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Sachbücher 2016

Nachdem ich 2014 und 2015 an einer Sachbuch-Challenge teilgenommen habe, war das letzte (und auch das nächste Jahr!) ohne Challenge. Trotzdem sind Sachbücher ein Teil meiner Lektüre geworden, den ich nicht mehr missen möchte. Speziell für Winterkatze und alle anderen interessierten eine kurze lange Liste über die 24 Sachbücher, die ich las – über Reisen und Feminismus, Naturwissenschaftliches und Geschichtliches. Die Reihenfolge ist chronologisch. ;)

Sven Beckert: King Cotton. Eine Geschichte des globales Kapitalismus.
Ein Buch über Baumwolle – besser gesagt, über den Einfluss, den die Baumwolle auf die Weltgeschichte hatte. Eigentlich ein spannendes Thema, das mir aber zu trocken umgesetzt wurde.

Charlotte Lyne: Alles über Shakespeare
Das Buch habe ich bei Goodreads mit vier Punkten bewertet – also muss es mir gefallen haben. Leider weiß ich kaum noch etwas zum Inhalt – sooo gut war es im Nachhinein wohl doch nicht.

Charles C. Mann: Kolumbus‘ Erbe
Großartiges Buch über die Folgen der Globalisierung auf Fauna und Flora. Lesetipp!

Alain de Botton: Die Nachrichten
Auch das ein Buch, zu dessen Inhalt ich nichts mehr sagen kann – aber ich weiß noch, das es mir nicht besonders gut gefiel.

Michael Pollan: Kochen. Eine Naturgeschichte der Transformation
Teilweise etwas weitschweifig, aber trotzdem ein interessantes Buch darüber, wie sich das Kochen über die Jahrhunderte verändert hat. Vieles probiert er selber aus – Brot backen, Bier brauen, Käse machen und Grillen – letzteres klingt einfacher als es ist. ;)

Deborah Feldman: Unorthodox
Unbedingt lesen! Deborah Feldman ist in New York bei den Satmarer Chassiden aufgewachsen – orthodoxe Juden, die den Holocaust als Folge mangelnder Frömmigkeit interpretieren und deshalb fanatisch streng sind. Das Buch wird teilweise als autobiografischer Roman betitelt – ich würde es eher als Erinnerungen bezeichnen, wobei es aber wirklich sehr gut geschrieben ist. Definitiv empfehlenswert ist ein Besuch einer Lesung!

Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer
Der Vulkanausbruch mit den globalen Auswirkungen – mit den letzteren beschäftigt sich der Autor – manchmal etwas trocken, meistens aber interessant geschildert.

Dava Sobel: Längengrad
Das Buch hatte ich schon ewig auf dem Kindle, sogar schon mal angefangen und abgebrochen. Bei dem erneutem Versuch lies es sich nun viel leichter lesen und so ist die Suche nach der Bestimmung des Längengrades auch ein Stück weit Entdeckergeschichte.

Lena Gorelik: „Sie können aber gut Deutsch!“
Die Autorin fordert keine Toleranz – sondern Akzeptanz, ein ganz normales Miteinander. Und das für jemanden, der in Deutschland aufwuchs, eine Beleidigung ist, wenn man das „gute Deutsch“ lobt, sollte eigentlich jedem klar sein.

Anne Siegel: Frauen Fische Fjorde. Deutsche Einwanderinnen in Island
Beleuchtet ein spannendes Thema, von dem ich keine Ahnung hatte! Nach dem 2. Weltkrieg herrschte in Island Frauenmangel und so warb die isländische Regierung ganz aktiv in Deutschland um junge Frauen, die sich für ein oder zwei Jahre verpflichteten. Der Plan, das die Frauen danach bleiben würden, ging in einigen Fällen auf. Beschrieben werden die Lebenswege mehrere Frauen – zuerst ihr Leben in Deutschland, dann ihr weiteres nach der Auswanderung. Natürlich war es nicht immer rosig, manche hatte auch in Island Pech mit den Arbeitgebern oder den Männern. ;)

Kej Hielscher, Renate Hücking: Pflanzenjäger
Seit sich die Menschen exotische Pflanzen wie Kakteen, Palmen und Orchideen als Deko ins Haus holen, seitdem gibt es Pflanzenjäger. Teilweise haben diese einen wahren Raubbau an der Natur veranlasst, trotzdem fand ich das Leben der verschiedenen Personen interessant erzählt.

