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Meera Sodha: Original indisch

Es ist unfassbar, aber ich habe eine Premiere: Die erste Rezension eines Kochbuches! Ich! Ein Kochbuch! Wenn das meine alte Kochlehrerin aus der Schule früher lesen könnte – ja, es hat gedauert, aber inzwischen kann ich es und manchmal macht es sogar Spaß, die Kocherei.

Warum mich gerade dieses Buch gereizt hat, ist auch einfach erklärt: ich habe in letzter Zeit einige indisch inspirierte Rezepte aus dem Internet ausprobiert und für unfassbar lecker befunden. Und ich habe Kolleginnen aus Indien, die mich auch schon bekocht haben – jedes mal ein Genuss. Also habe ich nach indischen Kochbüchern gesucht und der Name Meera Sodha fiel dabei immer wieder auf. Sie beschreibt ihre Küche als einfache Hausmanskost mit indischen Wurzeln, aber mit ostafrikanischen und englischen Einflüssen. Am Anfang des Buches geht sie auch kurz auf die Familiengeschichte ein – die Familie wanderte aus nach Uganda, war dort erfolgreich, musste dann aber wie alle Asiaten fliehen und landete in England.

Es gibt über 130 Rezepte – Snacks, Fleisch- und Fischgerichte, Gemüse, Desserts, Getränke. Theoretisch ist was für alle dabei. Auch als Vegetarier findet man hier leckeres, wobei die Autorin auch zwei Bücher mit vegetarischen Rezepten geschrieben hat, die man sich dann wohl eher kaufen wird. Ich habe natürlich nicht alles schon nachgekocht – manches reizt mich nicht so sehr, manches passt von der Menge her als Single nicht so (in den letzten Monaten gab es ja nun wirklich nicht die Gelegenheit, große Essen zu veranstalten). Aber das, was ich gekocht habe, das war so verdammt lecker: Maiskolben mit Chilibutter. Hähnchen Tikka. Spinat mit Panir. Verschiedene Dals. Für meine Begriffe waren die Gerichte unkompliziert und erforderten auch keinen großen Aufwand, was die Zutaten angeht. Wobei ich da vielleicht auch etwas verwöhnt bin, ich habe nicht nur asiatische Geschäfte in der fußläufiger Nähe, sondern auch ein Gewürzgeschäft.

Neben den Rezepten gibt es auch noch einige Hinweise zu Küchenutensilien (keine Angst – es sind nur wenige!), Maße & Gewichte und, was ich sehr hilfreich fand, ein längeres Kapitel über typisch indische Gewürze und Zutaten und wo man diese am besten bekommt.

Mir gefiel auch die Gestaltung des Buches – allerdings, es gibt nicht zu jedem Rezept auch ein Foto. Stattdessen gibt es teilweise Bilder der Zutaten, vor allem aber der Autorin selber, manchmal auch von ihrer Mutter. Mich hat das nicht gestört, wer darauf aber Wert legt, der wird enttäuscht werden.

OT: Made in India

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Charlaine Harris: Midnight Crossroad

Midnight ist ein kleines Kaff mitten im texanischem Nirgendwo. Hierher zieht Manfred nach dem Tod seiner Großmutter. Die Einwohner wirken ein bisschen seltsam, passen damit aber ganz gut zu Manfred, der sein Geld als Hellseher verdient. Sein Vermieter betreibt eine Pfandleihe, nebenan wohnt eine angebliche Hexe, im Keller ein Vampir.

Bei einem Picknick finden die Einwohner allerdings eine Leiche und niemand ist davon begeistert, das nun die Polizei in Midnight herum schnüffelt. Denn auch wenn alle den Mörder finden wollen, so haben sie doch alle Geheimnisse, die lieber nicht an dem Tag kommen sollen…

