Florian Illies: 1913: Der Sommer des Jahrhunderts

Manchmal ist es merkwürdig, wie ich zu einem Buch komme. Dieses hier, ein hochgelobter Bestseller, hat nie mein Interesse geweckt, obwohl es schon einige Jahre auf dem Markt ist. Dann brachte ich vor einigen Wochen einige meiner Bücher zum Bücherschrank und stieß dort auf dieses Werk – und dachte spontan, ach, nimm es mal mit. Zurück bringen geht ja immer noch. Berühmte letzte Worte.

Das Buch ist eine Aneinanderreihung einzelner Episoden des Jahres 1913 aus dem Leben verschiedener Personen – zum größten Teil Künstler wie Schriftsteller, Maler, Bildhauer, aber auch andere Persönlichkeiten wie Sigmund Freud und der Erzherzog Franz Ferdinand. Die Mona Lisa, die zu der Zeit gerade gestohlen war, wird mehrfach erwähnt.

Zeitlich wird der Inhalt dabei nach Monaten strukturiert, so das gut sichtbar wird, was gerade an Klatsch und Tratsch Thema war, welcher Maler an welchem Bild arbeitet. Einige Personen tauchen mehrfach auf – Alma Mahler, Else Lasker Schüler, Franz Marc, Kafka, Picasso, Matisse. Heute sehr berühmt, dort in ihren Anfängen zu sehen. Der geografische Schwerpunkt liegt definitiv auf Mitteleuropa, v.a. Wien, Berlin, Prag. Hitler wird erwähnt, der zu der Zeit gerade in Wien und München malte, Stalin reist nach Wien, und wer weiß, vielleicht sind die beiden Männer sich wirklich bei einem Spaziergang flüchtig begegnet, ohne zu wissen, wer der andere ist.

Die ganzen Schilderungen beruhen auf historischen Dokumente, auf Biografien, erhaltene Briefe, Zeitungsberichte, etc. Natürlich immer ein bisschen ausgeschmückt, niemand von uns kann schließlich sagen, was genau Werfel, Rilke und Co sagten, dachten, fühlten. Überhaupt Rilke – ständig am Jammern, war der wohl wirklich so? Brecht geht noch zur Schule und zelebriert in seinem Tagebuch das Leid einer Erkältung oder wie der Autor schreibt: Männerschnupfen. Überhaupt wurden die ganzen einzelnen kleinen Geschichten und Ereignisse aus dem heutigen Blickwinkel aufgeschrieben und treffend kommentiert. Vieles davon ist eigentlich sehr belanglos (sowie der Männerschnupfen von Brecht), anderes war zu der Zeit einfach ein großes Thema, sowie z.B. ein Amoklauf oder die Zabern-Affäre.

Vorkenntnisse über Zeit und Personen sind definitiv hilfreich, um das Buch auch wirklich genießen zu können. Ich hatte vor vielen Jahren mal eine Phase, in der ich mich sehr für die Maler der Zeit interessierte und das Wissen darüber war auf jeden Fall hilfreich. Trotzdem habe ich mich beim Lesen immer wieder dabei ertappt, das Buch beiseite zu legen und verschiedene Ereignissen nochmal genauer nachzulesen bzw. Kunstwerke zu googeln. Das verlängert die Lesezeit insgesamt dann schon erheblich, störend fand ich es aber nicht.

Insgesamt mochte ich es wirklich sehr gerne. Ich habe einiges gelernt, ich wurde dabei auch noch gut unterhalten. Manche Personen hatten einen recht gr0ßen Anteil in dem Buch, so vor allem die Beziehung zwischen Alma Mahler und Oskar Kokoschka. Und gerade über die beiden möchte ich gerne noch mehr lesen – Tipps sind also willkommen!

Francis Durbridge: Paul Temple und der Fall Vandyke

Ich habe vor einiger Zeit über die ARD Audiothek bereits ein Paul Temple Hörspiel gehört und als ich nun bei Audible eine ganze Reihe entdeckte, konnte ich gar nicht schnell genug auf kaufen klicken (die gehören übrigens zur 2:1 Aktion – 2 Hörspiele/-Bücher für 1 Guthaben).

