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Jess Kidd: Der Freund der Toten

Irland, 1976. Bisher ging Mahony immer davon aus, dass seine Mutter einfach keine Lust auf ein Kind hatte und ihn deshalb in ein Waisenhaus nach Dublin brachte. Doch jetzt, mit 26 erfährt er, das es wohl ganz andere Gründe gab. Die Spur führt in den County Mayo, genauer gesagt nach Mulderrig, ein kleines Dorf. Hier gehen die Uhren noch anders und so fällt Mahony, der sich bisher als Kleinganove und Hippie durchgeschlagen hat, sofort auf. Schnell erfahren die Dorfbewohner, das er auf der Suche nach seinen Mutter ist und das gefällt den meisten nicht. Unterstützt wird er bei seinen Ermittlungen von Mrs Cauley, einer alternden Schauspielerin.

Klingt ein bisschen wie ein Thriller – ist es aber nicht. Stattdessen ist eine fast schon magische Geschichte, die sehr ausschweifend erzählt wird. Mahony ist ein charmanter Taugenichts, der aber zum ersten Mal in seinem Leben eine Mission hat: Seine Mutter zu finden. Das sie einfach weggegangen ist, daran glaubt er nicht.

Die Lösung ist dann auch gar nicht sooo schwer. Der Weg dahin war es dann aber doch. Mahony hat nämlich eine besondere Gabe, er kann die Toten sehen, mit ihnen Kontakt aufnehmen. Das führt zu einer Unmenge an Personen, denn natürlich ist das Dorf von Toten nur so belagert. Im Laufe der Jahrhunderte sammeln die sich eben an. Zu seiner großen Verwunderung kann er jedoch ausgerechnet seine Mutter nicht sehen.  Daneben gibt es weitere phantastische Elemente: fliegende Bücher, ein Säugling, der von Pflanzen versteckt wird, eine heilige Quelle im Haus (inklusive Frösche), ein Sturm, der nur im Dorf Verwüstungen anrichtet.

Insgesamt ist ein wirklich schönes Buch. Die Sprache sehr poetisch, die Geschichte selber ist dann aber zu langatmig erzählt. Außerdem gibt es durch die Toten eine Vielzahl an Protagonisten, die für die Handlung keine Rollen spielen. Auch da hätte man jede Menge kürzen können. Ein paar Geister sind ja durchaus malerisch, aber doch nicht hunderte (die sich teilweise auch nur damit begnügen, in der Story einmal aufzutauchen und sich dabei am Sack zu kratzen)…

OT: Himself

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