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Herbstlesen – Feiertagsedition

Feiertag, Regentag, Herbsttag, Lesetag – Herbstlesen! Wie schon in den letzten Jahren möchte ich mich zumindest zeitweise Konstanze beim Herbstlesen anschließen. Wobei ich nicht nur lesen, sondern mich auch ein wenig in Filme vertiefen will. Und etwas Herbstdeko darf auch nicht fehlen. Ich habe schon ein bisschen was aufgebaut:

An Büchern begleiten mich derzeit zwei verschiedene – ein Sachbuch über russische Geschichte und ein Roman.

„Im Herzen der Gewalt“ von Édouard Louis ist sein zweiter Roman und wie auch das erste Buch ist dieses autobiographisch. Ich habe keine Ahnung, was davon nun wahr ist und was nicht, das macht es aber fast noch schwerer für mich, es zu lesen. In dem Buch wird der Ich-Erzähler vergewaltigt und beschreibt die Ereignisse danach und davor, teilweise aber auch aus der Sicht von anderen Personen. Ich lese wirklich nur sehr ungerne über sexuellen Missbrauch – ich lese einfach zum Spaß und es darf mich zwar durchaus herausfordern, aber, hm. Nachdem mir aber bereits „Das Ende von Eddy“ sehr gefiel, wollte ich auch dieses lese. Und bisher bereue ich es auch auf keinen Fall! Ich habe erst gestern Abend damit angefangen und bin erst auf Seite 36. Ich mag diese direkte, eindringliche Sprache wirklich sehr. Als Leser wird man direkt in das Geschehen geworfen – es beginnt ein paar Stunden nach den Ereignissen und erzählt also nicht von der eigentlichen Vergewaltigung. Trotzdem unglaublich eindringlich – oder vielleicht gerade deshalb?

„Russland – Die Tragödie eines Volkes“ von Orlando Figes ist ein Sachbuch, das sich mit den Ereignissen rund um die russische Revolution beschäftigt. Ich lese schon einige Zeit daran, bin aber noch nicht weit – bei 15% erst. Allerdings ist es auch gute 1000 Seiten dick. Ich habe das Buch übrigens in meiner Buchhandlung entdeckt und dort schon fast gekauft. Zum Glück habe ich rein gelesen, die Schrift ist nämlich furchtbar klein und so bin entschied ich mich für die elektronische Variante. Es ist wirklich sehr interessant geschrieben und informativ, wobei es schon fast zuviel Wissen bietet. Ich kann schon froh sein, wenn ich später einen Bruchteil davon behalte. Momentan bin ich bei Lenin angekommen – spannend, ich wusste bisher nicht, das Lenin aus dem Adel stammt (zwar niedriger, aber immerhin…).

Vielleicht such ich mir nachher auch ein drittes Buch aus – mal sehen. Auswahl wäre vorhanden.

Update 17.50 Uhr

Ich habe einen schönen, gemütlichen Tag auf der Couch verbracht. Ich habe nämlich mein Fellteppich aus dem Schrank geholt und wieder auf der Couch gelegt. Jetzt isses da noch schön kuschelig geworden.

Gelesen habe ich auch. Zunächst habe ich in dem Roman weiter gelesen und den ersten Abschnitt beendet. Es bleibt ein tolles Buch, das sehr eindringlich ist. Und deshalb hatte ich auch gar keinen Drang dazu, ein weiteres Buch zu beginnen. Zum Schluss habe ich dann zu meinem Russlandbuch gegriffen und das Kapitel über Lenin beendet. Damit habe ich auch da den ersten Teil abgeschlossen. Weiter geht es dann mit den ersten Unruhen.

Jetzt lasse ich mich aber erstmal berieseln. Ich mag „Fixer Upper“ sehr gerne und da laufen heute noch einige Folgen, die ich noch nicht kenne…

Update 21.15 Uhr

Ich habe „Im Herzen der Gewalt“ beendet und mein Eindruck hat sich bis zum Ende nicht mehr geändert. Beeindruckend, eindringlich – ich bin definitiv sehr gespannt auf weitere Bücher des Autors.

Jetzt beende ich aber den Lesetag mit einem Stückchen Eierlikörkuchen:

8 Comments

  1. Pingback: Herbstlesen im Oktober 2018 – Feiertag – ALLES AUẞER LYRIK

  2. Konstanze

    Wie schön, dass du dabei bist! Und ich werde heute auch nicht nur lesen – der Brettspieltermin mit meinem Mann steht zum Beispiel schon fest und irgendeinen Film oder eine Serienfolge wird es vermutlich heute auch noch geben, wenn er sich von seinen japanischen Monsterfilmen trennen kann. ;)

    Deine Lektüre scheint gerade alles andere als „leicht“ zu sein. Das Buch über die russische Revolution klingt ungemein spannend – da weiß ich viel zu wenig drüber! Aber die Seitenzahl schreckt mich ebenso ab, wie deine Beschreibung der kleinen Schriftgröße – letzteres hindert mich auch schon eine Weile daran mein Buch über Afrikanische Geschichte endlich weiterzulesen.