Die Midnight Trilogie ist schon ein paar Jahre auf dem Markt, war allerdings nie so erfolgreich wie es andere Bücher von Charlaine Harries waren, vor allem die Sookie Stackhouse Reihe. Ein bisschen unterscheidet es sich auch von den anderen Bücher. Während es da immer eine weibliche Heldin war, aus deren Sicht die Ereignisse geschildert wurden, ist es hier die Erzählperspektive eine andere. Mehrere Figuren erzählen und auch wenn ich erst dachte, das Manfred die Hauptfigur ist, so muss ich am Ende sagen, das es eher mehrere Personen gibt, die gleichberechtigt wichtig sind. Und außerdem scheint mir die Serie ein bisschen wie Schmelztiegel aus den anderen Serien zu sein. Denn Manfred ist eine Nebenfigur aus der Harper Connely Serie. Und Bobo Winthrop, der Vermieter, hatte seine ersten Auftritte bei Lily Bard. Mit dem Vampir hier gibt es aber auch eine Verbindung zu Sookie Stackhouse. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es diese spezielle Figur bei Sookie wirklich gab, aber zumindest die Welt von Sookie ist die gleiche wie in Midnight.

Die Geschichte in dem Buch wird sehr langsam und fast schon behäbig erzählt. Nacheinander lernt Manfred die anderen Einwohner kennen. Sein Arbeitsalltag als Hellseher wird geschildert (sehr unglamourös!) und auch langsam merkt man, das die anderen Bewohner viele Geheimnisse haben. Und als wäre eine Mischung aus verschiedenen Büchern, mit entsprechend verschiedenen Welten nicht schon kompliziert genug, packt Charlaine Harris auch noch eine Verbindung zur rechtsradikalen Szene dazu. Das alles könnte spannend sein – ist es aber nicht. Stattdessen liest es sich eher gemütlich, es gibt sogar ein paar komische Szenen. Erst ganz zum Schluss nimmt das Buch Fahrt auf. Insgesamt bot das Buch eine einfache Lektüre, bei der ich nicht viel nachdenken musste, die mich aber abschalten ließ. Und ich war am Ende doch neugierig genug, auch die weiteren Bände zu kaufen und kann nun sagen, dass die Bücher sich definitiv steigern im Verlauf!

Deutsche Übersetzung: Midnight, Texas
Serie: Midnight Texas

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Puzzle? Puzzle!

Puzzle gibt es schon lange. Sie haben ein etwas angestaubtes Image, scheinen mehr was für Kinder zu sein. So zumindest die Klischees, die ich gehört habe, als ich Mitte März meinen Kollegen erzählte, mir zwei Puzzle gekauft zu haben. „Häh, warum das denn?“ war noch die harmloseste Reaktion. Tja, warum eigentlich?

Ich kann nur für mich sprechen – in meiner Kindheit und Jugend habe ich durchaus gepuzzelt, aber nie besonders enthusiastisch. Bücher fand ich spannender. Jetzt, mit den Einschränkungen durch Corona habe ich mir überlegt, das es doch ein netter Zeitvertreib sein. Es kostet kein Vermögen, es macht keinen Krach, man kann es alleine machen. Perfekt.

Inzwischen habe ich den letzten Wochen mehrere Puzzle gemacht. Alle mit 1000 Teilen – ich wollte es nicht übertreiben, aber mich schon fordern. Inzwischen bin ich für mich zum folgendem Ergebnis gekommen: Motive mit Fotos sind langweilig. Ich kann mit den Kunstwerken von Aimee Stewart oder Colin Thompson nichts anfangen. Generell mag ich aber Kunstwerke als Puzzle. Ein zweites, tolles Motiv für mich sind Karten – keine große Überraschung, mag ich doch auch ohne Puzzle Karten. Puzzle von Ravensburger und Schmidt sind gut. Aber es gibt noch viele weiteren Puzzlehersteller! Sehr schön fand ich die Marke Pomegranate – eine amerikanische Firma aus Portland, Oregon. Spezialisiert auf Kunst (Bücher, Kalender und eben Puzzle) bieten sie zwar keine große Vielfalt, aber ich finde die Beschränkung auf Kunst sehr schön. Und die Puzzle selber sind super produziert, es gibt fast keine Staub, keine defekten Teile, sie passen sehr gut, tolle Farben. Wunderschön.