Werner Biermann: „Der Traum meines ganzen Lebens“. Humboldts amerikanische Reise
F
aszinierende Beschreibung – mit dem Fokus auf die Reise Humboldts, aber auch die Vorbereitungen und die Auswirkungen danach wurden erzählt.

Stephan Orth: Couchsurfing im Iran
Urlaub im Iran kann von vielen Menschen nur noch vom Urlaub in Nordkorea übertroffen werden. Und Couchsurfing ist im Iran offiziell verboten, wie viele andere Dinge auch. Gemacht wird es trotzdem und so sind die Einblicke, die Orth im Iran hat, auch anderes als viele andere. Manches mal ist es zum Lachen, manchmal blieb mir das Lachen aber auch in der Kehle stecken.

Bill Laws: Ziebel, Safran, Fingerhut. 50 Pflanzen, die unsere Welt verändert haben
Nahrungsmittel wie Reis, Kartoffeln, Mais, aber auch Tabak, Hopfen, Wein, Baumwolle und Flachs hatten und haben Einfluss auf unser Leben. Zu jeder Pflanze gibt es ein kurzes Porträt, so eignet es sich auch gut Nachschlagewerk.

Jim Masselos: Imperien Asiens
Stellt einige vergangene asiatische Reiche vor – z.b. die Khmer, die Mongolen, die Osmanen, etc. Es gibt einige schöne Bilder, aber insgesamt ist das Buch extrem oberflächlich. Für einen kurzen Überblick reicht es aber.

Susanne Kippenberger: Das rote Schaf der Familie
Ein Buch über die Mitford-Schwester – mit dem Fokus auf Jessica. Ihre Schwestern sorgten für Skandale mit Affären und / oder mit der Verehrung des Nationalsozialismus. Jessica dagegen trat sogar in die kommunistische Partei ein und sorgte so auf ihre Weise für Skandale.

Margarete Stokowski: Untenrum frei
Stokowski schreibt für Spiegel online Kolummnen, die man(n) meist gar nicht gefallen. Ich mag ihre Bissigkeit, ihre unbeirrte Überzeugung für den Feminismus und so mochte ich auch das Buch – wobei ich manche Erfahrungen glücklicherweise nicht machen musste.

Chimamanda Ngozi Adichie: Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories.
Ein kleines, dünnes Büchlein, das sich natürlich auf die Rolle der Frau in Nigeria bezieht – aber vieles davon ist universell anwendbar.

Michael Büker: „Ich war noch niemals auf Saturn“
Planten, Sterne – für mich böhmische Dörfer. Ein bisschen hat sich das nach dem Buch geändert, denn es erzählt in einfachen, spannenden Worten von einer Reise durch das Universum.

Herfried Münkler: Der Große Krieg. Die Welt 1914 bis 1918.
Dafür braucht es definitiv einen langen Atem und so habe ich auch mehrere Wochen an dem Buch gelesen. Aber es hat sich gelohnt – ich weiß nun ein bisschen mehr über den 1. Weltkrieg.

Douglas Smith: Der letzte Tanz
Das die Zarenfamilie nach russischen Revolution starb, ist bekannt. Aber wie erging es dem restlichen Adel? Alle ausgewandert? Gestorben? War war mit den nachfolgenden Generationen – Kinder, die erst nach der Revolution geboren wurden? Spannend umgesetztes Thema!

Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller
Für mich schon fast ein Pflichtkauf – aber es war ein sehr interessantes Buch über die seinen beruflichen Werdegang, aber auch über die Literatur und deren Schöpfer im Allgemeinen.

