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Paige Shelton: Thin Ice

Beth Rivers war bis vor kurzem bekannt unter den Namen Elizabeth Fairchild, einer Bestsellerautorin von Thrillern. Doch dann wurde sie von einem Stalker entführt, verbrachte einige Tage in seiner Gefangenschaft und konnte schließlich fliehen. Bei der Flucht erlitt sie eine Kopfverletzung und leidet seitdem an einer Amnesie. Sie weiß einfach nicht, wie ihr Entführer aussah und so ist der Mann immer noch auf freiem Fuß.

Auf der Suche nach einem Versteck entschließt sie sich, nach Alaska zu gehen und landet im 500 Einwohner Kaff Benedict. Das Städtchen ist sehr abgeschieden, es gibt keine Straßen, einen winzigen Flughafen, der aber nicht regelmäßig angeflogen wird und eine Fähre, die nur im Sommer fährt – und das wars. Perfekt für Beth. Dummerweise starb kurz vor ihrer Ankunft eine Einwohnerin – es ist noch unklar, ob Mord oder Suizid, aber der örtliche Polizeichef glaubt nicht an letzteres.

Der aktuelle Kriminalfall nimmt in dem Buch nur wenig Platz ein. So wenig, das ich durch weiter Strecken gar nicht das Gefühl hatte, einen Krimi zu lesen. Stattdessen geht es vor allem um Beth. Sie lernt die anderen Einwohner kennen, die schnell merken, das Beth ein Geheimnis hat. Aber viele Menschen in Alaska laufen vor irgendwelchen Problem weg, verstecken sich – das ist nichts neues für die Einheimischen und so akzeptieren sie sie. Beth hat immer wieder Flashbacks, einzelne Erinnerungsfetzen von der Entführung und der Gefangenschaft, dazu ist sie auch körperlich noch nicht richtig fit. Problematisch ist es auch, das Beth noch nie in Alaska war und keine Ahnung von Gefahren der Natur hat, sie hat kaum geeignete Kleidung dabei. Das langsame Einleben in Benedict nimmt so einen großen Teil im Roman ein.

Der Polizeichef bittet Beth um Hilfe bei den Ermittlungen und er überzeugt sie davon, sich ehrenamtlich um örtliche Zeitung zu kümmern. Eigentlich mehr ein Anzeigenblatt und so erstaunt sie die Einwohner mit ihrer Aussage, das ein bisschen investigativer Journalismus da auch noch Platz haben könnte…

Wie realistisch das ganze wirklich ist, puh. Normalerweise sind die Charaktere bei Paige Shelton hart arbeitende Frauen, die zwar ein bisschen ermitteln, denen aber der eigene Job wichtiger ist. Hier ist es nun jemand, der gerade nicht arbeitet, sondern sich noch erholt von einem schrecklichem Ereignis. Geldprobleme hat sie dabei nicht. Am härtesten hatte ich daran zu knabbern, das der Polizeichef selber Beth im Hilfe bittet. Andererseits, Benedict ist ein winziger Ort, alle sind aufeinander angewiesen, man schließt schnell Freundschaften und hilft sich gegenseitig.

Insgesamt hat mich das Buch trotz einiger Schwächen gut unterhalten. Mir haben dabei gerade die Schilderungen von Beth, die sich so langsam an ihren eigenen Entführer erinnert, sehr gefallen. Gerade ihre Unsicherheiten werden sehr deutlich: Habe ich dieses oder jenes wirklich gesehen oder spielt mir mein Gehirn einen Streich? Mir kommt dies bekannt vor, aber warum? Warum weiß ich nicht, wie mein Entführer aussah? Da war es nicht mehr so schlimm, das der aktuelle Krimi eher so mäh war.

Benedict selber ist übrigens ein fiktiver Ort, aber im Vorwort bedankt sich die Autorin explizit bei den Einwohnern von Gustavus – ein 500 Seelen Städtchen im Süden Alaskas, dass sie zumindest ein bisschen inspiriert hat. Wenn man sich die Gustavus auf der Karte ansieht, dann sieht man übrigens deutlich, das es wirklich keine Straßen gibt, die dort hinführen. Außerdem sollte erwähnt werden, das „Thin Ice“ der erste Band einer neuen Serie ist, gerade ist mit „Cold Wind“ der zweite Band erschienen.

OT: Alaska Wild Mysteries #1

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Best of Books 2020

Vorletztes Jahr las ich einige Bücher mehr und hatte mir dann fünf Bücher ausgesucht als meine Besten. Letztes Jahr habe ich insgesamt 40 Bücher gelesen und davon ganze zehn bei Goodreads mit fünf Sternen bewertet. Nachdem ich mir die zehn Bücher nochmal durch den Kopf gehen lies, sind mir drei davon sofort ins Auge gesprungen. Und das sind sie:

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Weihnachtswünsche

Ich wünsche ein schönes Weihnachtsfest denen, die es feiern. Denen, die es nicht feiern, denen wünsche ich einfach eine schöne Zeit. Und diejenigen, die arbeiten müssen, denen wünsche ich einfach nur zwischendurch Zeit für sich selber zu haben.

