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[Achtung, Trash!] Ein teuflisches Angebot #3

Callie kann einem schon leid tun: Völlig bescheuertes Elternhaus, einen merkwürdigen Ehemann, von dem sie nur weiß, das er einen kleinen Hang zum Sub/Dom Spielen und ein riesiges Haus ohne Personal hat. Nach der Hochzeitsnacht verbringt sie den Morgen mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten: Feuer machen, Eier suchen im Hühnerstall, Kuchen backen und Wasser für ein Bad erhitzen. Kaum liegt sie entspannt in der Wanne, kommt ihr Ehemann (ja, immer noch mit Kapuze!) und hilft ihr beim Waschen (was natürlich zu mehr führt, aber nicht zum endgültigen Vollzug der Ehe). Am Ende ist Callie sauber und frustriert, weil Ren wieder das Weite gesucht hat.

Im nächsten Gespräch gibt es einen kurzen Hinweis auf die Größe des Hauses (100 Zimmer), aber Personal bräuchten sie nicht, schließlich würde er doch sowieso bald sterben und irgendein Zimmer wäre bis zum Ende schon noch sauber. Hm.
Callie fängt einfach an zu putzen und treibt damit den Mann aus dem Haus, der zum ersten Mal seit seinem Einzug über seinen Besitz stiefelt und sich wundert, warum er das nicht schon früher gemacht. Ich wundere mich ja eher, warum jemand, der Tag und Nacht mit Trinken und Rausch ausschlafen verbringt, keine Entzugserscheinungen hat und überhaupt die Kondition hat, einen ausgedehnten Spaziergang zu machen. Aber naja, wer bin ich schon?
Zum Glück kommt er rechtzeitig nach Hause, um seine Frau zu retten – die fällt ihm praktisch beim Fenster putzen in die Arme.

Damit springt die Handlung wieder nach London, wo gerade die jüngste von Callies Schwestern den Giftmord an deren Ehemann plant (keine Ahnung, wie alt das Kind ist – 10?). Sie schüttet einen Haufen Abführpulver in ein Glas mit kandierten Ingwer und schickt das Päckchen ins Herrenhaus. Da Callie Ingwer nicht mag, wird nur der Ehemann das Zeug essen, folgert die Göre schlau.

Im Herrenhaus bleibt alles beim alten: Callie wäscht sich, Ren hilft ihr und geht dann aber vor dem Ende. Eine Neuigkeit gibt es aber – auch er beschließt, sich zu waschen (Igitt – Callie hat sich also vorher von einem stinkenden Mann anfassen lassen? Bäh…). Auf jeden Fall sinniert er während dessen über eine geheimnisvolle Brüderschaft, denen er sich angeschlossen hatte und die ihn dann aber verraten haben. Spätesten jetzt weiß auch die begriffsstutzigste Leserin, das er ganz viele Narben im Gesicht hat. Und damit sind 25% des Buches abgeschlossen! Halleluja!

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[Achtung, Trash!] Ein teuflisches Angebot #2

Inzwischen konnte ich mich etwas von dem Quark erholen, den ich das letzte Woche gelesen hatte. Ja, ich war sogar neugierig, was für hanebüchene Szenen nun auf mich warteten. Es geht nach der Trauung mit den Kapiteln 3-5 weiter: Callie bewundert ihr neues Haus, dessen Kalksteine sich in der Sonne aalen. Außerdem ist sie froh, das ihre Familie weg ist und sie alleine ist (nun gut, da wäre noch der fremde Ehemann…)

Dabei fällt ihr auf, das sie immer noch nicht weiß, wie ihr Mann aussieht, denn der läuft stets mit einem Kapuzenumhang herum. Ein kurzes Gespräch darüber führt zu einer kleinen Fummelei mitten auf der Auffahrt des Hauses (und das ist auch kein bisschen erotisch, sondern todlangweilig). Naja, bevor es zur Hochzeitsnacht geht, gibt Ren seiner Frau schon einen ersten Befehl: Sie soll so auftauchen, wie bei der ersten Begegnung, im Hemdchen (war das nicht eine Husse?), barfuß und mit offenen Haaren. Ren findet seine Frau recht verrückt, aber da der Pfarrer ihm ja jedes Recht verliehen hat, will er sie ordentlich ran nehmen – obwohl er ein paar Seiten später beschließt, das er sich doch nicht aufzwingen will, sondern seine Braut verführen will. Callie ist dagegen schon sehr gespannt:

Ob aus guten oder schlechten Gründen, heute Nacht würde sie flachgelegt werden, nach allen Regeln der Kunst.

