comments 6

Lesetipp: Country Cooking School Mystery

Manche Bücher entdecke ich durch schlichtes Stöbern, auf andere werde ich durch Empfehlungen aufmerksam. Und dann gibt es Bücher, die ich über Querverbindungen erreiche. So stellte Winterkatze vor einigen Wochen einen interessant klingenden Krimi von Paige Shelton vor. Mir gefiel das Buch, aber die beiden nachfolgenden Bände fand ich nur noch durchschnittlich. Aufmerksam wurde ich dann aber, als ich mir eine andere Krimiserie der Autorin ansah: Cooking School Mystery.

Dabei handelt es sich um eine fünfbändige Serie (soweit ich weiß, ist auch kein weiterer Band geplant), in der es, wie die Titel schon sagen, u.a. ums Kochen geht. Schauplatz ist die fiktive Kleinstadt Broken Rope in Missouri. Hier lebt Betts, die mit ihrer Großmutter (Gram) eine Kochschule betreibt. Spezialisiert auf bodenständige Küche strömen ihnen Studenten aus den gesamten Staaten zu.

Broken Rope ist aber nicht nur unter angehenden Köchen beliebt, sondern es ist eine Touristenstadt, die von ihrer Vergangenheit als Westernstadt lebt. Die Stadtgeschichte weiß von vielen Schießereien, Verbrechern und Westernhelden zu berichten. Während der Saison im Sommer gibt es für die Touristen immer wieder gestellte Schießereien und andere Aufführungen. Deshalb ist die Polizei für eine Kleinstadt auch ungewöhnlich gut aufgestellt, gilt es doch, der vielen Touristen im Sommer Herr zu werden.

Das die Stadtgeschichte eine eher blutige war, das ist Betts immer bewusst gewesen. Eigentlich wollte sie Anwältin werden, entdeckte aber schnell, das ihre Stärken doch woanders liegen. Doch manchmal überkommt sie trotzdem ein Gefühl des Versagens. Doch die meiste Zeit ist sie viel zu beschäftigt mit der Schule. Außerdem ist ihr High School Sweetheart ebenfalls gerade nach Broken Rope zurückgekehrt. Cliff hat seinen Beruf als Architekt an den Nagel gehängt und arbeitet nun als Deputy für den Sheriff. Schließlich muss Betts im ersten Band der Serie auch noch feststellen, das sie noch eine weitere Gemeinsamkeit mit Gram hat: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen.

Wie es sich für Cozy Crime gehört, sind auch diese eher gemütlich. In jedem Buch gibt es zwei Ermittlungen – zum einem ein reales Verbrechen: Irgendjemand findet eine Leiche und Betts wird neugierig. Allerdings hält die Neugierde sie nicht davon ab, ihren Job als Kochlehrerin ordentlich zu machen, notfalls müssen irgendwelche Ermittlungen warten. Und wenn sie Fragen hat, dann spricht sie das in der Regel mit der Polizei ab. Aber neben dem aktuellen Verbrechen gibt es immer auch ein altes Geheimnis, das gelöst werden will. Die Geister können sich in der Regel nur in Bruchstücken an ihre Vergangenheit erinnern. So weiß zwar die verurteilte Axtmöderin, das sie angeblich ihre Familie getötet haben soll, kann sich aber an der eigentliche Verbrechen nicht erinnern. Oder ein Reiter des berühmten Pony Express, der noch unbedingt Briefe zustellen muss, aber wo und wie verschickt man Geisterbriefe?

Kochen, Morde und die Geister des Wilden Westens klingt nach einer ungewöhnlichen Mischung, die hier aber mit einer Portion Humor toll umgesetzt wurde. Ich habe zwar gerade erst mit Band 4 angefangen, aber ich bin mir sicher, das auch dieser mich gut unterhalten wird. ;)

Reihenfolge:
1. If Fried Chicken Could Fly
2. If Mashed Potatoes Could Dance
3. If Bread Could Rise to the Occasion
4. If Catfish Had Nine Lives
5. If Onions Could Spring Leeks

6 Comments

  1. Ah, das klingt auch gut! Ich hatte zwar eher ihre Buchhandels-Krimis im Auge für eine nächste Reihen zum Antesten, aber vielleicht sollte ich doch hiermit weitermachen …

    Mir ist es bei dieser Autorin wirklich aufgefallen, dass ihre Protagonistin nicht alles stehen und liegen lässt, weil sie ihren Ermittlungen nachgeht, und dass es so einen vernünftigen Umgang mit der Polizei gibt. Du erwähnst das hier ja auch und mir gefällt gerade letzteres so viel mehr als das übliche „die Polizei ist dumm, deshalb muss die Protagonistin aktiv werden“ oder „die Polizei sperrt sich gegen jede Vernunft der Protagonistin zuzuhören, weil sie ja ein Laie in dem Job ist“.

    • So ein bisschen realistisch darf es auch bei einem Cozy Crime sein, nicht wahr? Ich kann mich für diese dämlichen Protagonistinnen auch nicht begeistern.
      Ihre Buchhandlungs-Krimis klingen auch nett, ich habe aber ein Auge diese Buchrestaurationsserie (?) geworfen – irgendwie sagt mir Edinburgh als Schauplatz nicht so, wobei ich das auch nicht begründen kann. Aber vielleicht überlege ich mir ja noch anders. ;)

      • Oh ja, definitiv!

        Lustig, dass wir beide die Autorin grundsätzlich interessant finden, uns aber die jeweils andere „alte“ und „neue“ Serie von ihr interessiert. *g* Wenn mich die anderen Romane überzeugen, dann läuft es vermutlich bei mir eh auf alle von ihr geschriebenen Bücher hinaus. Gute aktuelle Cozies sind schwer zu finden …

  2. Das scheint eine interessante Mischung zu sein. Allein die Titel klingen schon unterhaltsam und humorvoll. Ich glaube auf die Bücher werde ich mal einen genaueren Blick werfen.

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s