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Sandra Konrad: Das beherrschte Geschlecht. Warum sie will, was er will.

Wie selbstbestimmt sind wir Frauen heute? Wie sehen wir unsere Sexualität? Und wie sehr werden wir noch durch Rollenvorgaben eingeschränkt? Aber wie waren die Normen früher genau? Welche Auswirkungen hatte früher, welche heute noch? In wie weit hat sich Sexualität in den letzten Jahren verändert?

Von Hysterikerinnen und Nymphomaninnen, von Beschneidungen (auch in Europa!) und den Einfluss von Pornografie und Prostitution auf die Frauen und Männer schreibt die Autorin. Dabei bleibt sie meistens sehr unterhaltsam, hat viele Frauen interviewt und kann aus einem  entsprechend riesigem Fundus an Fallbeispielen schöpfen. Wenn man liest, das es früher normal war, das Männer glaubten, die Gebärmutter wandere im Frauenkörper herum und müsse regelmäßig mit Samen gefüttert werden, dann ist das für uns heute zum schmunzeln. Wenn es jedoch um das Thema weibliche Beschneidungen geht, dann kann frau nur froh sein, das diese sich letzten Endes in der westlichen Welt nicht durchsetzten – was übrigens nur daran lag, das man davon ausging, das Frau nur schwanger werden kann, wenn sie auch kommt. Von da aus spannt sich dann jedoch der Bogen zu Frauen, die nach Vergewaltigungen schwanger wurden – tja, sie muss es ja doch gewollt haben, sonst wäre sie nicht schwanger, nicht war?

Ich habe das Buch auf jeden Fall verschlungen und mich mit dem Textmarker ausgetobt. Es gab ungeheuer viele Textstellen, an denen ich dachte, „Ja, verdammt nochmal, genau so ist!“.

(Das beherrschte Geschlecht, Seite 68/69)

Leider habe ich einen Fehler in dem Buch gefunden: Auf Seite 113 spricht die Autorin davon, das die „Pille danach“ in Deutschland immer noch verscheibungspflichtig ist. Das ist sie schon seit März 2015 nicht mehr. Wirklich schade, zumal das Buch erst 2018 erschienen ist.  Ich wünsche dem Buch aber noch viele weitere Auflagen, in denen dieses geändert wird.

Wer sich gerade mal zum Umgang mit den „Hysterikerinnen“ in England befassen will, dem sei der Film „In guten Händen“ empfohlen, den ich zufällig kurze Zeit vorher sah. Der Film ist eher ein Feel Good Movie, es gibt natürlich eine Romanze – aber der Hintergrund ist vorhanden und war real.

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