Die Hochzeitsnacht selber zieht sich dann auch über mehrere Seiten und wirkt ein bisschen wie das historische 50 Shades of Grey. Letzten Endes kommt es aber nicht zum Akt, weil Ren seine Braut vorher verlässt (sieht so die Verführung aus?) und Callie ist sauer und frustriert. Interessanterweise weiß ich nun aber, das die Perlenkette, wegen der das ganze Theater stattfindet, 225 Perlen beinhaltet. Hoffentlich sind die weiteren 224 Bettszenen nicht so dröge!

Danach verlagert sich die Handlung nach London – zu zwei unbekannten Herren, die sich in einer Spielhölle, die darüber rätseln, das „Er“ geheiratet habe. Was die beiden mit Ren zu haben, keine Ahnung – aber es ist ungeheuer spannend! Wir verlassen die Herren aber sehr schnell und landen bei Callies Familie. Dade ist immer noch sauer, das Callie einen Fremden geheiratet hat, aber das Streitgespräch ist genauso konfus wie die ganze Familie. Zumindest eine der Schwestern ist sauer, weil Callie vor ihr geheiratet hat, ihre Mutter vermutet, das Callie mit den Seelen der Toten in Verbindung stand (Häh? Welche Toten?) und deshalb halbnackt durchs Haus schlenderte. Die Familie überlegt, wie man Callie aus der Ehe befreien könnte – eine Scheidung komme nicht in Frage (zu skandalös), aber wenn man den Mann anders aus den Weg räumen könne… gegen eine Witwenschaft spricht doch gar nichts. Ihr Vater dagegen schlägt mal wieder alles:

„Und hat sie nicht ausgesehen wie der Traum eines besoffenen Matrosen?“

WTF??? Was für ein Vater sagt das denn über die eigene Tochter? So langsam wundert es mich nicht mehr, das Callie die Gelegenheit genutzt hat und einen Fremden geheiratet hat.

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[Achtung, Trash!] Ein teuflisches Angebot #1

Nachdem ich in den letzten Wochen doch eher anspruchsvolles gelesen habe, hatte ich nun wieder Lust auf eine einfache, nette Geschichte. Auf meinem Kindle entdeckte ich „Ein teuflisches Angebot“ von Celeste Bradley – ein Historical, genau das richtige! Wehende Kleider, charmante Gentleman, heiße Bettszenen und mit etwas Glück auch noch eine nette Story. So der Plan. Also dann, Tee gekocht, Kindle aufgeschlagen und los!


Schauplatz ist England, genauer gesagt die Cotswolds im Jahre 1816. Es beginnt dramatisch: Die Protagonistin ertrinkt, zeigt aber auch da noch einen recht sarkastischen Humor. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Miss Calliope Worthington zusammen mit ihren Eltern und Bruder in einer Kutsche, die bei der Fahrt über eine marode Brücke in den eiskalten Fluss stürzt. Dumme Sache!

Die Autorin hält sich nicht mit langem Lamentieren auf, die Familie läuft draußen klitschnass herum, entdeckt ein Herrenhaus und sucht dort Zuflucht. Das Haus scheint leer zu sein, also gehen sie einfach rein (vermutlich waren die Türen offen), ziehen die Hussen von den Sofas und machen es sich bequem. Der Bruder marschiert wieder zum Kutscher, um diesen mit den Pferden zu helfen, denn, Achtung, die Tiere waren es nicht gewohnt, in einem eisigen Fluss zu landen. Joa.