Die Hauptfigur Paul Temple ist Schriftsteller, hilft aber der Polizei immer wieder bei Ermittlungen, zusammen mit seiner Frau Stevie. Mrs. Temple ist Ehefrau und geht natürlich nicht irgendeinem Beruf nach (es sei denn, Hobbydetektivin ist ein Beruf). Hier ist es eine junge Witwe, deren Fall Scotland Yard vor ein Rätsel stellt: Sie geht abends aus und hinterlässt ihr Baby beim Babysitter – doch als sie später am Abend zurück kommt, sind Baby und Babysitter, eine ältere Dame, verschwunden. Nur eine Nachricht gibt es: „Ein Mr. Vandyke hat angerufen; keine Bestellung hinterlassen“.

Es gibt verschiedene Versionen, diese hier gehört zu den alten Radiohörspielen der 1950er und 60er Jahre. Genauer gesagt wurde es 1953 zum ersten Mal ausgestrahlt. Unterteilt ist es in 8 Abschnitten. Am Anfang eines Abschnittes wird der bisherige Inhalt kurz wiederholt – natürlich sehr sinnvoll, wenn man vorm Radio sitzt und nicht mal eben zurückspringen kann. Auch ansonsten gibt es alles, was zu einem Hörspiel gehört – verschiedene Sprecher, Geräusche und immer wieder Musik. Tatsächlich erinnert das Hören ein bisschen an die alten Filme aus der Zeit, die Musik wirkt ähnlich.

Der Fall selber ist teilweise etwas verwirrend und nicht immer ganz logisch. Meistens geht die Handlung eher langsam voran, dazu kommen aber immer wieder kurze Phasen, in denen das Tempo angezogen wird. Und es ist blutiger, als ich am Anfang gedacht hätte, denn der Täter geht über Leichen, im wahrsten Sinne.

Insgesamt hat das Hörspiel seine Schwächen, es ist auch ziemlich angestaubt, aber es bietet auch heute noch spannende Unterhaltung, die irgendwie charmant ist. Ich werde auf jeden Fall auch noch andere Folgen anhören.

Indiebookday 2021

Letztes Jahr habe ich es irgendwie verpasst. Vor zwei Tagen saß ich dann in der spät in der Nacht in meinem Lieblingssessel und dachte plötzlich, hm, März, ist da nicht der #Indiebookday? Und Sekunden später, oh, der ist übermorgen? Ja, dann…

Auf „Mars“ von Asja Bakić bin ich bei Twitter aufmerksam geworden und hatte das Buch auf die Wunschliste gesetzt. Mir war allerdings nicht bewusst, das es in einem Indie Verlag erschienen ist, aber nachdem ich es auf der Homepage des Verbrecher Verlag sah…

Ich habe trotzdem noch etwas weiter gestöbert und bei der Edition Nautilus wurde ich auf „Die schlechteste Hausfrau der Welt“ von Jacinta Nandi entdeckt. Und auch das klang soooo gut – also her damit.

Miika Nousiainen: Die Wurzel alles Guten

Im Leben von Pekka Kirnuvaara läuft nicht alles so rosig, wie er gehofft hatte. Mit der Ex-Frau gibt es Streit, sein Beruf ist auch nicht wirklich glamourös und dann hat er auch noch Zahnschmerzen. Dabei mag er Zahnärzte gar nicht. Doch es hilft nichts und so sucht er einen neuen Zahnarzt auf, Esko Kirnuvaara. Schon kurz nach der Ankunft kommt Pekka ein Verdacht: Der Zahnarzt muss sein Halbbruder sein! Nach ein bisschen hin und her gibt Esko dies auch schließlich zu und schließlich machen sich die beiden ungleichen Männer auf, weitere Geschwister zu finden…

Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich in der Geschichte eingefunden hatte. Am Anfang wird es sehr umständlich und schleppend erzählt. So richtig nimmt die Geschichte erst ihr Tempo auf, als die Brüder sich aufmachen und ihre Geschwister suchen. Das war dann auch der Zeitpunkt, wo ich der Geschichte wirklich gerne gelauscht habe.