Leider gibt es auch Puzzlehersteller, die anders arbeiten – die Puzzle passen schlecht, die Teile sind verbogen und/oder kaputt. Wie so oft gilt auch hier: wer billig kauft, kauft doppelt. Und dann gibt es Hersteller, bei denen die Teile auf dem ersten Blick super sind und auf dem zweiten…nicht. Ärgerlich.

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Rebecca Wait: Das Vermächtnis unserer Väter

Eines Tages nach dem Abendessen holt John seine Schrottflinte und erschießt seine Frau, zwei seiner Kinder und schließlich sich selbst. Tommy, das dritte Kind überlebt, versteckt im Kleiderschrank. Er zog einige Zeit nach dem Mord weg und nun, nach 20 Jahren kehrt er zurück – und steht plötzlich bei seinem Onkel Malcolm vor der Tür.

Schauplatz ist Litta – eine fiktive Insel der Äußeren Hebriden vor der schottischen Westküste. Hier gibt es nicht viel – eine Handvoll Menschen, Heide, Wind. Die meisten Familien leben hier schon seit vielen Generationen. Niemand hätte eine solche Tat für möglich gehalten. Die Bewohner können und wollen es nicht glauben, doch die Ermittlungen der Polizei sind eindeutig. Doch mit der Zeit ist der Mord nicht mehr so präsent in den Erinnerungen der Bewohner. Umso größer der Schock, als der inzwischen erwachsene Tommy eines Abends plötzlich auf der Insel auftaucht und bei seinem Onkel wohnt. Auch der weiß nicht, was er mit seinem Neffen anfangen soll, doch ganz langsam nähern sie sich wieder an.

Ein Ungeheuer hatte unter ihnen gelebt, und niemand hatte es gemerkt.
(S. 102)

Rebecca Wait hat hier einen ruhigen, aber sehr eindringlichen Roman geschrieben. Ich glaube, nach einer solchen Tat im Familienkreis, in der Nachbarschaft, etc., da würde sich wohl jeder fragen – hätte ich es verhindern können? Viele erinnern sich im Nachhinein an Kleinigkeiten, aber dass so was passieren würde, das war nicht vorherzusehen. Tommy macht den Menschen Angst. Sie kämpfen mit Schuldgefühlen und dass er seinem Vater sehr ähnlich sieht, verschlimmert es nur noch.

Die Ereignisse werden aus der Sicht verschiedener Personen geschildert. Natürlich Tommy und sein Onkel, aber auch andere Bewohner. Außerdem gibt es auch Rückblenden in die Vergangenheit, in die Kindheit von John und Malcolm, aber auch in die von Tommys Mutter. Natürlich spielt auch der Schauplatz eine Rolle – eine einsame Insel mitten im Atlantik. Allerdings hätte das Buch mit kleinen Anwandlungen auch auf dem Festland in einer Großstadt funktioniert, wobei es so bestimmt intensiver war. Gerade auf so einer Insel, wo man aufeinander gewiesen ist, gerade hier glaubt man schließlich, seine Mitmenschen genau zu kennen.

Mich hat das Buch sehr überzeugt, für mich wird es definitiv eines der Highlights des Jahres werden. Und deshalb habe ich mir auch schon ihr Debüt gekauft – auch wenn ich noch nicht weiß, wann ich es lesen werde.

OT: Our Fathers

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19-Punkte-Programm für den Urlaub zu Hause.

Wir unterliegen gerade alle Einschränkungen. Ich bin dabei in gewisser Hinsicht privilegiert: Ich muss mir definitiv keine Sorgen um meinen Arbeitsplatz machen, mein Lohn wird weiter gezahlt und ich muss jetzt auch nicht mehr raus, weil ich nun Urlaub habe. Theoretisch (Praktisch kann es aber auch gut sein, das ich angerufen werde und arbeiten gehe…).