Margareta Strömstedt: Astrid Lindgren. Ein Lebensbild.
Leider hatte ich mir unter „Lebensbild“ mehr vorgestellt – es wurden aber fast nur die Kindheit und Jugend beleuchtet. Im zweiten teil gab es dann Analysen ihrer Bücher. Das alles war nicht richtig schlecht, aber ich hatte anderes erartet. Mich hätte gerade die Erwachsene Lindgren mehr interessiert.

Nadine Lashuk: Liebesgrüße aus Minsk
Hier konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – ein Reisebuch lesen und für mein Europa Projekt Weißrussland auf informative und humorvolle Art abhaken. Lesenswert!

9 Comments

  1. Ich finde es sehr, sehr schade, dass „King Cotton“ nicht ansprechender geschrieben ist – denn das Thema klingt eigentlich so interessant! (Ich halte den Titel vermutlich trotzdem im Hinterkopf, weil mir Baumwolle so gesehen noch nicht untergekommen ist.)

    „Alles über Shakespeare“ hatte bei mir auch nicht viel Eindruck hinterlassen. Vielleicht weil so wenig von dem belegt ist, was die Autorin über den Dichter zu sagen hat. Und die Details rund um das Leben zu seiner Zeit waren dann zwar schon interessant, aber eben nicht neu.

    „Unorthodox“ klingt auch spannend. Über die verschiedenen „Abstufungen“ des jüdischen Glaubens habe ich mir bis vor kurzen überhaupt keine Gedanken gemacht und hätte es vermutlich weiterhin nicht getan, wenn ich nicht neugierig gewesen wäre bezüglich der beiden sehr traditionell gekleideten Herren, die ich immer beim Einkaufen sehe.

    „Frauen Fische Fjorde“ hatte ich – glaube ich – bei deinen Neuzugängen schon gesehen und auf die Merkliste gesetzt. Zu schade, dass es von solchen ungewöhnlichen Titeln nicht mehr in der Bibliothek gibt. ;)

    Uff, meine Liste wächst immer mehr! („Couchsurfing im Iran“, „Der Große Krieg“ …) Und „Untenrum frei“ habe ich auch auf der Merkliste, ich mag ihre Kolumnen in der Regel sehr.

    Bei Astrid Lindgren solltest du noch einen Versuch mit einer anderen Biografie machen.

    Danke für die Gesamtliste – mein Merkzettel ist kräftig gewachsen. Ich bin gespannt, wie viele Titel ich davon im kommenden Jahr auftreiben und lesen kann. (Ein paar Anregungen habe ich ja schon 2016 von dir aufgegriffen, andere hatte ich zwar schon aus der Bibliothek ausgeliehen, bin aber in den letzten Wochen dann nicht zum Lesen von Sachbüchern gekommen und muss deshalb da noch einen weiteren Versuch starten.)

  2. Einen Teil der Bücher kann ich dir leihen, den Rest habe ich entweder als ebook oder aus der Bücherei. Und den King Cotton habe ich weiter verkauft. ;)
    Frauen, Fische Fjorde hatte ich auch schon länger auf dem Kindle liegen, aber stimmt, ich habe die ungelesenen ebooks erst vor einigen Monaten eingepflegt. Über Astrid Lindgren möchte ich schon nochmal eine andere Biografie versuchen, aber im Moment reizt es mich nicht mehr so. Kaufen werde ich wohl keine mehr, aber in meiner Bücherei gibt es eine und ich habe gesehen, ihre Kriegstagebücher gibt es dort auch.