Das Ergebnis ist eine Familiengeschichte, die teilweise etwas verwirrend ist, aber dann doch immer wieder dem roten Faden folgt. Am Anfang eher schräg und absurd, irgendwie typisch „finnisch“ – finnische Bücher scheinen für mich immer schräg und absurd zu sein, aber vielleicht kenne ich auch zu wenig Bücher abseits von Arto Paasilinna. Je weiter die Handlung fortschritt, desto warmherziger wurde der Tonfall, bis es schon fast etwas unangenehm süßlich wurde, aber nur fast!

Ehrlich gesagt ist mir auch nicht klar, warum die Kinder alle den gleichen Nachnamen haben, da der Vater mit den Müttern nicht verheiratet war – aber vielleicht ist das finnische Namensrecht da auch anders. Wobei da auch die Namensrechte in anderen Staaten eine Rolle spielen… aber das verbuche ich einfach mal unter künstlerische Freiheit.

Gelesen wird das (gekürzte) Hörbuch von Christoph Maria Herbst und natürlich liest der gut. Die Betonungen passen, er schafft es, den Figuren Leben einzuhauchen. Trotzdem hatte ich so meine Probleme mit dem Hörbuch. Denn neben der Stimme von Herbst hatten sich die Macher auch noch dazu entschlossen, die Bohrgeräusche eines Zahnarztes mit einzubauen. Und jedes mal, wenn Esko seinem Beruf nachgeht (und er liebt seine Arbeit sehr!), dann ertönt also das charakteristische Geräusch. Wahrscheinlich finden das die meisten Menschen lustig oder passend oder was weiß ich. Für mich ist das Geräusch dagegen ein wahrer Alptraum. Und so habe ich für das Hörbuch auch wesentlich länger gebraucht, als sonst…

OT: Juurihoito
Sprecher: Christoph Maria Herbst
gekürztes Hörbuch

Karina Urbach: Das Buch Alice

Als Alice 1886 in Wien geboren wurde, war sie eines von vielen Kindern. Und sie hatte anscheinend auch kein besonderes Talent. Wie für viele Mädchen aus gut bürgerlichen Familien war auch sie für die Ehe bestimmt und so fügte sie sich und heiratete.

Leider war ihr Mann ein Spieler, der ihre gesamte Mitgift verspielte und starb. Und so stand Alice mit zwei kleinen Kindern da und musste sich irgendwie finanzieren. Sie erinnerte sich an die eine Sache, die sie gut konnte: Kochen und Backen. Und gründete eine Kochschule, die sehr erfolgreich war, einen Partyservice, der Fingerfood servierte und schrieb zwei Kocherbücher. Das zweite wurde zum Standardwerk der österreichischen Küche: „So kocht man in Wien! Ein Koch- und Haushaltungsbuch der gut bürgerlichen Küche“

Klingt traumhaft, doch das Leben änderte sich schnell: die Nazis übernahmen in Wien die Macht und als Jüdin war Alice und auch ihre Söhne bedroht. Sie überlebten im Ausland und später, als Alice nach dem Krieg in Wien zu Besuch war, da entdeckte sie zufällig in einer Buchhandlung ihr Buch – allerdings war ein anderer Autor vermerkt.

Karina Urbach ist Historikerin und hat hier einen Teil der eigenen Familiengeschichte aufgeschrieben. Allerdings erzählt sie nicht nur die Geschichte eines gestohlenen Buches, sondern auch die von Alice – wie sie aufwuchs, ihre kurze Ehe, ihre beruflichen Erfolge, wie der engen Familie doch noch die Flucht gelang, wie Alice ein Waisenhaus leitete, aber auch wie es ihren Söhnen erging. Karina Urbach beschrieb im Vorwort auch zunächst ihre Zurückhaltung, die Geschichte zu erforschen, immerhin war Alice ihre Großmutter, auch wenn sie sie nicht gut kannte.

