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„Hallo, ich suche ein Buch…“

Es gibt eine Sache, in der ich richtig, richtig schlecht bin: Buchtitel merken. Ich kann es einfach nicht, die Buchstaben flutschen sofort aus meinem Kopf wieder heraus. Autorennamen gehen besser, aber auch da habe ich Schwächen.

Meistens schreibe ich mir den Titel genau auf oder, noch besser, die ISBN. Zumindest mache ich es so, nachdem ich mich vor einigen Monaten ganz schrecklich blamiert habe.

Ich suchte ein ganz bestimmtes Buch, fand es aber nicht. Also fragte ich eine Buchhändlerin:

„Hallo, ich suche ein Buch…“ (Mist, wie hieß das bloß?)

„Ja…?“ Die Buchhändlerin lächelte fragend.

„Ähm, ja, ein Taschenbuch… und es ist grün!“ (Verdammt, habe ich das wirklich gesagt?)

Sie guckt, macht den Mund auf, wieder zu.

„Oh Gott, das tut mir so leid, ich habe den Titel vergessen, Mist, gerade wusste ich den noch, also, das ist gerade erst erschienen, die Autorin hat auch so einen langen Namen, aber die kommt aus Nigeria…und wie gesagt, es ist grün, und dünn…“

„Nigeria, grün, dünn…“ sie guckt zum Computer und überlegt wahrscheinlich, womit sie es verdient hat, von einer Verrückten angesprochen zu werden.

„Ah, es war irgendwas mit Feminismus!“

Sie fand es. Es war sogar vorrätig:

Seitdem habe ich immer kleine Zettel dabei, auf denen ich mir vorher die ISBN notiert habe. Neulich stehe ich also mit Zettel am Schalter und höre, wie die Kundin vor mir sagt: „Ich suche ein weißes Buch!“

13 Comments

  1. Ich finde das gar nicht blamabel, eher niedlich und zum freundlichen Mit-Schmunzeln. Ist es uns nicht allen schon mal so gegangen?
    Leider kann man aber heutzutage nicht mehr einfach in den Buchladen gehen und nach „gerade erst erschienen, die Autorin hat auch so einen langen Namen, aber die kommt aus Nigeria…und wie gesagt, es ist grün, und dünn…“ fragen. Denn das kann man schlecht in das Online-Verzeichnis eingeben und die Buchhändlerin müsste das Buch schon kennen. Spricht für die Buchhandlung, dass sie es in Deinem Fall tatsächlich gefunden hat. Hut ab!

    LG Gabi

  2. Oh, du bist eine von den Kundinnen! :D Immerhin kann man bei Stammkundinnen oft schon allein aufgrund der Sachen, die sie sonst so lesen, erahnen, in welche Richtung die Frage gehen soll. Dann ist es manchmal erstaunlich einfach das gesuchte Buch zu finden. Also … zumindest solange du die Farbe richtig genannt hast und mit zwei weiteren Stichwörtern das Problem noch gut einkreist. *g*

    Viel schlimmer fand ich es früher immer, wenn jemand steif und fest behauptete, dass er ein grünes Buch suchte und man am Ende herausfand, dass es doch das weiße sein sollte, von dem er die ganze Zeit behauptete, das könne es nicht sein, weil es ja nicht grün sei. :D

    • Jep, ich bin eine von denen. ;)
      Naja, die Buchhandlung ist recht groß und in den allermeisten Fällen finde ich meine Bücher selbst und bezahle nur noch, ich habe also oft gar nicht viel Kontakt. ;)
      Im Nachhinein fand ich es auch witzig und ich war ja auch freundlich – im Gegensatz zu der Kundin, die ich neulich unfreiwillig belauschte, die war ziemlich schnell sehr pampig. :(

      • Seitdem ich gesehen habe, wie ein Kunde, der Bibelsprüche kaufen wollte, meine Chefin geschlagen hat, weil wir die nicht auf Lager hatten, sondern sie bis zum nächsten Tag(!) bestellt hätten, könnten mich die meisten Kunden nicht mehr schocken. Aber ärgerlich ist es schon, wenn jemand pampig wird, obwohl man sich alle Mühe gibt, und das kann einem auch einen Tag verderben. Auf der anderen Seite gehören eben auch solche Kunden zur Jobbeschreibung …

      • Geschlagen? Ernsthaft?
        Waren das Sprüche aus dem alten Testament, so nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn und Zahn“ oder so?

      • Ernsthaft. Er hat zwar „nur“ gegen ihren Oberkörper geboxt und nicht z.B. auf das Gesicht gezielt, aber das war schon wirklich heftig. Dummerweise waren wir damals alle so geschockt, dass er abhauen konnte, bevor wir die Polizei rufen konnten.

      • Das ihr da geschockt seid, finde ich aber auch völlig normal, mir wäre es nicht anders gegangen. Schade, das es überall solche Menschen gibt.
        Ich bin zwar auch schon getreten worden, aber das waren immer verwirrte Menschen. Das macht es zwar nicht besser, aber darauf kann man sich „einstellen“ und auch entsprechend trainieren.

  3. Oh, schau, ich dachte, das gibt es nur als E-Book. Danke!
    Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an ein Foto aus England (glaube ich). Da haben Buchhändler in einem Laden einen der Tische mit Büchern mit blauen Covern vollgestellt und ein Schild daneben gestellt: „Ich suche ein Buch mit blauem Cover“ :)

  4. Das erinnert mich an eine Freundin, die im hiesigen Buchladen nach einem Krimi fragte, der in Edinburg spiele und in dem es auch um eine Unterstadt ginge. Der Roman wurde von der Buchhändlerin nach Recherche gefunden: Es war ein Krimi von Ian Rankin. :)
    Ich stand auch schon in diesem Laden und suchte gemeinsam mit der Buchhändlerin an ihrem Rechner nach einem Titel; ich wusste zwar die Autorin, erinnerte mich aber nur noch an das Cover.

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