Callie (anscheinend der Spitzname) zieht sich aus und bedeckt ihren Körper mit einer der Hussen (!), die Eltern schlafen erschöpft ein und sie wandert verträumt durch das Haus, singt dabei engelsgleich und entdeckt schließlich ein Schmuckkästchen und behängt sich mit diversen Geschmeiden, u.a. eine Perlenkette. Zu ihrem Pech hat sie jemanden im doch nicht leeren Haus aufgeweckt – der Besitzer Ren Porter hat sich aus unerfindlichen Gründen dem Trunke ergeben und so taumelt der Mann dem Gesang entgegen und findet da die halbnackte Callie, geschmückt wie ein Weihnachtsbaum. Unter dem Vorwand, ihr den Schmuck abzunehmen, begrabscht er sie und sie erregt das ganz dolle, doch dummerweise kommt ihr da ihr Bruder dazwischen (anscheinend haben sich die Pferde vom eisigen Flusswasser erholt) und die Perlenkette reißt.

Jetzt gibt es einen Sprung zu nächsten Morgen – Ren und Dade (der Bruder) stehen sich im Duell gegenüber. Ren scheint große Todessehnsucht zu haben, schießt absichtlich daneben, doch Callie findet, das Duelle ein großer Quatsch sind (hier musste ich ihr ausnahmsweise zustimmen), geht dazwischen und erklärt, das der Unbekannte um ihre Hand angehalten habe, der Bruder solle sich also nicht so sträuben, wird schon alles klappen! Und ich musste meine gerade positive Meinung über Callie wieder revidieren – sie will einen Fremden, der sie einmal im dunklen und betrunken befummelt hat, heiraten??? Die beiden schließen einen sehr merkwürdigen Handel ab – sie verbringt so viele Nächte mit ihm wie Perlen auf der Kette sind und unterwirft sich dabei seinen Befehlen. Von der Hochzeit selber bekommt Callie nicht viel mit, anscheinend bekommt sie nun doch Panik (ihre Ohren brüllen und ihr Herz flattert), ihre Mutter weint nach der Hochzeit ganz dolle, weil sie ohne ihre Tochter nicht zurechtkommen wird (anscheinend gibt es noch viel mehr Kinder), aber der Vater beruhigt seine Frau mit den Worten:

„Es reicht ein einziger Blick, um zu erkennen, das ihre Liebe ewig dauern wird!“

Häh? Hat der Vater die Alkoholvorräte des Bräutigams geplündert? Kopfverletzung durch den Unfall? Aber da der Rest der Familie sich nicht wundert, scheint der immer so zu sein. Zum Glück ist das Kapitel zu Ende und ehrlich gesagt, dieser Quatsch hat mich sehr, sehr angestrengt.

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Igort: Berichte aus Russland

Ich habe mich im Vorfeld nicht mit dem Inhalt des Buches auseinander gesetzt – eigentlich hatte ich sogar keine Ahnung vom Inhalt. Natürlich ahnte ich dunkel, das es grausam sein würde, schließlich hatte ich schon „Berichte aus der Ukraine“ gelesen. Doch während es dort vorwiegend um Ereignisse in der Ukraine der 1930er Jahre geht, liegt der Schwerpunkt in diesem Buch auf Tschetschenien und Anna Politkowskaja.

Die Journalistin berichtete vor allem von den mehr als grausamen Menschenrechtsverletzungen während des 2. Tschetschenienkrieges. Tausende Zivilisten wurden verschleppt, verstümmelt, vergewaltigt, ermordet. Die Schilderungen der Gräueltaten gehören wohl zu den grausamsten, was ich je gelesen habe. Das jetzt erneut (oder immer noch?) neue Menschenrechtsverletzungen aus Tschetschenien, diesmal gegen Homosexuelle, bekannt wurden, hat es mich noch schwieriger gemacht, weiter zu lesen.

Anna Politkowskaja hat aber nicht nur die Opfer bzw. deren Angehörigen befragt, sondern auch mit ehemaligen Soldaten. Manche sind einfach nur abgestumpft, andere wurden, nachdem sie sich weigerten, selber gefoltert. Doch darauf beschränkt sich Igort nicht – neben den Ergebnissen der Befragungen wird auch der Mord an der Journalistin geschildert und es gibt einen Rückblick auf den historischen Beginn des Konfliktes im 19. Jahrhundert.