Das Ergebnis ist ein wirklich spannendes Buch – ein Sachbuch, das von einem Bereich erzählt, von dem ich keine Ahnung hatte. Denn das Bücher, speziell Sachbücher „arisiert“ wurden, das war mir völlig neu. Ein Vorgang, der aber nicht einzigartig war, wie man zunächst meinen könnte. Neben Alice ist das auch noch einigen anderen Autoren geschehen. Sie bekamen arische „Co-Autoren“, die sich auch noch nach dem Krieg als Autoren präsentierten, Verleger, die die Arisierung nicht eingestehen wollten. Dazu eine Justiz, in der die Posten zu einem großen Teil von den gleichen Personen wie während des Nationalsozialismus. Alice selber hat leider nicht mehr erlebt, das ihr Kochbuch wieder unter ihrem Namen erschienen ist. Ihr damaliger Verlag hielt an dem arischen Namen fest. Eine Entschuldigung gab erst vor kurzem…

Jennifer Clement: Gun Love

Die 14jährige Pearl lebt zusammen mit ihrer Mutter in einem Auto in einem Trailerpark in Florida. Ihre Mutter Margot zog mit 17 Jahren dorthin, nachdem Pearl gerade geboren war. Der alte Mercury ist in all den Jahren nicht mehr bewegt worden, jetzt auch nicht mehr fahrtüchtig. Sie essen Dinge wie Erdnussbrote, die keine Kühlung und keinen Herd erfordern, Pearl macht ihre Hausaufgaben am Armaturenbrett und abends erzählt ihre Mutter Geschichten.

Ihr Leben ist anders, Pearl weiß auch, dass sie anders aufwächst als andere Kinder, aber für sie ist es normal. Die Mutter arbeitet als Putzfrau in einem Veteranenkrankenhaus und ja, bisher war die Beziehung zwischen Mutter und Tochter gut. Doch dann tritt Eli in das Leben von Margot und Pearl. Margot verliebt sich Hals über Kopf in den Mann, obwohl sie ahnt, das diese Liebe nichts gutes bringen wird.

„Meine Mutter war eine Tasse Zucker. Man konnte sie jederzeit ausleihen.“ (Kapitel 1)

„Gun Love“ hat mich ein bisschen ratlos zurückgelassen. Es ist in zwei Teile gegliedert und den ersten fand ich bedrückend, tragisch, aber auch gut erzählt. Es erzählt von einer furchtbaren Normalität, in der Kinder in einem Trailerpark leben, in dem sich scheinbar niemand um sie kümmert. In der ihre Eltern nicht in der Lage sind, ein anderes Leben aufzubauen. Und von den Waffen, die ja schon im Titel vorkommen.

Für Pearl ist es völlig normal, das immer wieder geschossen wird, das scheinbar überall Waffen herum liegen. Ob die Waffen legal oder illegal sind, davon hat sie keine Ahnung. Sie hilft mit, die Waffen zu reinigen, macht ihre Hausaufgaben, während direkt daneben Waffen verpackt werden. Scheinbar plätschert die Erzählung so dahin, alles wirkt harmlos und doch ist ein Unterton da, der darauf hindeutet, das auch Pearl von dieser Gewalt betroffen sein wird.

Im zweiten Teil fehlte mir dagegen der rote Faden. Einiges fand ich mehr als abstrus, aber auch für die Handlung des Buches völlig unwichtig. Tatsächlich war ich an einer Stelle sogar kurz davor, das Buch abzubrechen. Im Nachhinein bin ich froh, das ich es nicht gemacht habe, weil mich das Ende ein bisschen mit dem zweiten Abschnitt versöhnt hat. Für mich war es auch das einzig mögliche Ende, das einzige, was zu dem Buch passte.

Mit der Stimme der Sprecherin habe ich mich, hm, arrangiert. Ich fand sie nicht grandios, aber zu einen Roman aus der Sicht eines Teenagers darzustellen fand ich die jugendlich wirkende Stimme sehr passend. Ein bisschen seltsam fand ich ja, das in dem Buch immer wieder englischsprachige Zitate vorkamen, die nicht übersetzt wurden. Vielleicht gab es in der Druckversion einen Anhang o.ä., aber wenn ich nicht Englisch könnte, dann würde ich mich wohl beim lesen bw. hören veräppelt fühlen.