    Bei „Im Herzen der Gewalt“ hätte mich die Grundvoraussetzung auch abgeschreckt – gerade wenn es so intensiv erzählt wird, wie du es beschreibst. Ich würde mich also auch erst einmal an „Das Ende von Eddy“ halten, wenn die Neugier dank dir dann doch zu groß werden sollte.

    Ich wünsche dir einen wunderbar entspannten Tag! :) Oh, und ich finde deine Deko sehr ansprechend! Jedes Mal, wenn ich eine so hübsche Herbstdeko sehe, denke ich, dass ich das auch will! Und dann sehe ich, wie die Katze mal wieder irgendein Kleinteil durch die Wohnung spielt und verzichte doch darauf – umso schöner ist es, wenn ich also hübsche Fotos zum Anschauen bekomme.

    • Da es das Sachbuch auch schon als Taschenbuch gibt, ist das ebook gar nicht mehr so teuer – und man kann die Schrift beliebig vergrößern. ;)

      Ich habe generell nicht so viel Deko – lieber nur ein paar Dinge, die aber dafür umso hübscher sind. Da räume ich nach Lust und Laune wieder hin und her und verstaue auch immer einen Teil wieder in dem Schrank. Aber stimmt schon, mit Katze gehen nur große Teile, die nicht umfallen können…

      • Konstanze

        Das Problem ist, dass ich gerade längere eBooks wirklich nicht gern lese und bei dem Seitenumfang zählt das Buch definitiv als „länger“. Das Vergrößern der Schrift ist hingegen ein Vorteil, den ich so langsam immer mehr zu schätzen weiß!

        Ja, so geht es mir auch. Wobei langfristig wirklich nur die Teile bleiben, die unzerstörbar sind. Für den Rest habe ich einfach keinen Stauraum und habe ihn dann lieber in andere Hände gegeben.

        Dein Nachmittag klingt wirklich wunderbar entspannt! „Fixer Upper“ mag ich auch, obwohl ich Chip etwas anstrenend finde und inzwischen eigentlich nur noch den Vorher- und Nachher-Zustand eines Hauses betrachte. (Ich wünschte, Jo hätte ihre Riesen-Uhren-Phase irgendwann mal überwunden! *g*) Noch lieber mag ich „Good Bones“, weil das Endergebnis zwar manchmal etwas wild, aber dafür deutlich weniger nach Möbelkatalog und mehr nach Zuhause ausschaut. Viel Spaß damit! :)

      • Ich finde manchmal dieses Familiengetue zu aufgesetzt und naja – weniger patriotisch dürfte es für mich auch gerne sein. Aber es ist ganz nett.
        „Good Bones“ finde ich vom Endergebnis auch meist ok, nur die Diskussionen zwischen Mutter und Tochter sind mir manchmal zu nervig…

      • Konstanze

        Und weniger „christlich“, aber ohne geht es wohl bei Leuten aus einem ländlichen Gebiet in Texas nicht … Gruselig!

        Lustigerweise mag ich die Mutter-Tochter-Auseinandersetzungen deutlich lieber, als Chip, der Mist baut, während Jo milde lächelnd zuschaut. ;)

        Schön, dass dein Buch bis zum Ende so beeindruckend blieb! Gerade weil es schon das zweite Buch des Autors für dich war und dann ja schlimmstenfalls eine Enttäuschung auf einen wartet, wenn der Autor die Erwartungen, die das erste Leseerlebnis weckte, nicht halten kann.

  3. natira

    Da hast Du gleich zwei sehr fordernde Bücher heute in der Hand.

    Das mit Lenin klingt vertraut, vermutlich habe ich es vor Ewigkeiten mal in der Schule gehört, als es im Geschichtsunterricht um die Oktober(November)Revolution ging oder in der Staatsbürgerkunde um Marxismus/Leninismus. Das ist aber alles so lange her … Hm, mich erinnert das aber gerade daran, dass ich mal ein Buch auf der Merkliste hatte „Lenin im Zug“ o.ä…. *gehtgoogeln* Ah, „Lenin on the train“ – das ist inzwischen auch in der deutschen Übersetzung „Lenins Zug“ erschienen. Nun, dann kann ich da letztere auf die Merkliste setzen ….

    • „Lenins Zug“ klingt ja verlockend! Ich habe von der Autorin schon ein Buch über den Kreml gelesen, das fand ich auch sehr interessant – landet also auch auf meiner Liste!

      Ich kann mich nicht daran erinnern, das wir die russische Revolution behandelt haben. Die französische bis zum erbrechen (als „Beispiel“ für alle weiteren, hieß es), aber danach ging es nur noch um deutsche Geschichte.

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