Die Zeichnungen sind mehr als eindrucksvoll, die Farben eher düster gehalten. Manche sind schwarz-weiß, manche farbig, wobei dann oft Rottöne vorherrschen. Vieles wird nur angedeutet, wirken aber auch sehr drastisch.

Definitiv eine dicke Leseempfehlung von mir – aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt.

OT:
Quaderni Russi: la guerra dimenticata del Caucaso

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Mohsin Hamid : So wirst du stinkreich im boomenden Asien

Wer profitiert als erstes von den ganzen Ratgeber, die ein reiches Leben versprechen? Natürlich der Autor selber, den schließlich verdient er an den verkauften Büchern. Das ist die erste Lektion, die der Leser hier lernt. Der erste Tipp: „Zieh in die Stadt“. Das kranke Kind, das sich als Held entpuppen wird, hat Glück. Sein Vater nimmt ihn die Familie mit in die Stadt. Auch im nächsten Kapitel hat er Glück: er ist das dritte Kind und ein Junge, also darf er zur Schule gehen und muss die weder verlassen, um zu heiraten, noch um Geld zu verdienen, wie der ältere Bruder. Korruption herrscht überall, auch an der Uni, wo der Held später landet.

Der Held bleibt namenlos, das Land ebenso. Indien, Pakistan, Bangladesch, alles käme in Frage als Ort des Geschehens. Die einzelnen Kapitel sind immer einer Anweisung aus einem Selbsthilfebuch versehen: „Freunde dich mit einem Bürokraten an“, „Schrecke nicht vor Gewalt zurück“, aber auch privates gehört dazu: „Verlieb dich nicht“. Auf den gut 220 Seiten wird so das ganze Leben des Helden geschildert. Das kann natürlich nur mit großen Zeitabständen zwischen den einzelnen Kapiteln gehen. Einzelne Episoden aus dem Leben sind es, die geschildert werden und doch habe ich nichts vermisst – eine weitschweifige Geschichte hätte hier nur merkwürdig gewirkt. Vieles wird nicht erzählt, manches Mal wird etwas nur zwischen den Zeilen sichtbar, in einem kleinen Nebensatz. Und doch gibt es hier auch eine kleine Liebesgeschichte, trotz des Rates „Verlieb dich nicht“: das schöne Mädchen, das er als armer Junge kennen lernt, bleibt über Jahrzehnte hinweg immer präsent. Wie er ist auch sie getrieben vom Hunger nach Reichtum, wie er setzt sie sich durch. Eine Beziehung bleibt aber unmöglich.

Vieles in dem Buch wirkt ausgesprochen bissig, was aber mit Sicherheit auch genauso beabsichtigt war. Manches Mal ist es auch tragisch, wenn die Figuren so handeln, wie sie es nun mal tun – alles dient der Jagd nach noch mehr Geld, aber eine andere Handlungsweise hätte zum entsprechendem Charakter nicht gepasst. Solche Überlegungen blitzen immer wieder mal kurz auf, werden dann aber immer wieder gleich abgeblockt.

Einerseits hat mich das Buch gut unterhalten, aber andererseits ist mir als öfters das Lachen im Halse stecken geblieben. Und ich bin neugierig geworden auf die weiteren Romane von Mohsin Hamid.

OT: How to Get Filthy Rich in Rising Asia

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Julia Keay: Mehr Mut als Kleider im Gepäck

Jahrelang bin ich um das Buch herumgeschlichen. Es stand auf der Wunschliste, wurde runter geworfen und doch immer und immer wieder neu auf die Liste gesetzt. Im Dezember hatte ich genug und kurz entschlossen habe ich es mir dann endlich bestellt. Es klang einfach so faszinierend – Abenteuerlustige Frauen aus dem 19. Jahrhundert, die durch die Welt reisen.