Passt auf euch auf!

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Nicholas Blake: Das Geheimnis von Dower House

Ferguson O’Brien, ein Held des 1. Weltkrieges, ein Fliegerass, ein Abenteurer und Draufgänger bekommt Morddrohungen. Er meldet sich bei der Polizei und bittet um Hilfe – aber er will keinen Polizeischutz, sondern einen Privatdetektiv. Da kann der stellvertretende Polizeipräsident helfen und empfiehlt seinen Neffen, Nigel Strangeways. Da der Täter unter den Weihnachtsgästen zu finden sei, verbringt Nigel das Weihnachtsfest in Dower House, wo sich schon eine seltsame Gästeschar versammelt hat.

Das Buch hat fast 90 Jahre auf dem Buckel und ist in mancher Hinsicht angestaubt. Manches liest sich heute sehr unterhaltsam, wenn etwa eine längere Reise mit dem Auto beschrieben wird, bei der sich die englische Lady aus Angst vor Zugluft in mehrere Unterröcke hüllt. Das Buch bietet als das, was man von einem englischen Krimi erwartet: ein altes Haus, die üblichen, exzentrischen Verdächtigen  mit genügend Motiven, so das theoretisch jeder der Täter bzw. Täterin sein kann. Dazu eine Köchin, die einen Mord sehr missbilligend zur Kenntnis nimmt (anständige Leute lassen sich nicht ermorden), Hausmädchen, die unbekümmert durch das Haus eilen, aber bei jeder Leiche kreischen, Polizisten, die ehrfürchtig versuchen, die bessere Gesellschaft zu befragen und sehr froh sind, wenn Scotland Yard ihnen diese Aufgabe abnimmt.

Blake bemüht sich übrigens sehr, genügend Verdachtsmomente gegen alle Beteiligten auszustreuen, für mich war der Täter aber keine sonderliche Überraschung. Dachte ich – allerdings gab es dann doch nochmal eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Insgesamt hat das Buch auch langatmige Phasen, aber auch wenn es mit den Ermittlungen nicht weiter ging, haben mich die Beschreibungen der Personen doch genügend unterhalten. Übrigens handelt es sich hier um den zweiten Band einer Serie, aber da der Fall abgeschlossen ist, fand ich das hier nicht störend.

Der Verlag Klett-Cotta bringt seit einiger Zeit britische Krimiklassiker in einer neuen Ausgabe heraus und oft sind es Krimis, die zur Weihnachtszeit spielen. Perfekte Lektüre, wenn man nicht es zu schnulziges lesen möchte, aber auch nichts allzu brutales lesen will. Es sind klassische Whodunnit, der Täter wird langsam enträtselt. Manchmal angestaubt, manchmal auch langatmig, aber immer entspannend zu lesen. Im Frühling erscheint „Mord in Sussex“, das schon auf meiner Wunschliste steht…

OT: Thou Shell of Death
Serie: Nigel Strangeways #2

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Hallie Rubenhold: The Five. Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden

Wenn vor einer Mordserie der unbekannte Täter bekannter ist als die Opfer – läuft dann nicht irgendwas grundverkehrt? So ist es zumindest bei den Whitechapel-Morden. Schon dieser Begriff dürfte vielen nichts sagen, aber den Täter kennt wirklich jeder: Jack the Ripper. Und seine Opfer, nun ja, es sind halt Prostituierte. Der Job ist halt gefährlich, sagt man und zuckt mit den Achseln.

Mit dieser Denkweise hat Hallie Rubenhold gründlich aufgeräumt. Anhand alter Dokumente hat sie das Leben der Frauen rekonstruiert, so gut es eben ging. Jeweils bei der Geburt beginnend und bis zum Tod erzählt sie fünf verschiedene Frauengeschichten. Die Geschichte von fünf armen Frauen, die schon bei der Geburt schlechte Karten hatten. Die zum größten Teil verheiratet waren und Kinder hatten, teilweise mit brutalen Männern und in der viktorianischen Zeit kaum eine Möglichkeit hatte, sich scheiden zu lassen und wenn, dann nur zu einem hohen Preis. Teilweise waren sie alkoholkrank, obdachlos, litten an Syphilis. Prostituierte waren sie aber nicht alle.

Diese Annahme beruht nämlich auf ein Missverständnis – in der Zeit wurden alle Frauen, die Nachts auf der Straße waren, für Prostituierte gehalten. Auch, wenn sie keine Unterkunft hatten und auf der Straße schliefen. Wobei es nicht nur dieses eine Missverständnis ist. Das Buch zeigt detailliert, wie frauenfeindlich die viktorianische Gesellschaft war, aber auch, wie armenfeindlich. Und am schlimmsten hatten es die, die beides waren, nämlich arme Frauen.

