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Nadine Lashuk: Liebesgrüße aus Minsk

Nadine Lashuk hat großes vor: für die EU-Komission arbeiten, einen Franzosen heiraten, zwei Kinder bekommen. Französisch klingt doch einfach toll! Für ein Praktikum verbringt sie einige Monate in Weißrussland (=Belarus). Ziemlich zu Anfang schon verliebt sie sich in einen Belarussen und bleibt schließlich in Belarus. Immerhin spricht ihr Zukünftiger auch französisch…

minsk

Das Buch erzählt in einzelnen Geschichten vom Leben in Minsk. Das erste Treffen mit ihren späteren Mann, die Sprachschwierigkeiten, die Kälte. Aber auch die Herzlichkeit der Einheimischen, die politischen Verhältnisse und die belarussische Küche. Dabei werden hier Ereignisse aus mehreren Jahren beschrieben.

Gerade am Anfang wirkt die Autorin auf mich entsetzlich naiv. Andererseits fand ich auch die Liebesgeschichte faszinierend. Natürlich wird nur aus ihrer Sicht erzählt, aber viele Eigenheiten kann sie sich erst im Nachhinein erklären. So stellen junge Männer in Minsk ihre Freundinnen den Eltern nicht vor – erst, wenn sie sich entschieden haben, das Mädchen zu heiraten. So ist Nadine auch ziemlich überwältigt vom Empfang, den sie bei den künftigen Schwiegereltern erlebt – das sie als verlobt gelten, das ahnt sie da noch gar nicht. Dazu die Schwierigkeiten, die die bald auslaufende Aufenthaltsgenehmigung bereitet.

Am Anfang klingt vieles fremdartig, aber mit den meisten Dingen kann sie sich gut arrangieren. Aber im Laufe der Zeit wird das Heimweh nach Deutschland stärker. Die Zerrissenheit zwischen den beiden Staaten fand ich sehr schön dargestellt, denn hier hat ihr Mann Heimweh. Und spätestens nach der Geburt der Kinder stellt die Autorin fest, das sie ihre Kinder nicht in Minsk erziehen will – zu viele Dinge stören sie. Leider werden die letzten Jahre eher knapp gehalten, die Zeitabstände sind hier viel größer als am Anfang. Die Familie wird wohl weiterhin immer wieder pendeln, den Sommer in Belarus, die Winter eher in Deutschland.

Insgesamt macht das Buch Spaß – manchmal wird der Ton ernster, aber meistens bleibt es locker und humorvoll. Dazu kommen Rezepte – für Vegetarier sind die nicht geeignet, denn ein Essen ohne Fleisch ist kein Essen, sagt der Schwiegervater, als ihm seine Schwiegertochter eine Gemüselasagne vorsetzt. ;)

7 Comments

  1. Okay, das klingt gut! Eine gewisse Naivität ist, glaube ich, auch ganz hilfreich, wenn man sich auf einen anderen Kulturkreis einlässt. Immerhin schon mal gut zu wissen, dass die Autorin und ihr Mann eine Möglichkeit gefunden haben, um ein bisschen in beiden Ländern zu leben. Ich schau mal, ob ich das Buch mal in die Finger bekomme. :)

    • Man muss auch bedenken, das sie noch sehr jung war, Anfang 20.

      Ich habe das Buch übrigens bei den Reisebüchern entdeckt. xD

      • Hihi, irgendwo musste man das ja wohl einordnen. Leider hat die Bibliothek es nicht im Angebot (manchmal überrascht sie mich ja), aber ich halte den Titel trotzdem weiter im Hinterkopf.

      • Das Buch ist auch erst vor wenigen Wochen erschienen. Ich kann es dir aber auch leihen, wenn du willst.

      • Darauf komme ich vermutlich zurück, aber erst nach dem Umzug! In den kommenden sechs Wochen muss ich erst einmal alle Leihgaben aus dem Haus schaffen, damit die nicht im Umzugschaos untergehen.

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