mehr mut als kleider im gepäck

Allerdings haben mir schon die ersten zwei Frauen bzw. ihre Schilderungen einen Dämpfer verpasst. Emily Eden landet nur in Indien, weil ihr Bruder dort Generalgouvenor wird und da sie ihm dem Haushalt führt, reist sie mit. Auch das Leben von Anna Leonowens ist alles andere als glanzvoll. Eigentlich wäre es sehr interessant, aber leider musste erfand sie sich eine komplett andere Biografie. Amelia Edwards war reich und landete eigentlich durch Zufall in Ägypten. Sonderlich sympathisch wirkt sie nicht, aber ihre Nachdenklichkeit, was den Umgang mit den Altertümern angeht, wirkt geradezu modern. Kate Marsden war eine Fanatikerin – die sah ihr Lebensziel darin, Leprakranke zu pflegen und so reiste sie quer durch Sibirien. Von Getrude Bell hatte ich dagegen schon eine Biografie gelesen – sie reiste zwar immer mit sehr viel Kleidern, aber auch viel Mut. Daisey Bates lebte mehrere Jahre bei den Auborigines in Australien, lernte ihre Sprache, ihre Kultur und wusste doch von Anfang an, das sie sie nicht würde retten können.Fanatisch war auch Alexandra David-Néel, die als erste Frau nach Lhasa reiste – verkleidet, mit Dreck beschmiert.

Mich hat die Auswahl der Frauen am Anfang schon recht verstört. Denn gerade Emily Eden, die nie reisen wollte und nur auf Grund ihres Bruders in Indien landete, passt nicht in Reihe mit Frauen wie Kate Marsden oder Getrude Bell, die aus eigenem Antrieb heraus reisten. Natürlich sind die Gründe bei den anderen Frauen auch verschieden gewesen, manche wollten mehr wissen, andere trieb die Reiselust, manche wollten die Welt verändern.

Um sich einen kleinen Einblick in die Welt der unterschiedlichen Frauen zu verschaffen, bietet sich das Buch aber durchaus an. Und teilweise ist es auch alles, was es momentan an Lesestoff gibt. Kate Marsden hat zwar über ihre Reise geschrieben, aber leider ist gerade ihr Buch nur zu Mondpreisen erhältlich.

OT: With Passport and Parasol

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Andrej Nikolaidis: Die Ankunft

Schneefall an der Adria im Sommer. L.A. durch ein Erdbeben zerstört. Flutkatastrophe in den den Niederlanden. Ein grauenvoller Mord in einer Kleinstadt in Montenegro. Dort lebt ein Privatdetektiv, der sich eigentlich auf ein ruhiges Leben eingerichtet hatte, doch plötzlich scheint die Welt aus den Fugen zu geraten. Und er muss feststellen, das er einen Sohn hat, von dem er bisher nichts wusste.

Das Buch ist mit 140 Seiten recht dünn -vermutlich hätte ich es sonst auch abgebrochen. Abwechselnd erzählen der Detektiv und dessen Sohn die Geschichte – der eine in Montenegro, der andere in Wien, der seinem Vater Mails schreibt. Der Teil, der den Mord und das Leben in Montenegro schildert, fand ich dabei durchaus gelungen – ziemlich Hardboiled, wie da die grausamen Einzelheiten des Mordes lakonisch aufgezählt werden, aber gelungen.

Rätselhaft fand ich dagegen die Mails aus Wien. Die Schilderungen sind unverständlich, ich wusste auch am Ende nicht, wie die Personen zueinander stehen. Die Idee, das ein altes Manuskript irgendwas mit all diesen Ereignissen zu tun hat, ist ja durchaus interessant, aber in der Umsetzung ist das alles verworren.

Im Endergebnis hinterlässt das Buch bei mir nur Fragezeichen. Vielleicht hätte ich es aufmerksamer lesen müssen, vielleicht ist mir irgendwas entgangen. Vielleicht ist es aber auch einfach ein unverständliches Werk – ich weiß es nicht. Ich bin allerdings froh, das ich das Buch nicht gekauft habe, sondern aus der Bücherei hatte. Und dahin werde ich es nun auch wieder zurück tragen – möge es andere Leser finden!

OT: Dolazak