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Igort: Berichte aus Russland

Ich habe mich im Vorfeld nicht mit dem Inhalt des Buches auseinander gesetzt – eigentlich hatte ich sogar keine Ahnung vom Inhalt. Natürlich ahnte ich dunkel, das es grausam sein würde, schließlich hatte ich schon „Berichte aus der Ukraine“ gelesen. Doch während es dort vorwiegend um Ereignisse in der Ukraine der 1930er Jahre geht, liegt der Schwerpunkt in diesem Buch auf Tschetschenien und Anna Politkowskaja.

Die Journalistin berichtete vor allem von den mehr als grausamen Menschenrechtsverletzungen während des 2. Tschetschenienkrieges. Tausende Zivilisten wurden verschleppt, verstümmelt, vergewaltigt, ermordet. Die Schilderungen der Gräueltaten gehören wohl zu den grausamsten, was ich je gelesen habe. Das jetzt erneut (oder immer noch?) neue Menschenrechtsverletzungen aus Tschetschenien, diesmal gegen Homosexuelle, bekannt wurden, hat es mich noch schwieriger gemacht, weiter zu lesen.

Anna Politkowskaja hat aber nicht nur die Opfer bzw. deren Angehörigen befragt, sondern auch mit ehemaligen Soldaten. Manche sind einfach nur abgestumpft, andere wurden, nachdem sie sich weigerten, selber gefoltert. Doch darauf beschränkt sich Igort nicht – neben den Ergebnissen der Befragungen wird auch der Mord an der Journalistin geschildert und es gibt einen Rückblick auf den historischen Beginn des Konfliktes im 19. Jahrhundert.

Die Zeichnungen sind mehr als eindrucksvoll, die Farben eher düster gehalten. Manche sind schwarz-weiß, manche farbig, wobei dann oft Rottöne vorherrschen. Vieles wird nur angedeutet, wirken aber auch sehr drastisch.

Definitiv eine dicke Leseempfehlung von mir – aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt.

OT:
Quaderni Russi: la guerra dimenticata del Caucaso

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