Ich bezweifele, das die Frauen da großes Mitspracherecht hatten. Es wurde dann noch erwähnt, das die Frauen wöchentlich „ausgetauscht“ wurden, und das es beileibe nicht immer Freiwillige waren, sondern sich wohl auch oft um Frauen handelten, die entweder aus Verzweiflung handelten oder aus dem Feindesland kamen. Diese Bordelle gab es aber nicht nur bei den Deutschen, die anderen Nationen hatten das auch.
      Wie heißt denn das Buch von Mary Roberts Rinehard? Ich könnte mir vorstellen, das ich gerade jetzt nach diesem Buch eine Sichtweise von außen sehr interessant finden würde.

      • Das hatte ich befürchtet. Keine Frau, die bei Verstand wäre, würde unter solchen Bedingungen arbeiten …

        Aber schön, dass dich das Buch soweit fesseln kann, dass du den ganzen Tag dabei geblieben bist. Mehr lesen als schreiben klingt auch nicht schlecht. ;) Ich habe früher übrigens in Sahne gebadet, das glitschte nicht so sehr, tat der Haut aber auch sehr, sehr gut. :D

        Von Mary Roberts Rinehard ist „Kings, Queens and Pawns – An American Woman at the Front“. Das habe ich schon vor einiger Zeit angefangen und lege immer wieder sehr lange Pausen ein, weil ich es stellenweise bedrückend finde, wie sie anfangs in ihrer Naivität davon ausgeht, dass die Menschen nach den Grausamkeiten des 1. Weltkriegs nie wieder einen Krieg anfangen könnten, und andererseits greife ich beim eBook doch eher zu Titeln, die etwas fluffiger sind als Berichte von der Front trotz der Mischung aus brutaler Details, Heldenverehrung und faszinierenden Momenten. Das Buch gibt es bei gutenberg.org in einem Kindle-Format (http://www.gutenberg.org/ebooks/14457), du kannst also mal reinschnuppern, wenn du willst. :)

      • Ich habe bisher immer gekaufte Ölbäder genutzt, aber das selbst gemachte ist auch fein. Dabei fällt mir gerade ein, ich muss die Badewanne noch putzen, sonst wird es morgen beim Duschen rutschig. ;)

        Danke für den Link! Ich habe es mir gleich runtergeladen und werde es mal bei Gelegenheit antesten. Sachbücher habe ich auch nicht mehr viele auf Vorrat. ;)

    • Du meinst die Holzoptik mit der Frau? Das ist eine Klebefolie, die ich schon über 3 Jahre drauf habe. Ich habe auch noch ein Klapphülle, aber auf dem Bild ist die umgeklappt und deshalb kaum zu sehen.

      • jedschmoekerstube

        Klebefolie? Soetwas gibt es? Mensch, hier lerne ich wieder was, was ich noch nicht wusste. Muss ich auch gleich mal für meinen Kindle zwecks Aufpeppung schauen.

  3. Warum nicht so sein wie man sich fühlt? Okay, vielleicht nicht unbedingt im Supermarkt… aber nach einem blöden Tag nach Hause kommen und ein bisschen quengeln finde ich völlig okay ;)

    Uh, scheint harte Kost zu sein, dein Buch… Ich greife ja, wie ich gestehen muss, fast nie zu solchen Büchern. Beim Lesen möchte ich mich entspannen und davontreiben lassen und das geht bei Büchern dieser Art nur schwer. Wie ist „Der große Krieg“ denn geschrieben? Wie ein Sachbuch oder doch eher romanartig?

  4. Ich habe Phasen, in denen langweilen mich „einfachere“ Bücher, da brauche ich etwas, das mich fordert. Und ich habe Phasen, in denen ich mich mit fluffigen Bücher amüsiere und entspanne.
    „Der große Krieg“ ist ein Sachbuch und gerade am Anfang auch recht trocken geschrieben – viele Zahlen und Personen, die mir zum größten Teil nichts sagten. Ich weiß nicht, ob es später besser wurde oder ich mich einfach so eingelesen hatte. ;)

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