    Bis auf ein Sachbuch über den 1. Weltkrieg habe ich meinen SuB komplett von Sachbüchern befreit. Ich möchte in Zukunft eh mehr leihen, von daher gucke ich einfach mal, was meine Bücherei noch so im Sachbuch Regal hat. Was ich da nicht finde, das kann ich dann immer noch kaufen. ;)

  3. Darauf komme ich nach dem Umzug gern zurück! :)

    So schön ich es finde, dass ich in der Bibliothek so viele Sachbücher finde, so sind viele davon – gerade die etwas aktuelleren – ausgeliehen, wenn ich Lust darauf habe, und ich kann bei Vormerkungen nicht vorhersagen, wann ich sie in die Finger bekomme. Das macht es oft schwierig für mich, weil ich oft prompt mehrere komplexe Titel zeitgleich ausleihen muss oder ein Buch bekomme, für das ich gerade keine Konzentration habe – und das macht mir mehr Druck, als ich eigentlich beim Lesen haben will. Die Sachbuchsektion meiner aktuellen Zweigstelle hat aber auch nur ein paar Regalen mit Kochbüchern, Städtereiseführern und Ortskunde, da ist nichts mit dem Durchstöbern von Regalen. Dafür müsste ich zur Hauptstelle, die in einem anderen Stadtteil liegt. Mal schauen, wie es in der Beziehung mit der nächsten Zweigstelle ist – die soll noch relativ neu sein und da kann ich das Angebot vor Ort noch nicht abschätzen.

    • Ich muss eh zur Hauptstelle der Bücherei, von daher habe ich eh eine große Auswahl. Meine Wunschliste ist momentan auch nicht besonders groß auf der Sachbuchseite, so das ich da vermutlich auch ganz unbefangen stöbern werde. Bin schon gespannt, worauf ich da stoßen werde. ;)

      • Das klingt gut. :) Meine Merkliste wird zur Zeit mal wieder gut von dir, Natira und Kiya gefüttert. *g* Und hier und da stolpere ich auch durch andere Quellen auf spannende Bücher … *seufz*

        Unsere Hauptstelle allein würde mir insgesamt auch nicht reichen. Mein Krimigeschmack entspricht eher dem einen Stadtteil, meinen Bedarf bei Allgemeiner Belletristik stille ich über die Hauptstelle und einen anderen Stadtteil, Fantasy muss ich aus diversen Quellen besorgen und englischsprachige Bücher gibt es anscheinend besonders vielfältig in Stadtteil Nummer 3. Es gibt schon einen Grund dafür, dass meine Bibliothek Vormerkungen und Transporte nicht mit einer Gebühr belegt hat. ;)

      • Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das Angebot in den anderen Zweigstellen ist, ich bin bisher immer noch in meiner Hauptstelle fündig geworden.
        Ich war übrigens vor ein paar Tagen da und wollte Sachbücher leihen – zu Hause habe ich dann bemerkt, das ich einen Roman und drei Krimis geliehen hatte…

      • Mir fällt das auch nur auf, weil ich bei den Vormerkungen sehe, welche Bücher aus welcher Zweigstelle geliefert werden. (Vielleicht liegt es auch daran, dass ich ja selber einige Jahr für eine Bibliothek gearbeitet habe. :) )

        *schmunzel* Das kenne ich nur zu gut! Bei mir läuft es regelmäßig auf „ich nehme nur meine Vormerkungen mit – wo kommen die fünf Extrabücher her?“ hinaus. ;)

  4. Du hast ja wirklich viele Sachbücher voriges Jahr gelesen. Finde ich toll, dass du auch ohne Challenge eine Zusammenstellung aller Sachbücher gemacht hast (hab ich auch noch vor).
    „Frauen Fische Fjorde“ klingt prima und gibt es bei uns in der Bibliothek glücklicherweise sowohl gedruckt als auch als ebook. Das werde ich mir sicher mal ausleihen. :-) Und „Ich war noch niemals auf Saturn“ ist ja ohnehin schon seit einer Weile auf meiner Wunschliste.

    • Ich habe letztes Jahr insgesamt mehr gelesen als 2015, das macht sich natürlich auch bei den Sachbüchern bemerkbar. ;)
      Bin gespannt, wie dir die Bücher gefallen!

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