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Robert Thorogood: Mord im Paradies

Ich bin ein Fan der Serie „Death in Paradise“ – bzw. der ersten Staffeln. Ich mag den Gegensatz zwischen dem steifen Detective Inspector Richard Poole und dem lockerem Inselleben in der Karibik. Außerdem mag ich den Humor und die kniffligen Kriminalfälle. So kam es, dass ich letzte Woche in der Bücherei das Buch auf dem Weg zur Ausleihe noch blitzschnell einpackte – natürlich habe ich da nicht lange überlegt.

Der Fall in dem Buch hier existiert allerdings nicht in der Krimiserie. Aslan, ein Guru auf der Insel wird ermordet. Mitten in einem Meditationsraum, umgeben von von Gästen, die alle tief in der Andacht versunken sind. Für die Tat kommt nur einer der Gäste in Frage, doch wer?

Wenn man die Serie mag, dann ist das ein nettes Buch, das aber doch einige Schwächen hat. Was im Film amüsant und kurzweilig wirkt, ist als Roman teilweise recht schleppend erzählt. Schön fand ich, das die handelnden Figuren die „alten“ Darsteller sind. Schade, das sie allesamt sehr blass und hölzern agieren. Gerade Camille, Dwayne und Fidel agieren nur im Rahmen der Ermittlungen. Es gibt so gut wie keine privaten Kontakte zwischen den Personen.

Der Mordfall selber ist durchaus spannend. Es gibt mehrere Verdächtige, die allesamt auch Motive haben, doch so richtig scheint es nie zu passen. Die einzelnen Verdächtigen werden nach und nach ausgeschlossen, dazu werden die bisherigen Ermittlungsergebnisse mehrmals wiederholt. Und hier zeigen sich die Unterschiede zwischen Buch und Film deutlich. Wenn im Film der ermittelnde Beamte auf die Tafel mit den Ergebnissen guckt, ok. Das ist eine Momentaufnahme. Wenn man die gleiche Szene in einem Buch darstellt und man immer und immer wieder die Tafel mit den verschiedenen Hinweisen liest, dann wird es ermüdend. Es ist an vielen Szenen sichtbar, dass der Autor bisher Drehbücher und keine Romane schrieb. Man hätte einiges straffen und kürzen müssen, das hätte dem Buch gut getan. Positiv anzumerken ist aber, das zumindest ich bis zum Ende nicht auf die Lösung des Falles gekommen bin.

Als Zusammenfassung bleibt mir nur zu sagen: durchaus lesbar. Aber wer es nicht tut, der verpasst auch nichts.

OT: A Meditation on Murder

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