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Katharina Höftmann: Die letzte Sünde

Kommisar Rosenthal ist erst seit kurzem bei der Polizei in Tel Aviv. Seine bisherige Karriere fand im Gazastreifen statt, ständig auf der Jagd nach Terroristen. Jetzt bekommt er seinen ersten Fall: eine junge Frau, eine Einwanderin aus der Ukraine, wurde ermordet aufgefunden. Der Täter scheint schnell gefunden zu sein, ein Afrikaner, mit dem sie zuletzt gesehen wurde.

„Die letzte Sünde“ habe ich in der Bücherei entdeckt und spontan ausgeliehen. Assaf Rosenthal ist ein Mann mit vielen Fehlern. Er ist ein richtiger Weiberheld, scheint fast nie pünktlich zur Arbeit zu kommen, trinkt gerne und kifft. Er hat Vorurteile, v.a. den afrikanischen Einwanderern gegenüber und so fühlt er sich beim ersten Tatverdächtigen bestätigt. Aber er ist auch ein guter Ermittler, der nicht die einfache Variante wählt, sondern weiter ermittelt, weil er weiß, das der Fall noch nicht abgeschlossen ist.

Der Kriminalfall ist in meinen Augen nicht sonderlich spannend, eher fand ich es merkwürdig, das der Kommissar so lange brauchte, um auf die Lösung zu kommen. Was mir aber sehr gefiel, das waren die Beschreibungen aus Tel Aviv selber. Die Gesellschaft selber, die so zerrissen ist, die unterschiedlichen politischen Strömungen, der Umgang mit Einwanderern, der Rassismus innerhalb der jüdischen Bevölkerung. Spannend fand ich auch den Einblick in den israelischen Polizeialltag. Rosenthal ist es gewohnt, praktisch sofort Durchsuchungsbefehle etc. zu bekommen – Terrorbekämpfung in Polizeikreisen den höchsten Stellenwert, diese Abteilung hat die beste Ausstattung, die größten Ressourcen.

Dank meiner Bücherei werde ich auch noch die weiteren Bände – insgesamt gibt es drei – lesen können. ;)

Serie: Assaf Rosenthal #1

4 Comments

  1. Hallo,

    alleine der Handlungsort macht das Buch für mich sehr interessant – wann liest man schon mal einen Krimi, der in Tel Aviv spielt? Allerdings weiß ich nicht, ob der Ermitttler mir nicht schon nach wenigen Kapiteln arg auf den Zeiger gehen würde, oft kann ich es nicht ausstehen, wenn der Protagonist so ein Unsympath ist.

    LG,
    Mikka

    • Zum Glück hat er auch ein paar gute Seiten. ;) Für mich sind das nette Krimis, aber nichts, was ich im eigenen Regal haben muss. Vielleicht kannst du auch in der Bücherei mal reinlesen?
      An israelischen Krimis fällt mir sonst noch Batya Gur ein. Ich habe aber bestimmt schon seit 20 Jahren kein Buch mehr von ihr gelesen und damals fand ich die auch nicht soooo dolle.
      Interessant finde ich allerdings Shulamit Lapid. Das ist ebenfalls eine ältere Krimiserie, aber wenn du auch ebooks liest – den ersten Band gibt es für (derzeit?) 0,99 €.

  2. Konstanze

    Batya Gur – die Autorin hatte ich ja total vergessen! Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass das interessant klingt. Mit einem „netten“ Krimi kann ich leben, wenn die HIntergründe reizvoll sind und das Leben in Israel finde ich schon spannend. Ich habe eine Zeitlang eine Bloggerin verfolgt, die in Israel lebt, und diese kleinen Schnipsel Alltag, die ich darüber mitbekam, fand ich faszinierend.

    Ein Hoch auf interessante Bibliotheksfunde! :D

    (Ich sehe gerade, dass meine Bibliothek auch alle vier Bände im Bestand hat … *g*)

    • Ich kann mir gerade auch nicht erklären, warum ich Batya Gur nicht weiter verfolgt habe. Irgendwie fand ich die Krimis anscheinend doch nicht sooo gut.

      Von Katharina Höftmann gibt es auch noch ein Buch, in dem sie von ihrem Leben in Israel berichtet – so ganz ohne Krimi. :)

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