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Andrew Sean Greer: Mister Weniger

Artur Weniger, ein mittelmäßig bekannter, mittelalter Schriftsteller, bekommt Panik, als seine Langzeitaffäre verkündet, heiraten zu wollen. Allerdings nicht ihn, sondern einen anderen Mann. Er will auf keinen Fall bei der Hochzeit auftauchen, er will auf keinen Fall zu Hause alleine sitzen. Also ergreift er die Flucht und nimmt alle möglichen, obskuren Angebote an, die er sonst ablehnt: eine Preisverleihung moderieren. Als Nominierter auf einer Preisverleihung auftauchen. Als Gastdozent auftreten. Eine Einladung, in der es um einen früheren Partner, einem sehr bekanntem Dichter, geht. Und ein bisschen Urlaub. Mit Hilfe der Spesen reist er durch die Welt, Mexiko, Italien, Deutschland, Indien, Marokko.

Was er da erlebt, ist manchmal traurig, manchmal schräg, aber immer umwerfend komisch. Mit viel Gespür für Situationskomik und aus der Sicht des liebenswert verpeilten Weniger werden hier so eigentlich belanglose Dinge erzählt – die Auswirkungen der kleinen Schlafpillen, die Weniger auf seinen Flügen einnimmt. Seine Überzeugung, doch im falschen Auto zu sitzen, die Panik, die er bekommt. Seine Schwierigkeiten, in einem fremden Land eine Tür zu öffnen. Die Menschen, die er trifft, belanglose Affären, auf die er sich einlässt. Gleichzeitig aber auch die Rückblicke auf sein früheres Leben, frühere Partner. Nebenher wird auch der Literaturbetrieb beleuchtet – „inoffizielle“ Regeln für den Bestseller, Preisverleihungen, etc, etc.

Ein richtig schönes „Wohlfühlbuch“, warmherzig und ironisch zugleich. Schade ist aber, das der Verlag den Namen und damit auch den Titel geändert hat. Ich glaube nicht, das es für deutsche Leser eine großen Unterschied macht, ob die Person nun Weniger oder Less heißt – man hätte ja die Bedeutung erklären können. Die Übersetzung insgesamt kam mir zwar gelungen vor, aber alleine schon wegen dem Abschnitt, der in Berlin spielt und in dem Weniger auch im Original Deutsch spricht (allerdings ein seltsames deutsch) werde ich das Buch irgendwann nochmal lesen – dann aber im Original. Auch wenn ich mich sehr amüsiert habe, so glaube ich doch, das mir einiges Sprachwitz entgangen ist…

OT: Less

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