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[Achtung, Trash!] Ein teuflisches Angebot #1

Nachdem ich in den letzten Wochen doch eher anspruchsvolles gelesen habe, hatte ich nun wieder Lust auf eine einfache, nette Geschichte. Auf meinem Kindle entdeckte ich „Ein teuflisches Angebot“ von Celeste Bradley – ein Historical, genau das richtige! Wehende Kleider, charmante Gentleman, heiße Bettszenen und mit etwas Glück auch noch eine nette Story. So der Plan. Also dann, Tee gekocht, Kindle aufgeschlagen und los!


Schauplatz ist England, genauer gesagt die Cotswolds im Jahre 1816. Es beginnt dramatisch: Die Protagonistin ertrinkt, zeigt aber auch da noch einen recht sarkastischen Humor. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Miss Calliope Worthington zusammen mit ihren Eltern und Bruder in einer Kutsche, die bei der Fahrt über eine marode Brücke in den eiskalten Fluss stürzt. Dumme Sache!

Die Autorin hält sich nicht mit langem Lamentieren auf, die Familie läuft draußen klitschnass herum, entdeckt ein Herrenhaus und sucht dort Zuflucht. Das Haus scheint leer zu sein, also gehen sie einfach rein (vermutlich waren die Türen offen), ziehen die Hussen von den Sofas und machen es sich bequem. Der Bruder marschiert wieder zum Kutscher, um diesen mit den Pferden zu helfen, denn, Achtung, die Tiere waren es nicht gewohnt, in einem eisigen Fluss zu landen. Joa.

Callie (anscheinend der Spitzname) zieht sich aus und bedeckt ihren Körper mit einer der Hussen (!), die Eltern schlafen erschöpft ein und sie wandert verträumt durch das Haus, singt dabei engelsgleich und entdeckt schließlich ein Schmuckkästchen und behängt sich mit diversen Geschmeiden, u.a. eine Perlenkette. Zu ihrem Pech hat sie jemanden im doch nicht leeren Haus aufgeweckt – der Besitzer Ren Porter hat sich aus unerfindlichen Gründen dem Trunke ergeben und so taumelt der Mann dem Gesang entgegen und findet da die halbnackte Callie, geschmückt wie ein Weihnachtsbaum. Unter dem Vorwand, ihr den Schmuck abzunehmen, begrabscht er sie und sie erregt das ganz dolle, doch dummerweise kommt ihr da ihr Bruder dazwischen (anscheinend haben sich die Pferde vom eisigen Flusswasser erholt) und die Perlenkette reißt.

Jetzt gibt es einen Sprung zu nächsten Morgen – Ren und Dade (der Bruder) stehen sich im Duell gegenüber. Ren scheint große Todessehnsucht zu haben, schießt absichtlich daneben, doch Callie findet, das Duelle ein großer Quatsch sind (hier musste ich ihr ausnahmsweise zustimmen), geht dazwischen und erklärt, das der Unbekannte um ihre Hand angehalten habe, der Bruder solle sich also nicht so sträuben, wird schon alles klappen! Und ich musste meine gerade positive Meinung über Callie wieder revidieren – sie will einen Fremden, der sie einmal im dunklen und betrunken befummelt hat, heiraten??? Die beiden schließen einen sehr merkwürdigen Handel ab – sie verbringt so viele Nächte mit ihm wie Perlen auf der Kette sind und unterwirft sich dabei seinen Befehlen. Von der Hochzeit selber bekommt Callie nicht viel mit, anscheinend bekommt sie nun doch Panik (ihre Ohren brüllen und ihr Herz flattert), ihre Mutter weint nach der Hochzeit ganz dolle, weil sie ohne ihre Tochter nicht zurechtkommen wird (anscheinend gibt es noch viel mehr Kinder), aber der Vater beruhigt seine Frau mit den Worten:

„Es reicht ein einziger Blick, um zu erkennen, das ihre Liebe ewig dauern wird!“

Häh? Hat der Vater die Alkoholvorräte des Bräutigams geplündert? Kopfverletzung durch den Unfall? Aber da der Rest der Familie sich nicht wundert, scheint der immer so zu sein. Zum Glück ist das Kapitel zu Ende und ehrlich gesagt, dieser Quatsch hat mich sehr, sehr angestrengt.

9 Comments

  1. Hahaha! Auch wenn dich der Quatsch sehr angestrengt hat, hat mich deine Zusammenfassung sehr amüsiert. Es gibt manchmal schon Geschichten, die sind so absurd, dass man sich nur noch wundern kann. Und noch mehr wundere ich mich, dass das bei Blanvalet erschienen ist – das ganze klingt mehr nach Selfpublishing, was natürlich nicht bedeutet, dass es in dem Bereich nicht auch wahre Perlen gibt (no pun intended).

    • Frau Bradley ist eigentlich eher ein Urgestein in der Historical Szene – alleine Blanvalet zählt 18 Romane von ihr auf. Deshalb hat es mich auch gewundert und man kann das ganze auch nicht auf die Übersetzung schieben, die Story selber ist ja mehr als dämlich. Aber ich dachte mir, das ist so doof, das muss ich auch weiter geben. ;)
      Demnächst gibt es noch mehr Beiträge, das Buch lässt sich nur in Gesellschaft ertragen. XD

  2. lol
    Es tut mir lid, dass Du so etwas lesen musstest, aber *kicher* wenn so ein herrlicher Beitrag dabei heraus kommt, wünsche ich beinahe, dass Dir das häufiger passiert, auch wenn es anstrengend ist.

  3. Julia | Literameer

    Respekt, dass du das ganze Kapitel geschafft hast. Und noch mehr Respekt dafür, dass du auch weiterlesen willst. Das könnte ich bei so einer Geschichte nicht.

    • Zwei Kapitel. ;)
      Ich bin inzwischen auf eine recht seltsame Weise gespannt, was für einen Unsinn die Autorin da weiter verzapfen wird.

  4. Uhhhh … das klingt nach wirklich großer Liebesgeschichte! Ich versteh gar nicht, dass du nicht ebenfalls auf den ersten Blick siehst, dass die beiden füreinander geschaffen sind und bestimmt für immer und ewig glücklich und betrunken in Hussen gewandet durchs Schloss wanken … Oo

    • upps, die neuen Kommentare wurden mir gar nicht angezeigt. :(
      Tja, manchmal bin ich einfach eine schrecklicher Pesimistin. Irgendwie sehe ich da noch nicht so die richtige Basis für eine dauerhafte Beziehung (und eigentlich auch nicht für einen One Night Stand…).

      • Es wird wohl Zeit, dass du weiterliest, damit du dich davon überzeugen kannst, dass die beiden DAS Traumpaar überhaupt sind. :D

        (Und ich hätte nichts gegen weitere Kapitelzusammenfassungen zu meiner Unterhaltung. ;) )

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