OT: Gun Love
Sprecherin: Edith Stehfest
ungekürztes Hörbuch

Paige Shelton: Thin Ice

Beth Rivers war bis vor kurzem bekannt unter den Namen Elizabeth Fairchild, einer Bestsellerautorin von Thrillern. Doch dann wurde sie von einem Stalker entführt, verbrachte einige Tage in seiner Gefangenschaft und konnte schließlich fliehen. Bei der Flucht erlitt sie eine Kopfverletzung und leidet seitdem an einer Amnesie. Sie weiß einfach nicht, wie ihr Entführer aussah und so ist der Mann immer noch auf freiem Fuß.

Auf der Suche nach einem Versteck entschließt sie sich, nach Alaska zu gehen und landet im 500 Einwohner Kaff Benedict. Das Städtchen ist sehr abgeschieden, es gibt keine Straßen, einen winzigen Flughafen, der aber nicht regelmäßig angeflogen wird und eine Fähre, die nur im Sommer fährt – und das wars. Perfekt für Beth. Dummerweise starb kurz vor ihrer Ankunft eine Einwohnerin – es ist noch unklar, ob Mord oder Suizid, aber der örtliche Polizeichef glaubt nicht an letzteres.

Der aktuelle Kriminalfall nimmt in dem Buch nur wenig Platz ein. So wenig, das ich durch weiter Strecken gar nicht das Gefühl hatte, einen Krimi zu lesen. Stattdessen geht es vor allem um Beth. Sie lernt die anderen Einwohner kennen, die schnell merken, das Beth ein Geheimnis hat. Aber viele Menschen in Alaska laufen vor irgendwelchen Problem weg, verstecken sich – das ist nichts neues für die Einheimischen und so akzeptieren sie sie. Beth hat immer wieder Flashbacks, einzelne Erinnerungsfetzen von der Entführung und der Gefangenschaft, dazu ist sie auch körperlich noch nicht richtig fit. Problematisch ist es auch, das Beth noch nie in Alaska war und keine Ahnung von Gefahren der Natur hat, sie hat kaum geeignete Kleidung dabei. Das langsame Einleben in Benedict nimmt so einen großen Teil im Roman ein.

Der Polizeichef bittet Beth um Hilfe bei den Ermittlungen und er überzeugt sie davon, sich ehrenamtlich um örtliche Zeitung zu kümmern. Eigentlich mehr ein Anzeigenblatt und so erstaunt sie die Einwohner mit ihrer Aussage, das ein bisschen investigativer Journalismus da auch noch Platz haben könnte…

Wie realistisch das ganze wirklich ist, puh. Normalerweise sind die Charaktere bei Paige Shelton hart arbeitende Frauen, die zwar ein bisschen ermitteln, denen aber der eigene Job wichtiger ist. Hier ist es nun jemand, der gerade nicht arbeitet, sondern sich noch erholt von einem schrecklichem Ereignis. Geldprobleme hat sie dabei nicht. Am härtesten hatte ich daran zu knabbern, das der Polizeichef selber Beth im Hilfe bittet. Andererseits, Benedict ist ein winziger Ort, alle sind aufeinander angewiesen, man schließt schnell Freundschaften und hilft sich gegenseitig.

Insgesamt hat mich das Buch trotz einiger Schwächen gut unterhalten. Mir haben dabei gerade die Schilderungen von Beth, die sich so langsam an ihren eigenen Entführer erinnert, sehr gefallen. Gerade ihre Unsicherheiten werden sehr deutlich: Habe ich dieses oder jenes wirklich gesehen oder spielt mir mein Gehirn einen Streich? Mir kommt dies bekannt vor, aber warum? Warum weiß ich nicht, wie mein Entführer aussah? Da war es nicht mehr so schlimm, das der aktuelle Krimi eher so mäh war.

Benedict selber ist übrigens ein fiktiver Ort, aber im Vorwort bedankt sich die Autorin explizit bei den Einwohnern von Gustavus – ein 500 Seelen Städtchen im Süden Alaskas, dass sie zumindest ein bisschen inspiriert hat. Wenn man sich die Gustavus auf der Karte ansieht, dann sieht man übrigens deutlich, das es wirklich keine Straßen gibt, die dort hinführen. Außerdem sollte erwähnt werden, das „Thin Ice“ der erste Band einer neuen Serie ist, gerade ist mit „Cold Wind“ der zweite Band erschienen.

OT: Alaska Wild Mysteries #1