Was also tun, wenn man mehr als 10 Tage zu Hause sein wird? Klar, lesen. Natürlich. Aber auch ich kann nicht jeden Tag stundenlang lesen. Was also noch? Ich habe mir für mich mal eine kleine Liste aufgestellt:

    1. Lesen. Ich habe es leider nicht mehr zur Bücherei geschafft, aber egal. Auf meinem Reader sind soooo viele Bücher, damit könnte ich mich ein ganzes Jahr beschäftigen. Und Hörbücher – die könnte ich mir auch mal endlich anhören.
    2. Fernsehen/Netflix. Ich habe so viele Filme und Serien auf meiner Wunschliste und sonst oft nicht die Zeit dafür.
    3. Kochen. Ich habe hier noch einige Rezepte liegen, die ich gerne ausprobieren will. Da kann ich meine Geschmacksknospen trainieren.
    4. Puzzeln. Habe ich ewig nicht mehr gemacht, jetzt habe ich mir gleich zwei gekauft und schon angefangen (46 Teile von 1000 habe ich schon geschafft…)
    5. WhatsApp und Telefon. Klar, Kontakt halten zu Freunden und Familie. Geht auch so.
    6. Terrasse herrichten. Wenn das Wetter schöner ist, dann werde ich die Möbel schon mal säubern und zwischendurch meinen Tee dort trinken.
    7. Kleiderschrank ausmisten. Immer gut.
    8. Bücherregal neu sortieren und abstauben. Vor allem letzteres wäre dringend nötig.
    9. Rezensionen schreiben. Damit auch andere was von meiner Leserei haben.
    10. Hautpflege. Gesichtsmasken. Pediküre. Handpflege! Gerade letzteres können wir alle im Moment gut gebrauchen. Wenn die Hände durch das ständige Waschen und Desinfizieren rissig werden, dann werden sie zur Eintrittspforte für Erreger.
    11. Gedanken wegen dem Indiebookday machen. In der Buchhandlung vor Ort stöbern wäre schön gewesen, aber dann muss es halt online gehen.
    12. Museumsbesuche virtuell. Dazu gibt es bei bei Geo Reisen eine spannende Aufzählung.
    13. Überlegen, wie ich meine Kommoden streichen will. Ich habe hier zwei Kommoden, bei denen die Oberfläche nicht mehr soooo dolle ist. Ich könnte mir zumindest schon mal zum Entschluss kommen, welche Farbe es denn sein soll. Ob ich dann auch wirklich streiche – mal sehen.
    14. Wählen. Bei mir in der Stadt geht die Wahl zur Oberbürgermeisterin in die Stichwahl. Und ja, es wird eine Frau. Das steht immerhin schon fest.
    15. Am Zehn-Finger-System arbeiten. Es gibt verschiedene Webseiten, auf denen man trainieren kann. Ich habe es, ehrlich gesagt, nie gelernt – warum nicht jetzt!
    16. Spazieren gehen, Radfahren. Frische Luft und Bewegung tun gut. Und kann man auch alleine machen.
    17. Den Flur streichen. Ich spiele schon einige Zeit mit dem Gedanken, dem Flur ein bisschen anders zu gestalten. Aber irgendwie zögere ich noch…hm.
    18. Oster/Frühlingsdeko anbringen. Hm, wahrscheinlich mache ich da nur das übliche – nämlich ein bisschen Minimaldeko, die in 15 Minuten fertig ist.
    19. Ok, für den letzten Punkt muss ich schon sehr verzweifelt sein: Frühjahrsputz machen.
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Héctor Abad: La Oculta

Die alte Ana Ángel ist gestorben – auf La Oculta, der Finca der Familie in den kolumbianischen Bergen. Ihre Familie will Abschied nehmen, vor allem die drei erwachsenen Kinder Pilar, Eva und Antonio.

Die drei Kinder sind sehr unterschiedlich. Pilar, konservativ, gläubig, traditionell. Eva, Feministin, freiheitsliebend. Und Antonio, für den Kolumbien zu eng wurde und der nach New York ging. Abwechselnd erzählen diese drei verschiedenen Personen aus ihrer Sicht die Geschichte von La Oculta. Antonio konzentriert sich dabei auf die Vergangenheit der Familie, er berichtet über ihre Anfänge in Kolumbien: wer wann wen heiratete und wann starb, wer Glück und wer Pech hatte. Pilar und Eva erzählen dagegen aus der jüngeren Geschichte der Familie und der Finca – eine Abfolge von glücklichen Ehen und kurzen Beziehungen, vor allem spiegelt sich auf La Oculta aber auch die Geschichte des Landes wieder, die teilweise sehr gewalttätig war. So hat die Finca auch Morde, Folter und Entführungen erlebt. Trotzdem hält gerade Pilar an La Oculta fest, obwohl die Familie mehrere Jahre dort nicht leben kann – zu gefährlich sind die Rebellen, die Paramilitärs, die Drogenmafia.