Akribisch hat die Autorin alte Unterlagen studiert – Polizeiberichte, Zeugenaussagen, Zeitungsartikel. So wird anhand der Berichte das Londoner East End mit den Armenhäusern, Mietskasernen, Kneipen und Bordellen wieder lebendig. Dafür sorgt nicht nur der Text, sondern auch einige Fotos, ein Stadtplan sowie eine Liste mit den Besitztümern, die jede der Frauen bei ihrem Tod bei sich hatte – sehr berührend.

Sehr empfehlenswert!

OT: The Five. The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper

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Noch mehr Puzzles!

Die Nächte werden länger, die sozialen Kontakte weniger…die beste Zeit zum Puzzeln. Nachdem ich im Frühling schon mal von Pomegrante Puzzle erzählt habe, kommt nun ein weiterer Hersteller, von dem ich kürzlich ein Puzzle gemacht habe: Eurographics.

Das Angebot dieser kanadischen Firma ist weit gefächert. Es gibt die üblichen Katzenbilder und Strandfotos, dazu Gemälde bekannter Künstler. So gut, so langweilig. Es gibt aber auch Vintage Postern und so eines habe ich mir ausgesucht, als erster Testballon, sozusagen.

Von der Qualität her gibt es nichts zu meckern, vergleichbar mit Ravensburger. Die Teile sind sauber ausgestochen, wobei es einige gab, die noch zusammen hingen. Gefallen hat mir die manchmal ungewöhnliche Form. Und spannend ist, das es ab und zu zwei Teile gibt, die man einfach nur nebeneinander legt.

Insgesamt ein Hersteller, den ich auf dem Schirm behalten werde – zumal es neben den Vintage Postern auch welche mit Darstellungen der menschlichen Anatomie gibt. Ich kenne keinen anderen Hersteller, der sowas in Angebot hat, aber es reizt mich schon, mal das Herz oder das Gehirn zu puzzeln.

Übrigens: ich nutze als Unterlage einfach eine MDF Platte aus dem Baumarkt für ein paar Euro. Wenn ich dann den Küchentisch anderweitig nutze will, dann schiebe ich die Platte einfach unters Sofa.

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Parmesanhörnchen

Ich habe in dem letzten Jahr schon mehrfach Mini Nusshörnchen gebacken. Und irgendwie hatte ich schon damals den Gedanken, das bestimmt auch eine herzhafte Variante denkbar ist – voila! Die unten angegebene Menge reicht für 16 Hörnchen (=halbes Backblech), lässt sich also leicht verdoppeln, falls man mehr backen will.

  • 50g weiche Butter
  • 50g Frischkäse
  • 100g Mehl
  • 1 Tl. TK Kräuter (optional)
  • Prise Salz
  • ca. 50g Parmesan

Bis auf den Parmesan alles in eine Schüssel geben und einen Teig herstellen. Für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank legen.

Falls man das Rezept verdoppelt hat, dann muss man den Teig vor der weiteren Verarbeitung in 2 etwa gleich große Stücke teilen. Einen Teil würde ich zunächst wieder in den Kühlschrank legen.

Den Parmesan auf der Arbeitsplatte streuen, den Teig darauf rund ausrollen, dabei immer wieder umdrehen, so das der Parmesan auf beide Seiten eingearbeitet wird. Wie man deutlich sieht – ich bin eine absolute Niete im „rund ausrollen“, aber es muss nicht perfekt sein. Wirklich nicht. Anschließend wie eine Torte in 16 Stücke schneiden. Falls man einen Tortenteiler hat, schön. Ich habe keinen und meine Stücke sind definitiv nicht gleichmäßig – aber, das ist nicht schlimm!

Und jetzt rollt man die die einzelnen Stücke von der breiten her auf und dann mit dem Ende nach unten aufs Blech legen. Meine Stücke sind an dem breiten Ende meist total ausgefranst, aber es geht trotzdem.

160°, Umluft, 25 Minuten (ohne vorheizen). Bei der Dauer muss man gucken – im obigen Link ist eine viel kürzere Zeit angegeben, aber bei meinem Ofen reicht das bei weitem nicht aus. Das fertige Ergebnis sieht grandios aus, riecht unglaublich und schmeckt noch unglaublicher.

Natürlich kann man auch Kräuterfrischkäse nehmen. Ich habe momentan keinen, da ist die Variante mit den TK Kräutern genauso gut. Sehr lecker stelle ich mir auch einen Frischkäse mit Paprikageschmack vor. Oder man bleibt bei Käse natur und vermischt dann getrockneten Rosmarin mit dem Parmesan. Oder Chiliflocken. Oder Sesam. Fenchelsamen. Was auch immer der Küchenschrank hergibt. Zum Aufbewahren am besten in eine Plätzchendose legen – da halten sie sich mindestens 2 Wochen. Länger konnte ich es noch nicht testen, da sie vorher gegessen waren. ;)