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Ernest van der Kwast: Mama Tandoori

Vor etwa einem Jahr las ich die „Die Eismacher“ und auch wenn das Buch nicht perfekt war in meinen Augen (aber das sind auch nur sehr wenige), so las ich es doch sehr gerne. Auf jeden Fall gut genug, um auch auf sein neuestes Werk aufmerksam zu werden. Wobei – wirklich neu ist es nicht. Im Original erschien das Buch schon 2010, doch die deutsche Übersetzung kam erst jetzt.

Bei „Mama Tandoori“ geht es um die Familiengeschichte des Autors. Die oft schwierige Ehe zwischen den Eltern, seine Kindheit. Die Mutter, eine Inderin, flieht vor Liebeskummer nach Rotterdam und trifft da auf den eher farblosen Vater, einem Niederländer. Einzelne Kapitel beschreiben das Leben von anderen Familienmitgliedern, doch es kommt immer wieder zurück auf seine Mutter, bei der alle Fäden zusammen laufen. Diese ist von Sonderangeboten besessen. Immer und überall werden Preise runter gehandelt, Verkäufer werden blass, wenn sie sie nur von weiten sehen. So kommt es u.a., das die Kinder Katzenfutter in Dosen als Geburtstagsgeschenke mitbringen müssen – schließlich hat die Familie gar keine Katzen, aber das Angebot war einfach zu gut!

Es ist ein Roman, der autobiographisch gefärbt ist, aber keine Autobiographie. Das ist wichtig zu wissen, denn wie viel in dem Buch den Tatsachen entspricht und was erfunden ist, weiß nur der Autor (und wohl auch noch die weitere Familie) selber. Einige Familienmitglieder kommen dabei wirklich nicht gut weg, vor allem die Mutter, diejenige, die fast alles in der Familie entscheidet und an ihren Söhnen und deren Lebenswegen fast zerbricht. Vieles wird aus der Sicht des jüngstem Sohnes geschildert, der hier im Buch ebenfalls Ernest heißt. Obwohl das Buch also eigentlich eine unglückliche Familie schildert, ist es beim Lesen der Humor, die Ironie, die einem auffällt und gefällt. So habe ich mich beim Lesen wirklich gefreut, habe das Buch auch recht schnell und mit Lust immer wieder in die Hand genommen. Aber gleichzeitig, mit etwas Abstand zu dem Buch, muss ich auch sagen, das es kein Buch ist, das länger im Kopf verweilt. Manchmal ist einfach lesen auch schön.

OT: Mama Tandoori

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