Eine Familie, die nach dem Tod eines Elternteiles zusammenkommt um Abschied zu nehmen – das ist wahrlich nicht neu. Trotzdem fand ich den Anfang wirklich interessant, vor allem die Abschnitte, in denen Eva über ihre Flucht aus der Finca berichtet. Leider fand ich andere Abschnitte dafür um so schwerfälliger erzählt, vor allem, wenn Antonio über die Familie berichtet. Dummerweise fand ich auch Antonios Überlegungen, warum er sich so sehr für die Vergangenheit interessiert genauso langweilig.

Pilar dagegen wirkt am Anfang etwa bieder und einfach. Im Laufe des Buches wird sie immer unsympathischer, ihre Handlungen scheinheilig und für mich ist dieses ganzes Gerede davon, das der Boden wichtiger als die Menschen sind einfach nur furchtbar. Andererseits ist ihre Geschichte immerhin nicht langweilig erzählt – ich mag sie nicht, aber ich muss sie ja auch nicht mögen, um das Buch zu lesen.

Insgesamt ist das ein Buch, bei dem ich teilweise den Eindruck hatte, das es von verschiedenen Autoren geschrieben wurde – vielleicht aber zu verschiedenen Zeiten, so das es sich fremd anfühlt, als wenn die einzelnen Erzählstränge nicht richtig zusammen passen, obwohl man die Bemühungen durchaus merkt.

OT: La Oculta

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Sally Hines: Wie ändert sich Gender?

Wie werden wir heute noch von Geschlechterrollen beeinflusst? Sind diese überhaupt noch von Bedeutung? Wie beeinflusst uns das biologische Geschlecht, wie ist es in anderen Kulturen und wie war es früher?

Ich habe das Buch in einer Buchhandlung entdeckt und mich haben sowohl Inhalt als auch Gestaltung angesprochen. Es richtet sich an Menschen, die sich noch nicht oder nur wenig mit Genderforschung befasst haben, aber diese Lücke gerne schließen möchten. Was ist Cis-Gender? Gibt es wirklich mehr als zwei Geschlechter? (Spoiler: Ja)

Mit etwa 140 Seiten bietet das Buch wirklich nur einen ersten Überblick, der ist aber umfassend und es lädt dazu ein, sich mit dem Thema, vielleicht mit dem einem oder anderem Teilgebiet weiter zu beschäftigen. Besonders nett neben der Gestaltung fand ich die zahlreichen Fußnoten, die alles mögliche kurz erklären. Dabei sind es nicht nur spezielle Begriffe aus der Genderforschung, die so erläutert werden – es wurden auch Dinge wie Shintoismus, Agrargesellschaft oder Personen wie Ajatollah Chomeini dargestellt. Vielleicht übertrieben, andererseits bin ich froh, das das Buch keine hohen Vorrausetzungen an das vorhandene Wissen stellt.

In der Reihe #dkkontrovers werden verschiedene Themen behandelt – große Fragen des 21. Jahrhunderts. Die Bandbreite ist dabei riesig – Gender, Demokratie, Kapitalismus, der Weltraum, aber das Layout ist identisch. Je nachdem, wie tief man in dem Thema einsteigen will, kann man selber entscheiden, wie viel man lesen will. Für einen kurzen Überblick reicht es, die größte Schrift zu lesen, wer tiefer eindringen will, der liest auch die kleineren Schriften. Neben den verschieden großen Schriften gibt es natürlich auch sehr einprägsame Bilder und Zeichnungen. Ich mochte das Buch – sowohl den Inhalt, als auch die Gestaltung und denke darüber nach, noch das eine oder andere Buch aus der Reihe zu erwerben…

OT: Is Gender Fluid?